SUNTERRA “Reborn” (Goth Metal)

Online seit 21.02.2017

SUNTERRA

“Reborn”
(Goth Metal)

Wertung: Gut

VÖ: 20.01.2017

Label: NRT Records

Webseite: Facebook / Homepage

10 Jahre nachdem die Wiener ihre Auflösung bekannt gaben, sind sie als Wiedergeborene mit einer 6 Track Mini CD wieder zurück. Vor langer Zeit hab ich ihre ersten drei Veröffentlichungen besprochen und allesamt noch in positiver Erinnerung. Evtl. lag es an einer etwas anderen Erwartungshaltung, aber es dauerte lange, bis ich mit dem aktuellen Sound der Band warm wurde.

Im Mittelpunkt des Werkes steht natürlich der seit frühen “Theatry of Tragedy” bekannte Wechselgesang zwischen bösen, maskulinen Growls und lieblichen Heavenly Voices. Musikalisch kommen straighter Metal und Industrial-Sequenzen hinzu. Die früher so prägnanten Flötentöne rücken in den Hintergrund. Leider hat man auf einen humanen Schlagzeuger verzichtet und den Drum Computer gefüttert, was der Musik ein Teil der Seele nimmt.

“Reign supreme” kommt ohne Umschweife zum Punkt, brachiale Rhythmik, verschmitzte Elektronik und zunächst lässt Carlos seine rauen Tieftöner in die Szenerie dringen. Die liebreizenden, weiblichen Vocals gehen zu Beginn ein wenig unter, können aber im weiteren Verlauf dem unterschiedlichen Duett den Stempel aufsetzen, besonders wenn die Stimme, wie im Refrain, etwas druckvoller zum Vorschein kommt. “shadow in the dark” ist wesentlich ruhiger gehalten und im Vergleich zu den anderen Songs fast schon minimalistisch instrumentiert. Bevor das Piano sanftmütig Sängerin Lilly unterstützt, gibt es seltsame Tonagen, welche ein wenig an aktuelle Neubauten Songs erinnern. Die Balance zwischen sperrigen Dissonanzen und grazilen Soundstrukturen ist hier sehr gelungen. Nach diesen eher leisen Tönen, legt man mit “Lord of Lies” wieder eine Schüppe drauf. Die Rhythmik ist ein wenig schleppend integriert. Dark Industrial meets Dark-Doom Metal. Insgesamt erklingt es sehr experimentell und voller Breaks, daher eher schwer zugänglich. Das folgende “This is W.A.R.” ist nicht weniger abwechslungsreich gestaltet. Elektro Dance, balladesker Piano Sound, krachige Sequenzen, straighte Saiten, markant bis liebliche Gesänge, Melodie, Sperrigkeit, Eingängigkeit- fast zuviel für einen Song.

Trotz auch hier vorhandener Schwere, kann mich das episch angehauchte “Ministry of Thoughts” am ehesten überzeugen, auch wenn manch eingestreutes Zwischenspiel etwas zuviel wirkt, begeistert die düstere Atmosphäre hier, trotz der eingeflochten Progrock Sequenz. “Shut up” zum Schluß klingt wie Oomph!, nach einer Komplettsezierung.

Fazit: Keine leicht zu konsumierende Kost, auch weil hier verschiedene Genre Grenzen gesprengt werden. Stimmlich kann man in beide Richtungen nichts aussetzen und als korrelatives Duett funktioniert es perfekt. (andreas)

_