REVIEW

FILM „Dracula im Schloß des Schreckens“ (Horror)

Originaltitel: Nella Stretta Morsa Del Ragno

Herstellungsland: Italien 1971

DVD Veröffentlichung: 27.01.2012

Wertung: Geht so

Regie: Antonio Margheriti

Darsteller: Klaus Kinski, Anthony Franciosa, Michele Mercier

FSK: ab 16 Jahren

Genre: Horror

www.cmv-laservision.de

 

Dieses Filmchen trug schon unzählige Namen, ob „Dracula in the Castle Of Blood“, „In The Grip Of The Spider“ oder unzählige Titelversionen in der italienischen Sprache. Der Film ist die neuere Farbfilmvariante des Films „Castle Of Blood“, welcher bereits 1964 von Margheriti in schwarz-weiß gedreht wurde. Die Tatsache, dass Margheriti (unter dem Pseudonym Anthony M. Dawson) für diesen Film Klaus Kinski gewinnen konnte, der in dieser Zeit von Filmset zu Filmset rannte, ist schon bemerkenswert und spricht durchaus für den damaligen guten Ruf des italienischen Films. Der Titel täuscht ein wenig, denn hier dreht es sich nicht, wie man vermuten mag, um einen typischen Dracula Film, sondern um eine Geschichte, die auf der klassischen Geisterstunde basiert, in der untote Geschöpfe ihr Unwesen treiben.

Alan Foster ist Journalist und hat ein Treffen mit dem bekannten Horrorautor Edgar Allan Poe vereinbart, um ein Interview durchzuführen. Da dieser von sich behauptet nur wahrheitsgemäße Geschichten zu schreiben und der zweifelnde Schreiberling dies natürlich eher skeptisch betrachtet, liegt es natürlich nahe, ihm vom Gegenteil zu überzeugen. Also bietet der ebenfalls anwesende Lord Blackwood an, dass Mr. Foster allein eine Nacht in seinem leer stehenden Schloss verbringen möge, und wenn er dies überlebt er sogar 10 Pfund Sterling Silber dafür bekommt, was damals wohl eine lohnenswerte Summe gewesen ist. Da in diesem Schloss der sagenumwogene Dracula hausen soll, lässt sich der Journalist natürlich nicht zweimal bitten.

Kaum ausgesetzt in dem alten Gemäuer, welches herrlich düster in Szene gesetzt ist, passieren während der ersten Inspektion der Räumlichkeiten auch schon die ersten merkwürdigen Dinge. Die Personen auf Bildern scheinen den Betrachter zu verfolgen, Uhren bleiben stehen, usw., usw.,… Kurze Zeit später erscheint die bildhübsche Elisabeth, die unserem mutigen Helden natürlich sofort den Kopf verdreht und welcher natürlich umgehend alle Vorsicht über Bord fallen lässt, obwohl sich die Schönheit sogar als Verstorbene ausgibt. Sie wiegt ihn in Sicherheit und kann ihn durch ihre Liebkosungen total auf sich fixieren. Doch auf einmal erscheinen weitere geheimnisvolle Wesen, die der harmonischen Zusammenkunft ein jähes Ende bereiten,…und Alan in eine nie endende verhängnisvolle Nacht voller Intrigen und Mordlüstereien hineinzieht,…

Dieser Film kann durch die teils wundervollen Stilmittel und Kulissen der 60er und 70er Jahre Gruselstreifen überzeugen. Haufenweise Spinnennetze, schöne steinerne Kreuze, urige Ritterrüstungen und haufenweise Nebel tragen zur gelungenen Stimmungsbildung bei. Leider werden die Geschehnisse mit Beginn der Geisterstunde etwas zu kitschig und langatmig und es entsteht dabei kein wirklicher Spannungsbogen. Das liegt meines Erachtens aber auch an einigen seelenlosen Charakteren, die dem Film nicht zwingend gut tun. Schade ist, dass Klaus Kinski als Edgar Allan Poe nur eine Nebenrolle gegönnt ist und er seinen überzeugenden Wahnsinn nur zu Beginn und am Ende des Filmes einbringen kann. Ich denke den Namen Dracula hat man in diesem Streifen nur verwendet um die Verkaufszahlen anzukurbeln, denn eine wahre Vampirgeschichte wie man sie sich vorstellt, liegt hier nicht vor, auch wenn die Geister der Lebensenergie in Form von diesem roten Saft  nachstellen. Besonders auffällig sind wieder einmal die Sounds und Soundtracks, die innerhalb dieses Films die Spannungsmomente unterstreichen. Ähnlich der späteren Fulci Filme sind die Sounds auch in diesem Werk extrem nervtötend, verfehlen allerdings auch ihre Wirkung nicht.

Ein bisschen mehr Mystik, dann noch ein Hauch mehr Horror und vielleicht noch ein paar Blutspritzer mehr, dann hätte dieser Film bei mir sicherlich mehr Wirkung erzeugen können. So bleibt ein etwas kitschig anmutender Italo Grusel Streifen, aus dem man hätte mehr machen können. (michi).