REVIEW

AMON AMARTH „The Allfather Awakens“ (Melodic Death/Viking Metal)

AMON AMARTH

„The Allfather Awakens“
(Melodic Death/Viking Metal)

Wertung: Gut+

VÖ: 02.10.2026

Label: Metal Blade Records

Webseite: Homepage / Facebook

Die Schweden AMON AMARTH braucht man in der Metalszene wohl nicht mehr vorstellen, markiert „The Allfather Awakens“ doch das bereits 13. Album in der erfolgreichen Karriere der Band. Mit jedem neuen Album stellen sich bei den Fans bereits bei Ankündigung zahlreiche Fragen. Können AMON AMARTH den Vorgänger (oder wahlweise das eigene Lieblingsalbum) toppen? Gibt es dasselbe wie immer? Wird viel experimentiert? Wenn ja, ist das gut oder schlecht? Wird Jemand, der die Band nicht mag, jetzt doch Fan? Und wann spielen die eigentlich mal wieder live?

Wie mittlerweile üblich, kann man sich anhand der zahlreichen Vorabsingles bereits ein sehr gutes Bild über ein neues Album verschaffen. Neben den Bangern „We rule the waves“ und „Gjallarhorn“, die quasi gewohnte Klänge aus dem AMON AMARTH Lager gebracht haben, konnte man auch bereits die erste Akustik-Nummer der Band überhaupt, „Upphaf“, kennenlernen. Dazu das im Video mit Western-Motto versehene „Eight Legs of Thunder“. Wen diese Songs eingefangen haben, der hat zwar die für mich drei besten Stücke des Albums bereits gehört, aber der Rest des Albums liegt knapp dahinter. Wer mitgezählt hat, vier Singles, aber nur drei gefallen mir? Stimmt, der Akustik-Song war vorab so gar nicht mein Fall, so besonders er für die Schweden auch sein mag. Im gesamten Kontext des Albums funktioniert er besser, ist aber zu lang für meinen Geschmack. Und wie erwähnt, der Rest des Albums ist gut, aber bietet in meinen Ohren keine Highlights mehr. Inhaltlich ist „The Allfather Awakens“ kein Konzeptalbum, sondern eine Sammlung epischer, historisch inspirierter Geschichten über Konflikte, Opferbereitschaft und den Einsatz für ein höheres Ziel.

Um auf die Fragen vom Anfang zurückzukommen… Nach 13 Alben erwarten die Fans was Geiles, nicht zu viel Veränderung, aber eigentlich doch. Die Band soll ja nicht ihre Wurzeln leugnen und sich trotzdem weiter entwickeln. Da man es nicht jedem recht machen kann, machen AMON AMARTH ihr Ding einfach weiter. Sie schreiben gute bis sehr gute Songs in dem Genre, wo sich sich wohl fühlen. Sie bringen ein bisschen was Neues mit unter, experimentieren leicht und machen dann das, was sie sonst noch gerne tun: auf Tour gehen (z.B. ab Oktober 2026). Und da werden wir sie feiern, egal welchen und wie viele Songs man vom neuen Album gut findet. Die Band hat Unmengen an geilen Stücken geschrieben, hat viele sehr gute Alben rausgebracht und auf jedem gab es Tracks, die haben einem besser oder nicht so gut gefallen. So auch hier. Ich finde das Album im Vergleich zur restlichen Diskografie gut, im Vergleich zu anderen Veröffentlichungen dieses Jahr sogar sehr gut. AMON AMRTH enttäuschen nicht, überraschen aber auch nicht sonderlich, bringen dafür aber wieder wirklich hörenswertes Album. (eller)