INFERNO REQUIEM “Gloomy Night Stories” (Black Metal)

Online seit 12.07.2017

INFERNO REQUIEM

“Gloomy Night Stories”
(Black Metal)

Wertung: Gut

VÖ: 22.05.2016

Label: GhostValley Records

Webseite: Homepage, Facebook, Bandcamp

Ich staunte nicht schlecht, als ich eine E-Mail bekam in der ich gefragt wurde, ob ich nicht ein Album einer taiwanesischen Black Metal Band besprechen möchte.
Taiwan? Black Metal? Klar!
Sonst wäre mir keine Black Metal Band aus Taiwan bekannt, also höre ich da natürlich rein und werde positiv überrascht.
INFERNO REQUIEM gab es von 1999-2011 und seit 2015 wieder.
Letztes Jahr wurde ihr 2007er Debütalbum 幽冥夜怪話 über GhostValley Records aus Taiwan auf 500 Einheiten limitiert in schönem Digipack und remastert, neu herausgebracht. Ein neues Cover gab es auch gleich dazu.
Fog ist die Band in Alleinform und macht hier alles, nur die Drums hat er von einem Gastmusiker einspielen lassen.
Nach einem netten Mailkontakt mit Herrn Nebel hatte ich dann Post aus Taiwan und er hat mir doch glatt die Neuauflage des Debüts und die aktuelle EP zukommen lassen, zusätzlich erhielt ich ein Poster von INFERNO REQUIEM. Da habe ich mich echt gefreut.
Also reingeschmissen und wegblasen lassen.
Bei den 11 Songs in einer knappen Stunde handelt es sich um räudigen Underground Black Metal, der schwer von Skandinavien beeinflusst ist.
Die Aufnahme ist recht gut gelungen, aber der Sound ist trotzdem sehr räudig ausgefallen. Bei den Gitarren hält es sich noch in Grenzen, sie sägen gewohnt und sind recht gut aufgenommen worden, das Schlagzeug jedoch ist recht muffig, rumpelig und trocken aufgenommen, klingt aber ziemlich gut und erinnert mich soundtechnisch an alte Sachen von Gorgoroth.
Ich bin mir nicht sicher ob alle Songs am Schlagzeug in einer Session eingedroschen wurden, denn teilweise unterscheidet sich der Sound von Song zu Song erheblich.
Mit am besten gefällt mir „Ghastly Vanishing Figure“, hier geht es nicht nur blitzschnell zur Sache, sondern das Tempo wird auch mal groovy oder langsam umgesetzt, was zwar bei den anderen Songs auch der Fall ist, aber dieser hier hat was Besonderes.
Der Gesang ist recht hintergründig gemischt, kommt aber dank der höhenlastigen Krächzerei gut zur Geltung.
Ich höre hier etliche Einflüsse von den großen Bands der zweiten Welle, vor allem Gorgoroth und Immortal scheinen es dem jungen Mann angetan zu haben.
Als ich mich erstmal an den recht krassen Sound gewöhnt hatte, sagte mir die Scheibe schwer zu und wer auf Underground Black Metal steht, wie er Anfang der ´90er eben gewesen ist, der sollte hier ein Ohr riskieren, da werden wenige enttäuscht werden, denke ich mir.
Als nächstes werde ich mir dann die aktuelle EP geben und ihr werdet hier dann wieder von taiwanesischem Black Metal lesen können. (hendrik)

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