Party.San 2016 :: 20 Jahre das beste Extremfestival der Welt!

Online seit 20.11.2016

 

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Zum 20. Mal findet das PARTY.SAN statt, zum 6. Mal in Schlotheim.
Neuerungen dieses Jahr war die „War Anthem Label Night“ am Donnerstag auf der Zeltbühne, die ja sonst nur Freitag und Samstag bespielt wurde. Die Zeltbühne ist für einige Besucher die Hauptattraktion des Festivals, weil sie hier richtigen Underground geboten bekommen. Dieses Jahr war auch für mich die Zeltbühne erstmals interessanter als die Hauptbühne, die natürlich großes zu bieten hatte, aber die Bands der Zeltbühne sind wesentlich kleiner und dadurch natürlich schwerer zu sehen. Auch das „Seven Lords“ war neu. Ein kleines Zelt in dem man Whisky trinken konnte. Der erste eigene Whisky des PARTY.SAN (Foto siehe Bildergalerie) war leider schon völlig vergriffen, so konnte ich nicht in den Genuss eines Glases kommen.
Ein kleines Highlight dieses Jahr war die Umbaumusik auf der Hauptbühne. Alle 3 Tage zwischen allen Bands, Motörhead!

Donnerstag:

Der Einstieg ins Festival wurde mit einer der wichtigsten Bands für mich begangen. I I (ausgeschrieben INFERNAL INVOCATION) aus Leipzig haben in ihren 6 Jahren zwar erst eine EP vorgelegt, die haut mich dafür aber so richtig um. Eine räudige Mischung aus Black und Death leitet wunderbar ins Festival ein. Schmink- und „Bühnenschmuck“-Stil gefallen mir gut. Die frühe Uhrzeit stört da wenig. Die Band hat mich definitiv begeistert. Nach dem Gig erstmal direkt zum Merchstand und Shirt und Patch gesichert. Die Jungs werde ich auf jeden Fall im Auge behalten!

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MÖRK GRYNING springen für Gates Of Ishtar ein, auf die ich mich richtig gefreut hatte, aber es sollte eben nicht sein. Und für eine Band die grad erst aus 11-jährigem Schlaf erwacht ist, haben die Jungs ganz ordentlich auf die Pauke gehauen. Als Leckerlie für alle Fans der ersten Stunde, gab es auf dem Party.San erstmalig ihr Debüt aus dem Jahre 1995 als Vinyl zu erwerben, von denen die Band auch direkt welche von der Bühne aus verteilt.

Setlist: Dagon, Journey, Tusen År Har Gått, The Final Battle, Templars, Ont Blod, World Of The Dragon, Mörkrets Gryning

ERED´s “Night Of Eternal Doom” von 2015 hat mich begeistert (Review hier). Hier und jetzt war dann meine erste Chance auf einen Livegig der Jungs. Und ich bin nicht enttäuscht worden. Das Zelt war die bessere Location für die Jungs, so kam das Licht um diese Uhrzeit besser zur Geltung. Nach dem Intro kamen dann nur Songs der aktuellen Scheibe. Die Jungs hatten Bock und das Publikums hat es dankend angenommen. Die erste Band der Hauptbühne hatte bei mir schon abgeräumt, somit auch die erste der Zeltbühne. Echt guter Start dieses Jahr!

Setlist: Intro, Night Of Eternal Doom, Ancient Abominations, Ripped From The Abyss, Storms, Eternal Wisdom

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GRUESOME war für Raphael die erste Band, die er sich dieses Jahr anschauen wollte und es war definitiv ein guter Einstieg. Old School Death Metal im Stil von Death und als Tribute an das Schaffenswerk Chuck Schuldiners funktioniert. Die „Supergroup“ besteht aus Mitgliedern von Exhumed, Possessed und noch gefühlt 4000 Nebenprojekten. Live kamen die Songs des Albums und der kürzlich veröffentlichten EP „Dimensions Of Horror“ gut rüber. Leider war der Sound etwas matschig, aber das war aufgrund der Windverhältnisse wahrscheinlich nicht zu ändern.

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Den meisten sollte klar gewesen sein, dass es sich bei GRAVEYARD nicht um die schwedischen Retrorocker handelte. Der spanische Death Metal kommt gut an und das Zelt ist recht gut gefüllt.

Es gibt Bands, die man feiert oder einfach schlecht findet. TRIBULATION gehören wohl zu dieser Kategorie. Ich habe noch von niemanden eine Meinung zwischen den beiden Extremen gehört. Der Opener der aktuellen „The Children Of The Night“ gefällt mir, der Rest eher nicht. Damit wurde der Gig auch eingeleitet. Vom Fotograben aus war der Song sehr gut, fotografieren dagegen war gar nicht so einfach. Auf der Bühne ist bei den Schweden Bewegung angesagt. Besonders Gitarrist Jonathan Hultén, den ich aufgrund seiner anmutigenden Bewegungen erst für eine Frau hielt, war schlimmer als das Duracell Häschen. Das machte dafür einiges her. Die Band wurde ordentlich gefeiert. Wer zu der anderen Sorte von Hörern gehörte, hat sich wohl verpieselt!

Setlist: Strange Gateways Beckon, Melancholia, Winds, Rånda, Ultra Silvam, The Motherhood Of God

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Auch LIK gehörten zu den Bands, die ich unbedingt sehen musste. Ihre Mischung aus altem Death irgendwo zwischen Dismember und At The Gates auf ihrem Debüt hat mich begeistert. Und auch live zeigten die Jungs wo der Hammer hängt. Das Publikum hat ausgiebig den Kopf geschüttelt und applaudiert. Das Zelt war wirklich gut gefüllt und auch die hinteren Reihen schienen angetan zu sein. Für mich einer der Auftritte, die mich am meisten gepackt haben. Seitdem läuft die Scheibe noch öfter, als vorher schon. Beide Daumen hoch.

Setlist: Necromancer, Behold The Beheaded, Serum 141, Le Morte Homme, Ghoul, Death Orgasmic, Sickening, Endless Oceans Of Blood, Skin Necrosis

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Okkult geht es auf der Hauptbühne weiter. NECROS CHRISTOS aus Berlin zocken in der beginnenden Dämmerung. Ihr Death Metal produziert viel Druck und eine ordentliche Wand. Packt mich jetzt nicht so, aber das Publikum ist recht angetan und die Truppe bekommt ordentlich Applaus.

BOMBS OF HADES aus Schweden gibt es schon recht lang, gehört hatte ich von ihnen noch nichts. Aber jemand Bekanntes war auf der Bühne. Jonas Stålhammar, der zwischenzeitlich bei The Crown am Mikro war, spielt hier zusätzlich Gitarre. Der Death Metal der Schweden der mit Crust versetzt wird, trifft meine Nerven nicht wirklich. Das Zelt ist aber gut gefüllt und die Haare fliegen ordentlich.

Als nächstes standen ARCTURUS für die Hauptbühne an. Die Band hat mich immer fasziniert, auch wenn ihre Musik immer schwierig für mich war. Aber ICS Vortex am Mikro, Hellhammer an den Drums und Ulver´s Basser Skoll wollte ich mir nicht entgehen lassen. Der Avantgarde Progressive Metal ging live deutlich besser rein als auf Platte und auf der Bühne hatten sie optisch auch was zu bieten. Hellhammer hämmerte wirklich wie die Hölle, seine Base nahm mir im Fotograben echt die Luft. Der Gig hat mich fasziniert und endlich habe ich sie mal gesehen, aber strange bleibt das Ganze für mich immer noch.

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Die Sachsen von PURGATORY beschließen die Label-Nacht im Zelt. Die Bude ist voll und die Fans werden definitiv bedient. Man durfte ja auch schon mal als Headliner auf dieser Bühne zocken. Nächstes Mal ist dann wohl die Hauptbühne drin, aber evtl. möchte die Band ja lieber „klein“ spielen. Hat dem Auftritt auf jeden Fall keinen Abbruch getan.

MGŁA sind ja grad mächtig angesagt, trotzdem wunderten wir uns über ihre Position auf der Hauptbühne. Bis wir in einem Interview lasen, dass es zum Vertrag mit den Polen gehört, dass sie nur im Dunkeln spielen, egal wie groß das Festival ist. Ok, das geklärt. Die Dunkelheit war aber auch sehr passend für den Gig. Ohne die Lichtshow wäre der fast bewegungslose Gig ohne jegliche Ansagen wohl recht öde geworden. Wenn die Musik viele auch begeistert hat, aber im Hellen? Die Jungs wissen schon warum es im Vertrag steht. Wie man jetzt zu der Band steht die auch auf  einem rechten Label was herausgebracht hat, muss jeder für sich selbst klären. Die Atmosphäre des Gigs hat mich auf jeden Fall begeistert!

Setlist: Further Down The Nest I,Exercises In Futility I, Mdłości II, With Hearts Toward None I, Exercises In Futility II, With Hearts Toward None VII, Exercises In Futility VI

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Nach dem (meiner Meinung nach) unglaublich schwachen „Inked In Blood“ sind OBITUARY zurück auf dem Party.San. Ich habe die ersten 3 Releases der Band immer mega abgefeiert und fand auch jeden Auftritt stark. Dieses Jahr überzeugen OBITUARY auch wieder auf ganzer Linie. Der Sound ist perfekt, die Songauswahl auch. Live funktionieren die neueren Songs, die ich auf LP nie höre, auch sehr gut. Die Band macht ja im Grunde seit mehr als 20 Jahren alles richtig, nur irgendwie gefallen mir die älteren Stücke besser. Ich bin gespannt auf ihr neues Album das im Herbst erscheinen soll. Bis dahin läuft „Cause Of Death“ noch einige Male auf dem Plattenteller.

Setlist: Redneck Stomp, Centuries Of Lies, Visions In My Head, Intoxicated, Bloodsoaked, Dying, Find The Arise, ‘Til Death, Don’t Care, Chopped In Half, Turned Inside Out, Slowly We Rot

Der erste Tag des diesjährigen Festivals sollte mit PARADISE LOST einen würdigen Abschluss finden. Von einigen Besuchern wegen ihrer Ausflüge in den ´00ern abgelehnt, von anderen als Kultband freudig erwartet hatte die Band nicht nur Freunde auf dem Gelände.
Ich war sehr gespannt, was sie auf einem Festival wie dem Party.San für eine Songsauswahl zum Besten geben würden. Und ich war positiv überrascht. Das aktuelle „The Plague Within” war am stärksten vertreten, aber nur mit 3 Songs. 2 Tracks der Überscheibe “Draconian Times” und je 2 von “Gothic” und “Shades Of God”. Die Jahre von ´99 bis ´05, in denen man andere Musik machen wollte wurden komplett auasgeblendet. Nick Holmes war gut aufgelegt und machte kräftig Scherzchen! Heute hat er mir gut gefallen, ansonsten ist PL live im Gesangsbereich immer so eine Geschichte! Aber an diesem Tag passte alles für mich. Zum Abschluss kam dann „Say Just Words“ als Zugabe, aber „True Belief“ blieb leider aus. Trotzdem hat mich der Auftritt gepackt. Die Spielfreude war den Jungs anzusehen, was ich auch schon mal anders erlebt habe. Meiner Meinung nach ein würdiger Headliner. Pech für die Leute, die den Weg zum Zelt von im Vorfeld oder zu früh angetreten haben. Mehr Publikum hatte ich schon erwartet.

Setlist: No Hope In Sight, Pity The Sadness, As I Die, Hallowed Land, Rapture, Flesh From Bone, Eternal, Beneath Broken Earth, The Enemy, The Last Time, Embers Fire, Say Just Words

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Freitag:

Arschgesicht wäre heute wohl die falsche Bezeichnung für den Sänger von SPASM gewesen. Pimmelgesicht hätte es da eher getroffen. Die Dildomaske war dann aber doch ein bisschen viel für mich. Der stumpfe Porngrind war dann auch nicht so ganz mein Ding und ich legte meine Hoffnung auf den nächsten Tag.

ISVIND gehört zur zweiten Welle des skandinavischen Black Metals. Ein Jahr nach dem Debüt in 1996 hat man sich aufgelöst aber 2002 wieder zusammengefunden. Letztes Jahr erschien mit „Gud“ eine starke Scheibe, wegen der ich mich auf diesen Auftritt gefreut habe.
Sänger Goblin macht seine kleine Erscheinung mit seiner Stimme wieder wett und auch Nieten, Nägel und Corpsepaint finden ihren berechtigten Einsatz. Und meine Vorfreude wurde nicht enttäuscht. Guter Black Metal versüßt mit die Mittagsstunde. Die schnuckelige Pummelfee in der ersten Reihe (Foto siehe Bildergallerie) bekommt sogar einen Song gewidmet.

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Die russischen KATALEPSY gaben wir uns zur um etwas Abwechslung ins Spiel zu bringen. Wirklich packen konnte uns der technische brutale Death Metal aber nicht wirklich. Big End Bolt, bei denen Sänger und Bassist auch aktiv sind, wären da schon sehr viel mehr mein Ding gewesen. Aber das Publikum nahm die Walze aus Moskau dankend an.

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Eine Bank im thrashigen Schwarzmetall sind GOATWHORE. Die Ziegenhure beweist, dass man auch am frühen Nachmittag schon ordentlich Arsch treten kann. Trotz des Windes ist der Sound recht stabil und so konnte man einige fliegende Matten kreisen sehen.

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WOLFBRIGADE sah ich leider nur am Rande, da ich zu dem Zeitpunkt etwas übersättigt an Geballer war. Doch dass was ich vom Presse Camp aus hören durfte gefiel mir sehr gut. Interessanter Crust/Grind, der Lust auf mehr machte. Wenn ich nochmal die Chance habe, die Band live sehen zu dürfen, werde ich diese definitiv nutzen.

OBSCURA kündigen sich mit den Worten „Wir sind das Kontrastprogramm“ an. Zu dem Zeitpunkt musste ich dabei leider nur etwas müde lächeln. Ich muss gestehen ich hab OBSCURA vorher öfter mal angehört, aber der Funke ist leider nie übergesprungen. Live gefällt es mir hingegen sehr gut. Als großer Necrophagist Fan, komme ich hier voll auf meine Kosten. Verfrickelt, Brutal, Geil. Die Band wird in Zukunft öfter auch mal auf dem Plattenteller liegen. Danke OBSCURA.

CRYPTIC BROOD, die Jungs, welche direkt neben uns zelten zelebrieren heute, als erste im Zelt, eine Mischung aus Death und Doom. Wie auch schon gestern, ist das Zelt eigentlich den ganzen Tag recht gut gefüllt, selbst bei den kleinen Bands. Die sympathischen Wolfsburger, legen trotz vorher öfter angedeuteter Aufregung eine gute Show hin. Und das Publikum  dankt es mit Applaus auch wenn die meisten Songs, weil noch nicht veröffentlicht, unbekannt ist. Der dreistimmige Gesang sticht besonders hervor.

Die Schweizer von BÖLZER werden ja seit längerem recht gut abgefeiert. Musikalisch kann ich persönlich eher wenig mit ihnen anfangen, aber der Auftritt packt mich. Auch wenn die beiden alleine auf der Bühne sind wirken sie nicht verloren sondern präsentieren sich gut. Soundtechnisch bilde ich mir ein, dass man hören kann, dass hier nur eine Gitarre lärmt, aber auffällig ist das Ganze nicht so sehr. Das Licht spielt gut mit und so kann man wohl von einem gelungenen Auftritt sprechen. Vor der Bühne war es auf jeden Fall gut gefüllt.

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VIDARGÄNGR huldigen als 2. Band des Tages auf der Zeltbühne dem alten Black Metal. Ihr aktuelles Album hat mir nicht so sehr gefallen, aber live hauen die Jungs ordentlich was weg. War ein ganz schön kalter früher Sommerabend!

Nachdem ANGELCORPSE sich erst letztes Jahr für Livegigs wieder zusammengetan haben, gibt es dieses Jahr auf dem Party.San eine exclusive Deutschlandshow. Ihr sehr schwarzer Death Metal im Highspeedbereich ist zwar interessant, reißt uns aber nicht vor die Bühne!

Vor einiger Zeit schaute ich im Internet nach neuer Musik und wurde schnell fündig. IMPLOREs Debüt Album hat mich direkt mehr als überzeugt. Grindcore wird ja teilweise recht schnell öde, aber was die Jungs auf Ihrem Erstling abliefern ist wirklich erste Sahne. Ein Konzert in Bremen Anfang des Jahres wurde leider abgesagt, deswegen freute ich mich umso mehr auf den Party.San-Gig und ich wurde nicht enttäuscht. IMPLORE hatten einen wahnsinnig fetten Sound und die drei Musiker hatten richtig Bock. Gute Songs, gute Stimmung, geil. In den nächsten Jahren gerne mal auf der großen Bühne. Danke IMPLORE.

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Auf der Hauptbühne folgte dann australischer Black/Thrash. DESTRÖYER 666 waren als nächstes an der Reihe. Eine Playlist die hauptsächlich vom aktuellen, überall abgefeierten Output „Wildfire“ geprägt ist, hat aber auch ältere Songs in petto. Am meisten freue ich mich aber über eine wirklich gelungene Version von Motörhead´s Iron Fist. Viele Nieten und Ketten und viel Leder und Feuer flankieren die Jungs, sodass es einiges hermacht. Gelungen!

Eine weitere Band auf die ich mich sehr gefreut habe waren DÉCEMBRE NOIR. Die Erfurter DeathDoomer haben mich mit ihrem ersten (Review hier) und zweiten Album (Review hier) ziemlich beeindruckt und der Gig auf dem diesjährigen Party.San sollte am Veröffentlichungstag des zweiten Albums stattfinden. Und um es vorweg zu nehmen, ich habe dieses Jahr das Zelt nie gefüllter gesehen als bei DÉCEMBRE NOIR. Selbst zum Ende hin wurde es immer nur noch voller! Die halbe Stunde Spielzeit ließ die Jungs leider nur 4 Songs spielen, die natürlich von „Forsaken Earth“ kamen. Die Jungs wurden nach jedem Song wie Helden gefeiert und waren selber recht geplättet über dieses Feedback. Darauf werde ich sie in meinem Interview nochmal ansprechen müssen (Interview hier). Auch wenn ich sonst nicht so auf Doom stehe, sind/waren DÉCEMBRE NOIR ziemlich gut und der Auftritt einer der besten des Festivals.

Setlist: In This Greenhouse Of Loneliness And Clouds, Small. Town. Depression., Forsaken Earth, Distant And Ureachable

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EQUILIBRIUM ist eines der Überbleibsel aus der Zeit in der ich jede Folk/Viking/Irgendwas Band gehört hab, bis der Plattenteller rauchte. Die alten Alben gehörten früher zu meinen Lieblingswerken, doch in den letzten Jahren hatte ich diese Musikrichtung aus den Augen verloren. Kurz vor dem Party.San hörte ich mir das neue Album der Band an und meine Vorfreude auf ihren Auftritt stieg. Doch live wollte der Funke einfach nicht überspringen. Der Sound war gut und auch die Musiker und der Sänger machten ihre Sache gut, doch ich glaube dass dieser ganze Bombast/Viking/Folk/Methorn/Schottenrock Metal für mich einfach total ausgelutscht ist. Alle Fans hatten bestimmt eine super Zeit, für mich war es leider einfach nur belanglos.

Auch BODYFARM gehörte zu den Bands, welche ich sehen MUSSTE. Auf Scheibe finde ich die Holländer ziemlich überzeugend, mit ihrem wuchtigen Death Metal. Tagesheadliner im Zelt war aber eine Überraschung für mich. Naja, soll wohl seinen Grund haben. Leider konnten die Jungs aus der Ecke von Utrecht mich live irgendwie nicht so sehr packen wie auf Scheibe. Vielleicht war es auch einfach nicht der richtige Moment für mich.

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Dying Fetus haben in den letzten Jahren etliche Touren gespielt und finden ihren Weg auch zum wiederholten Male aufs Party.San. Die Mischung aus Grind und extrem groovigen Death Metal macht die Amis auch zu einer immer wieder gern gesehenen Live Band. Los geht´s auch gleich mit zwei ultraharten Nackenbrechern „Schematics“ und „One Shot, One Kill“. Was für ein Auftakt. Im Laufe des Auftritts machen sich jedoch kleinere Soundprobleme bemerkbar, die übel aufstoßen. Die Bassdrum ist viel zu laut. Die Becken des Schlagzeugs kann man kaum identifizieren und die Gitarren sind nicht ausdifferenziert genug. Trotz dieser Makel überzeugen die Tracks in Hülle und Fülle. Auffällig ist das sehr helle Bühnenlicht, was uns Fotografen im Fotograben das Leben erleichtert. Mit dem abschließenden „Killing On Adrenaline“ ist nach 10 Songs Schluss.

Setlist: Schematics, One Shot, One Kill, Your Treachery Will Die With You, Grotesque Impalement, From Womb To Waste, Induce Terror, Subjected To A Beating, In The Trenches, Praise The Lord (Opium Of The Masses), Killing On Adrenaline

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Exodus hatten dieses Jahr den Co-Headliner Status inne. Mit 45 Minuten ist das natürlich für eine Band, deren Songs selten kürzer als 5 oder 6 Minuten lang sind, ziemlich wenig. Hinzu kam auch noch, dass es kleinere Soundprobleme gab, sodass diese Zeit noch kürzer wurde. Umso erstaunlicher, dass die Band dann auch noch mit „The Ballad of Leonard And Charles“ startete. Leider zogen sich die Soundprobleme auch durch das Set hindurch. Insgesamt ist der Sound wenig ausdifferenziert, die Soli können sich nicht so entfalten und auch der Gesang ist die ganze Zeit über deutlich zu leise. Schade, denn mit „Blood in, blood out“, „Body Harvest“, „Blacklist“ und „Bonded By Blood“ waren 4 der dann nur 7 gespielten Songs echte Brecher. Insgesamt trüben die Soundprobleme und die kurze Spielzeit den Auftritt sehr, war ich doch so gespannt auf Exodus, die wieder mal ohne Gary Holt (Slayer lässt grüßen) am Start waren.

Setlist: The Ballad Of Leonard And Charles, Blood In, Blood Out, And Then There Were None, Body Harvest, Blacklist, Bonded By Blood, Strike Of The Beast

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Zu CARCASS muss man eigentlich nie viel sagen. In meiner Death Metal Phase vor einigen Jahren liefen sie rauf und runter. 2008 sah ich sie auf dem Wacken im Rahmen ihrer Reunion und es wirkte so als wären sie nie weg gewesen. Danach habe ich sie etwas aus den Augen verloren. Auf dem diesjährigen Party.San ging ich auch mit wenig Motivation und muss mich dafür bei der Band entschuldigen. Ich habe selten eine Band gesehen, die schon so lange im Geschäft ist, die eine derartige geile Show raushaut. Der gute Sound untermalte das großartige musikalische Können der Musiker ungemein. Die Songauswahl kam aus der ganzen Schaffensphase und zeigte auch nochmal, dass der Hype nicht umsonst ist und nie gewesen ist. Der komplette Auftritt war souverän, abwechslungsreich und einfach nur geil. Für mich eine der TOP 3 Bands des Festivals und sie laufen seitdem in Dauerschleife. Die Meister sind zurück…

Setlist: 1985, Unfit For Human Consumption, Buried Dreams, Heartwork, This Mortal Coil, Incarnated Solvent Abuse, Corporal Jigsore Quandary, Reek Of Putrefaction, Exhume To Consume

Samstag:

Samstagmorgen, 10 Uhr, Zelt. Bedeutet 2 Stunden Musik der seichteren Gangart für gute Laune. Wo letztes Jahr Bluegrass aus dem Zelt tönte wurde dieses Jahr mit ASOMVEL eine Band geholt, die als Huldigung nicht nur wie Motörhead aussieht, sondern auch so klingt. Das dürfte den Engländern jetzt wohl so einige Gigs bescheren, denke ich. Die morgendliche 2 Stunden waren damit aber auf jeden Fall gut abgedeckt. Ich hatte das Gefühl, als wenn ich Zeuge eines sehr frühen Motörheadauftritts wäre und das machte mir teilweise wirklich eine Gänsehaut.

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RECTAL SMEGMA machten dann unser Grindcorefrühstück. Die Holländer ballerten und röhrten durch ihre Grindpalette. Auf dem Party.San gehört es für mich dazu, im Wohnzimmer finden nur wenige solcher Bands in meinen Player. Aber vor Bühne ist es immer sehr gut gefüllt, wenn Grind auf dem Frühstücksbrett präsentiert wird und allein die Show VOR der Bühne lohnt den Weg zu selbiger. Spaß macht es allemal und Durst kriegt man dann immer. Komisch!

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Dann folgt moderner Thrash von IRON REAGAN. Keine 10 Minuten und ein gute Menge rennt ordentlich im Kreis. Die Leute rasten bei der Ansage des Cannibal Corpse Covers „A Skull Full Of Maggots“ aus und ich freue mich, dass das 10-sekündige „Your Kid´s An Asshole“ gleich zweimal gezockt wird. So macht bangen Spaß!

Black Metal hat in der prallen Sonne zwar von seiner dunklen Seite nicht so viel zu geben, SVARTTJERN machen ihren Job aber trotzdem ziemlich gut. Blut, Nägel und Nieten begleiten den Osloer Krach sehr gut und das Publikum „genießt“ das Böse in der Sonne! Nächstes Mal bitte im Dunkeln, wenn möglich!

Der Hype um SULPHUR AEON verschlang mich von Anfang an. Als großer Cthulhu-Mythos und HP Lovecraft Fan freue ich mich immer wieder, wenn Bands über seine Geschichten singen/schreien etc., [siehe auch The Great Old Ones (ANSPIELTIPP!!!)]. Das erste Album lief bei mir relativ häufig und groß war die Enttäuschung als wir an der 2013er Edition des Party.San nicht teilnehmen konnten, da sie dort auf der Zeltbühne ein Wahnsinnskonzert gespielt haben. Dann kam das zweite Album und mir war klar, dass der Hype nicht verfliegen würde. Für mich mit Abstand eines der besten Death Metal Alben der letzten 15 Jahre. Und auch live konnten sie mich komplett überzeugen. Der Sound war leider etwas matschig, sodass man die großartigen Gitarrenriffs nicht immer heraushören konnte. Doch das tat der Stimmung keinen Abbruch. In den nächsten Jahren kann die Band auch gerne mal im Dunkeln und noch etwas länger spielen. Danke, Cthulhu wäre stolz gewesen. Ph’nglui mglw’nafh Cthulhu R’lyeh wgah’nagl fhtagn.

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Wer zwischen zwei Death Metal Bands mal eine ordentliche Portion Thrash um die Ohren geballert haben muss ist bei den Griechen SUICIDAL ANGELS genau richtig. Die 2001 gegründete Band hat mit „Division of Blood“ in diesem Jahr ihren fünften Longplayer veröffentlicht. Gleich zu Beginn brettern die Jungs auch mit „Capital Of War“ und „Division Of Blood“ von eben jenem Album gehörig los. Das überaus junge Publikum lässt die Matten kreisen, zettelt Circle Pits an und hat sichtlich Spaß. SUICIDAL ANGELS wissen aber auch bei den älteren Zuschauern zu überzeugen. Die überaus tighte Vorstellung findet mit dem Kracher „Bleeding Holocaust“ ein kurzweiliges Ende. Das jahrelange Touren hat den Jungs deutlich gutgetan. Die Auftritte sind sehr routiniert aber dadurch nicht langweilig.

Setlist: Capital Of War, Division Of Blood, Image Of The Serpent, Seed Of Evil, Moshing Crew, Apokathilosis, Bloodbath, Bleeding Holocaust

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Tief sitzt die Trauer um Bolt Thrower Drummer Martin bei den Bandmitgliedern und der darauffolgende Split bei den Fans. Doch trotzdem lässt es sich Sänger Karl Willets nicht nehmen mit alten Freunden aus den Bands Benediction, Sacrilege etc. ein neues Projekt zu starten, MEMORIAM. Die Vorabsingle hab ich als 7” bereits vorher hören dürfen und wurde als „solide“ empfunden. Umso größer war die Spannung wie es live rüberkommen wird. MEMORIAM enttäuschten mich auf jeden Fall nicht. Durchaus solider Old School Death Metal mit einem Hauch Thrash. Die Spielzeit am Nachmittag nahm leider etwas der Stimmung, aber Karl Willets machte dies durch Sympathie wieder wett. Aufgeschlossen und mit unheimlicher Spielfreude tätigte er alle Ansagen und bedankte sich oft bei den Fans. Auch Backstage war er um kein Gespräch verlegen und zeigte den Fans wie sehr er sich über das positive Feedback von allen Seiten freute. Die Vorfreude auf das bei Nuclear Blast im nächsten Jahr erscheinende Album darf groß sein…

Setlist: Memoriam, War Rages On, Surrounded By Death, The Captive, Resistance, Drone Strike, Spearhead, Powder Burns, Flatline

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Und wieder eine Band im Zelt, die ich unbedingt sehen wollte, MOSAIC. Die Band aus Thüringen hat mich mit ihrer EP „Old Man´s Wyntar“ voll überzeugt. Das wollte ich mir unbedingt live ansehen. Die liebevoll gestaltete Bühne machte da schon mal einiges her und auch Gestaltung der Mikrofonständer war mit Bedacht gewählt und trug zur Stimmung bei. Das Tageslicht störte ein wenig, im Zelt machte das aber nicht so viel. Die absolut massive Atmosphäre konnte fast komplett live wiedergegeben werden und so war der Auftritt ein Erlebnis in nicht nur musikalischer Hinsicht. Ich bin recht geplättet aus dem Zelt gekommen. Chapeau!

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Nach sphärischem Black Metal, der „neueren“ Art gibt es mit NIFELHEIM rotzig thrashigen BM auf der Hauptbühne. Übermäßig viele Nieten und Nägel und auch Feuer bestimmen das Bild. Und die alte Attitüde der Schweden, die Black und Thrash passend mischen geht bei mir runter wie Öl. Old School as fuck, so hat man es zwischendurch doch einfach richtig gern.

Wieder drüben im Zelt gibt es todesschwarzen Stahl aus dem Ruhrpott, MOR DAGOR. Die Band gibt es schon seit Mitte der 90er. Zu hören gab es Black Metal mit einer kräftigen Dosis Deathanleihen auf technisch hohem Niveau. Ich fühlte mich immer an Zyklon erinnert. Vor der kleinen Bühne war ganz gut Besuch versammelt, aber ich muss sagen, dass mir die Musik auf Scheibe wesentlich besser runtergeht. Wahrscheinlich wegen dem Sound, der live einfach nicht so sauber und klar zu machen ist, könnte ich mir vorstellen. Trotzdem hat es Spaß gemacht den Jungs zuzsuehen.

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GRAVE zählen für mich seit Jahren immer zur Speerspitze des Schweden Death Metal und ich freue mich immer wieder sie live sehen zu dürfen. Da ich mich mit dem letzten Release nicht so sehr beschäftigt habe und der Sound auch leider etwas dürftig ist, erkenne ich leider einige Lieder nicht. Doch spätestens beim obligatorischen „Into The Grave“ ist alles beim Alten. Insgesamt muss ich sagen, dass ich GRAVE schon wesentlich besser erlebt hab und deswegen ist dieser „normale“ Auftritt leider einer der langweiligeren Momente des diesjährigen Festivals.

WEAK ASIDE durfte ich vor 2 Jahren schon mal auf dem Schlachtfest in Aurich mit Master und Humiliation erleben. Meiner Meinung nach funktioniert die Band Live wesentlich besser als auf Platte. Auch auf dem Party.San räumt die Band ab. Der Sound im Zelt ist meiner Meinung nach eh besser an diesem Wochenende. WEAK ASIDE zelebrieren Old School Death in Reinform und bringen diesen sehr souverän und tight ans Publikum. Werde mir in den nächsten Wochen auf jeden Fall nochmal das neue Album zuhause reinfahren.

IMMOLATION durfte ich in meinem Leben schon einige Male live erleben. Sie haben mich immer überzeugt und machen ihre Sache sehr gut. Deutlich zeigen sie, dass technischer Death Metal nicht nur Frickelorgien sein müssen, sondern auch fies und ätzend auf das Publikum niederprasseln kann. Immer wieder ein Genuss…

Die brasilianischen Prügeljungs von REBAELLIUN wollte ich mir eigentlich geben, aber bei mir war so langsam die Luft raus. Was ich am Grill allerdings hören konnte war massiv. Nachdem man sich nach 13 Jahren wieder zusammengetan hat, bläst man jetzt zum Angriff auf die Krone. Krisiun können sich warm anziehen. REBAELLIUN steht dem in nichts nach und wütet immer noch so wie damals. Wäre ich mal doch hingegangen. Die Jungs haben ganz in unserer Nähe gezeltet und schienen sehr nett!

TAAKE sind ja irgendwie so eine Sache, irgendwie gut, manchmal peinlich. Die Leute strömen aber reihenweise vor die Hauptbühne. Wir gesellen uns später dazu und beobachten von hinten, da Musik und Sound am Zelt gut ankommen. Bei der Bühne sind wir dann aber etwas ernüchtert. Irgendwie halt doch nich so geil! Also rüber zum Zelt,
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da spielen nämlich DROWNED. Die Band gibt es seit 1992, hat aber erst 2014 nach einigen Demos und einer EP ihr Debüt veröffentlicht. Hier wird Death Metal der alten Schule zelebriert. Als Sahnehäubchen gibt es zum Abschluss ein Cover von Grotesque. Würdiger Abschluss im Zelt!

SODOM sind Kult, unbestritten. So richtig überzeugen konnten sie mich allerdings erst vor nicht allzu langer Zeit. Und dann haben sie mit „Decision Day“ auch noch ihr, für mich bestes Album rausgehauen (Review hier). Leider durften die Jungs von dieser Scheibe nur die bereits veröffentlichte Single „Sacred Warpath“ spielen, da das Album noch nicht draußen war. Für mich sehr schade, da ich mich besonders auf diese Songs gefreut habe. Aber auch ohne diese Stücke, war es einer der besten  SODOM-Auftritte die ich bis jetzt gesehen habe. Und auch das Publikum fand den Auftritt gut, viel Bewegung, jede Menge Applaus. Starke Truppe, starker Auftritt.

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AT THE GATES habe ich das erste Mal 2008 auf der Reunion Show in Wacken gesehen. Sprachlos fuhr ich nach Hause. Das Konzert zählt bis heute zu meinen „Top 5 of all time“. Danach sah ich sie noch 3 weitere Male, wo ich jedes Mal enttäuscht wurde. Irgendwie wollte der Funke nicht überspringen. Überschattet von einem mäßigen neuen Album war die Band irgendwie gegessen für mich. Bis zum 13.8.2016 um 23:45. Der Wind hatte nachgelassen, was einen nahezu perfekten Sound möglich machte. AT THE GATES ballerten mir ein Wahnsinnsset um die Ohren in dem mir selbst die Songs vom neuen Album gefielen. Die Setlist war eine gute Mischung natürlich mit Hauptaugenmerk auf ihrem Überalbum „Slaughter Of The Soul“. Doch mir gefiel jeder Song und es war ein mehr als würdiger Abschluss des diesjährigen besten Extremfestivals der Welt.

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