WALK THROUGH FIRE “Hope is misery” (Doom / Sludge)

Online seit 20.04.2014

WALK THROUGH FIRE

“Hope is misery”
(Doom / Sludge)

Wertung: Empfehlung

26.03.2014

Label: Aesthetic Death

Webseite: Facebook, Homepage

Das letzte WALK THROUGH FIRE-Album “Furthest from heaven” war ein kleines Meisterwerk und erreichte mich damals zur richtigen Zeit und wieder ist ein WALK THROUGH FIRE-Album mit dem Tod verbunden. Aber immer, wenn ein Album einen wichtigen Stellenplatz in unserem Leben eingenommen hat, ist es spannend zu sehen, ob der Nachfolger mitziehen kann. Und “Hope is misery” kann mitziehen… es übertrifft sogar den Vorgänger in Sachen Atmosphäre bei weitem.

“Hope is misery” ist ein Album, für das man sich 80 Minuten Zeit nehmen muss, denn einzelne Tracks wirken nicht wirklich, sondern es funktioniert nur als Ganzes.

Es ist nicht depressiv, sondern spiegelt vielmehr eine brutale Verzweiflung wider. Eine Verzweiflung, die so mächtig um sich schlägt, dass die Verzweifelten unter uns Erlösung erfahren, während sonnige Gemüter nicht ansatzweise verstehen werden, welche Emotionen unterhalb der Konsum- und Partygesellschaftsmentalität herrschen können, denn sowas findest du bei den privaten Fernsehstationen nicht.

Der Sound des Albums ist so brutal, der Bass von Andreas klingt 2 Meter tief, die Gitarren von Ufuk und Flegar haben ihren WALK THROUGH FIRE-charakteristischen dissonanten Klang behalten und der Ufuks Gesang klingt einfach nur wütend, brutal, hat eine Black Metal-Hardcorige Attitüde und setzt die Texte (die mitunter geniale Zeilen enthalten) perfekt in Szene. Irgendwie denke ich immer an die “Göttliche Komödie”, wenn ich das Album höre, aber die Texte sind weitaus realistischer, aber nicht minder pessimistisch und verzweifelt, was ich mit dem Willkommenschild am Hölleneingang verbinde: “Lasst, die ihr hier eintretet, alle Hoffnung fahren”.

Großartig ist auch das Drumming: in den Extrem-Sludgepassagen schlägt Juliusz die Nägel in den Sarg und in den schnelleren Passagen rollt er gemeinsam mit Andreas den roten Teppich für deine persönliche Apokalypse aus.

Es verwundert bei dieser unglaublich intensiven Vorstellung nicht, dass das Album live eingespielt wurde, denn beim ersten Hören habe ich mich sofort an das Konzert in Göttingen erinnert, bei dem man einige Stücke in der Rohfassung gespielt hatte… die Atmosphäre ist ganz genau die selbe, wie man sie damals bei dem Gig gespürt hat.

Die acht Songs beinhalten vier Instumentale-Songs: “Sustained in grief” (Sludge-Hammer!), “Grow stronger in isolation”, “Next to nothing” (extrem reduzierter Sound) und “Laid in Earth” (ein Klavierstück!) und manchmal dienen diese Songs den Bands um das Album zu strecken, aber hier sind sie den “normalen” Stücken mindestens ebenbürtig.

Die Songs zu beschreiben ist schlicht und einfach müßig, denn WALK THROUGH FIRE zelebrieren den Sludge/Doom beinahe in Perfektion, die Songs sind immer in Bewegung und die Monotonie ist ein legitimes Stilmittel dieser Musik, wird aber nie überreizt. Jeder Song hat das gewisse Etwas, eine besondere Charakteristik, einen besonderen Text, eine unglaubliche innewohnende Intensität, die man in dieser Art und Weise sonst nicht zu finden vermag. Hört euch nur mal “Another dream turned nightmare” an! OK, es ist der längste und nicht wirklich zugänglichste Song, aber er ist so kraftvoll und zerbrechlich, wie das Leben selbst.

In einem sperrigen Genre so schwerfällige und doch in Rahmen der Unerträglichkeit der Verzweiflung erträgliche Musik zu schreiben fällt eindeutig unter “Kunst”. Ich habe es schon öfter gesagt und ich sage es wieder: wenn du dich 80 Minuten lang diesem Album gewidmet hast, hast du eine Katharsis durchlebt; eine Reinigung, die den Schmutz von der Seele zwar nicht entfernen kann, aber dafür sorgt, dass es dir etwas besser geht, als vorher. (chris)

The last WLK THROUGH FIRE record “Furthest from heaven” was a little masterpiece und reached me at the right time in my life and once again a WALK THROUGH FIRE record is connected to death.

It′s exciting every time, when you love a special record and the follow up is coming… and “Hope is misery” is not only equal to “Furthest from heaven”, when it comes to atmosphere it′s even superior.

“Hope is misery” is a record that won′t really work out if you just listen to one or two tracks. You got to take your time for the whole experience. The record is not depressive, it′s desperate. A desperation that hits you so hard that the forlorn with us receive salvation and the people who are living only over the surface of consuming and partying will never understand what′s happening here.

The sound is so fucking brutal… the bass sounds six-feet-under, the guitars kept their characteristic dissonant vibes and the vocals are simply outraging and brutal in a Black Metal-Hardcore way and put the remarkable lyrics in the right spot. Somehow I have to think about “Dante′s Inferno” while listening to this record. The lyrics are more realistic but not less pessimistic and desperate. And that′s the reason I remember the sign at the gate to hell: “Abandon all hope, ye who enter here”.

I′ve got to mention the drumming: when the sound is extremely sludgy it drives the nails in the coffin and when it get a little “faster”, they roll out the red carpet for your personal apocalypse.

I′m not surprised when I read that the record was recorded live, because during the first listening I felt the same way, as I did when they played live in Göttingen where they played a few number in its raw versions. The atmosphere you feel when you listen to the record is the atmosphere you′ll feel, when you see them live on stage.

You′ll find four instrumentals on the record but while other bands use these intermissions to reach a certain lenght, these songs are equal to the songs with vocals.

It′s idle to try to characterize every single song, because what WALK THROUGH FIRE have created is a Sludge/Doom records next to perfection. The songs are flowing, monotony is a stylistic device but not used inordinately. Every song has the special something, may it be special character, special lyrics, an overwhemling intensity that you won′t find so often.

It′s simply art to have the gift of writing bearable music within the framework of unbearable despair. As I mentioned before in other cases: if you invest 80 minutes with this record, you′ll go through a catharsis; a cleaning that won′t remove the dirt from your soul but somehow makes you feel a little better. (chris)

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