TULUS
„Morbid Desires“
(Black Metal)
Wertung: Wirklich gut
VÖ: 27.03.2026
Label: Darkness Shall Rise Productions
Webseite: Facebook / Instagram / Spotify

1999 wurde ich durch den Song „Salme“ vom Album „Evil 1999“ auf TULUS durch eine Heft-CD aufmerksam. Es könnte eine CD aus dem Kultzine Ablaze gewesen sein, dass weiß ich aber nicht mehr genau. Jedenfalls haben mich der Sound, die akustische Gitarre und der cleane Gesang so gepackt, dass ich mir das Album direkt zugelegt habe. Auch wenn der Rest des Albums etwas zu sperrig für mich war, zu der Zeit, habe ich diesen Song immer wieder aufgelegt. Erst fast 25 jahre später, 2023, konnten mich TULUS mit ihrem letzten Album „Fandens Kall“ (Review hier) wieder richtig packen. Dazwischen habe ich eher Khold als TULUS gehört.
Letzten Freitag erschien dann mit „Morbid Desires“ der Nachfolger von „Fandens Kall“, Album Nummer 8.
Und was sehe ich da?
Der Opener des Albums ist „Salme II“, geil!
Er ist auch erkennbar an den Song aus 1999 angelehnt und hat mich direkt gepackt.
Aber genau wie bei „Evil 1999“ war der Rest des Albums erst schwer zugänglich für mich.
Im Gegensatz zu den zuletzt immer gezeichneten Cover, war mir das Cover von „Morbid Desires“ zu klinisch, auch wenn mir das Motiv grundsätzlich gefällt.
Dann war ich sehr gespannt auf „Salme II“ und wurde nicht enttäuscht. Der Sound ist den aktuellen Standards entsprechend natürlich viel moderner ausgefallen. Der schöne cleane Gesang, wurde zum Glück wieder aufgegriffen. Der Track hat mich direkt überzeugt. Im Schlusspart ab ca. Minute 4 klingt alles sehr geil. Das Schlagzeug, die Gitarren, alles.
Beim folgenden „Skabb“ hatte ich dann das Gefühl, dass die Gitarren wesentlich mehr Verzerrung und Räudigkeit vertragen könnten, aber das ist natürlich Geschmackssache.
Das zwischenzeitlich eingesetzte Klavier setzt schöne Akzente. Auch wenn ich nicht gepackt war, mag ich den Track. „Tulus“ folgt als Track 3 und war dann schon mehr meins, schöne Melodien und er geht mir besser ins Ohr.
Mit „Hedengangen“ als Track 6 kommt dann mein Favorit neben „Salme II“. Im eher rockigen Genre, wird hier ordentlich Druck aufgebaut, der mich zwischendurch tatsächlich an Motörhead denken lässt, auch wenn ich wiederrum mehr Verzerrung bevorzugen würde. Allerdings könnte es auch sein, dass dadurch in einigen Riffs auf dieser Scheibe, etwas Melodisches verloren gehen würde.
Das folgende „Fossegrimens Vakt“ startet mit schönen akustischen Gitarren.
Beim letzten Track, „Sabbat“, mit achteinhalb Minuten der längste, kommt sogar eine Mundharmonika zum Einsatz und ein Percussioninstrument, was wie eine Cowbell aus Holz klingt. Im ersten Moment habe ich doch tatsächlich gedacht, dass es wie ein Click klingt!
Ich habe wirklich einige Durchgänge gebraucht, um in „Morbid Desires“ hereinzufinden. Das ist bei mir meistens eher ein positives Zeichen für die Halbwertzeit eines Albums.
Auf jeden Fall freue ich mich riesig auf ihren Auftritt auf dem Party.San dieses Jahr und hoffe, dass sowohl „Salme“, als auch „Salme II“ und „Hedengangen“ live gespielt werden. Endlich kann ich die Truppe mal auf einer Bühne sehen.
(hendrik)

