REVIEW

SUICIDAL TENDENCIES „13“ (Punk / Hardcore)

SUICIDAL TENDENCIES

„13“
(Punk / Hardcore)

Wertung: gut

: 05.04.2013

Label: Suicidal Records

Webseite: www.suicidaltendencies.com

13…eine magische Zahl für alle Cycos. 13 Jahre nach dem letzten Album wird 2013 das 13. Werk mit 13 Songs veröffentlicht. Wenn das mal keine Glückszahl ist!

Hach, auch die SUICIDAL TENDENCIES sind eine meiner liebsten Bands, die mich musikalisch sozialisiert haben. Spätestens als 1990 „You can’t bring me down“ auf DT64 oder HR3 durch den Äther knallte, hat mich die Band gepackt und nie wieder losgelassen. Auch die stilistische Neuausrichtung oder auch Rückkehr zum Hardcore, Punk und Funk habe ich gerne akzeptiert, sorgte die Band doch immer für starke Musik.

Was bietet also das neue Album? Mike Muir und seine Maniacs machen im Grunde genau da weiter, wo sie mit „Free your soul and save my mind“ im Jahre 2000 aufgehört haben: Hardcore/Punk Suicidal-Style. Es geht weniger in die Endachtziger-Richtung, sondern führt den Weg der Band konsequent fort, was ich sehr sympathisch finde. Neben den typischen Krachern wie „Shake it out“ (in der Mike zugibt, dass er seine Fans so sehr vermisst hat, wie sie ihn), „Smash it“, „Cyco Style“, dem fetten „Slam City“, kreuzt man auch die „The Art of Rebellion“-Phase, was sich bei „God only knows who I am“ am Arrangement und Gesang zeigt. Dort singt Mike in der ungewohnten Stimmlage, die er damals auf dem Album benutzt hat und der Song erinnert mich etwas an „Asleep at the Wheel“. Da ich dem Album auch was abgewinnen konnte, geht das aber schon klar für mich. Die funkigen Parts sind definitiv vorhanden, treten aber nicht so in den Vordergrund, wie in den vergangenen Jahren und damit nähert man sich dem Livesound deutlich an. Mit „This ain’t no celebration“ hat man noch einen kleinen Trumpf im Ärmel, der ein nettes Gitarrenlead hat, was sicher auch die melodisch-orientierten Fans befriedigen wird.

Wer die Band mal in der letzten Zeit Live gesehen hat, kennt den mächtigen Drummer Eric Moore, der auf diesem Album einfach nur glänzt, Fills rausballert, bei denen man mit der Zunge schnalzen kann und zusammen mit Bassist Steve Brunner leuchtende Akzente setzt. Dazu kommen natürlich die Gitarrenschergen Mike Clark und Dean Pleasants, deren Riffs und Soli so ST sind, dass der Fan sich sofort wie zu Hause fühlt.

Die Produktion ist gut, wenngleich der Gitarrensound eine Nuance druckvoller hätte sein dürfen.

Alles in Allem darf ich sagen, dass SUICIDAL TENDENCIES ein starkes Album-Comeback geliefert haben, welches Fans durchaus befriedigt. Der Wiedererkennungswert eines Mike Muir ist gigantisch und wer ihn liebt, wird dieses Album aufsaugen. Allerdings fehlt mir strenggenommen der Übersong. Aber da ich hoffe, dass wir nicht wieder 13 Jahre warten müssen, sehe ich auch das nicht so eng und würde mich über eine ausgedehnte Deutschlandtour mächtig gewaltig freuen. Pledge your allegiance! (chris)