REVIEW

AÇÃO DIRETA / JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE „Split“ (Hardcore/Grindcore)

AÇÃO DIRETA / JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE

„Split“
(Hardcore/Grindcore)

Wertung: Gut

VÖ: 07.08.2026

Label: Bastardized Recordings

Webseite:
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JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE haben wieder neuen Stoff auf den Markt geschmissen. Diesmal in Form einer Split mit AÇÃO DIRETA, die mir vorher überhaupt kein Begriff waren. Also habe ich mich etwas schlau gemacht. Die brasilianische Band, welche die Split eröffnet, gibt es bereits seit 1987 und sie ist umtriebig und produktiv. In den fast 40 Jahren haben sie 10 Alben  und dazu EPs und Splits auf den Markt gebracht und waren schon 4x in Europa unterwegs. RESPEKT!
AÇÃO DIRETA bieten uns Hardcore mit punkig/crustiger Schlagseite, der nicht wirklich weit weg von Grindcore ist, bei 6 Tracks in 18 Minuten. Und auch wenn die Band fast 40 Jahre auf dem Buckel hat und sicherlich auch Möglichkeiten für eine „große“ Produktion hätte, klingt es hier nach altem Hardcore. Sehr sympathisch. Bei den Songstrukturen die hier geboten werden, würde eine fette Hardcoreproduktion á la Hatebreed zum Beispiel auch nichts Gutes für die Songs tun. Zumindest in meinen Ohren würde sich das beißen!
Meinen Geschmack treffen AÇÃO DIRETA nicht wirklich, aber das ist ja völlig in Ordnung. Trotzdem habe ich mir die Songs gerne angehört.

JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE schrauben mit ihrem Anteil dann die Tracklist in die Länge und bieten uns 19 Tracks in fast 24 Minuten.
Ich durfte sie ja im Mai beim „Assault Of The Undead“ im Gulfhaus in Vechta das erste Mal live erleben, was mir sehr gut gefallen hat und mein Interesse an der Band noch gesteigert hat.
Ich finde es sehr schön, dass die Songlängen hier sehr stark variieren und zwar von 10 Sekunden bis fast viereinhalb Minuten. Ich persönlich stehe ja sehr auf diese kurzen Tracks, hier vor allem auf „Graue Verkrüppelte Bäume“ und „Geistig Behindert Aufgewacht“, aber eine Platte mit ausschließlich solchen Tracks wäre wohl auch nicht eingeschränkt meins. Deswegen gefällt mir die Mischung hier sehr gut. Das Intro und auch „GPGP“ hätte ich persönlich wohl kürzer gehalten, aber das ist kein Kritikpunkt.
Ansonsten bekommen wir von JAKA das, was wir erwartet haben. Grindcore mit sozialkritischen und politischen Texten, der sowohl in schnellen wie auch langsamen Gefilden zu überzeugen weiß. Ich habe das Gefühl, dass man auf dieser Split etwas langsamer unterwegs ist als sonst, habe es aber nicht genau gegengehört um es eindeutig zu belegen. Vom Prinzip ist es auch egal, da die schnellen Parts hier auch in ausreichendem Maße stattfinden. Und wenn dann mal ein Track wie „Körperanalysedaten“ „langsamer“ unterwegs ist, wird dann bei „Zementierte Wertgerüste“ im Anschluss erstmal Gas gegeben. Die 2 Sänger bringen Tiefe in die Scheibe und wechseln sich gewohnt/gekonnt ab oder werten sich gegenseitig auf, wenn sie zeitgleich aktiv sind.
Ich bin gepackt von der Split und werde (zumindest) den JAKA-Teil noch einige Male kreisen lassen. Ich freue mich schon auf das nächste Album! (hendrik)