SHARDS OF A LOST WORLD “Zeugen des Todes” (Black Metal)

Online seit 24.11.2017

SHARDS OF A LOST WORLD

“Zeugen des Todes”
(Black Metal)

Wertung: gut

: 24.06.2017 / November 2017

Label: NG-Records

Webseite: Facebook

Verspätungen gibt es nicht nur bei der Bahn, auch im Label-Geschäft kommt der Zug manchmal ins Stocken. Richtig fies hat es SHARDS OF A LOST WORLD getroffen, die die CD bereits am 24.06.2017 offiziell über das Label NG-Records veröffentlichten, aber nach fünf Monaten erst die CDs bekamen. Wäre das nicht beschissen genug, fehlt auch weiterhin das Booklet, welches ihr euch gratis über die Facebook-Seite saugen könnt. Zum Glück hat man ein DigiPak produziert, welches gut aussieht, da kann ich das Fehlen des Booklets etwas leichter verschmerze und dennoch empfehle ich in das Booklet zu schauen, unter anderem wegen der Texte. Wer ein Statement der Band (bzw. von Anxietas) lesen möchte, schaut ebenfalls bei FB vorbei.

Kommen wir aber nun zu dem, was uns am meisten interessiert: der Musik.

SHARDS OF A LOST WORLD sind (zusammen mit WALDSEEL) für mich immer noch der Inbegriff des Untergrunds. Der Sound des Albums ist roh und man riecht den Kellermief der frühen Black Metal-Bewegung; die atmosphärische Parts, wie bei der EP “Geisternebel” sucht man überwiegend vergebens, dafür regiert oftmals der rumpelige Midtempo-Black Metal, der mit schlichtem Drumming vorangetrieben wird. Das Drumming ist und bleibt verbesserungswürdig (weil recht unspektakulär, aber vielleicht liegt es auch an der Produktion), wenngleich genau dadurch manchmal die richtigen Akzente gesetzt werden. Die Gitarrenarbeit ist gelungen und hat durchaus eine punkige Fick dich-Attitüde zu bieten, kann aber auch Atmosphäre aus dem Nichts erschaffen und ist im großen und ganzen recht abwechslungsreich geraten. Bleibt noch der Gesang, aber der ist einfach ziemlich gut und transportiert die gewisse Aggression, die dieser Musik innewohnen muss.

Meine Anspieltipps sind “Druidensang”, “Nachtexistenzen” oder die fette Trümmerei “Im Bann der Vergangenen” … etwas mehr Trümmerei hätte mir vielleicht sogar noch besser gefallen.

Wie gehabt … ich bin immer wieder erfreut, dass es Musiker und Bands gibt, die die Musik oder Kunst einfach erschaffen, weil sie sie umtreibt; um die Seele sprechen zu lassen, in einer Zeit, in der Selfies wichtiger geworden sind, als das Selbst. (chris)

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