SOPOR AETERNUS & THE ENSEMBLE OF SHADOWS “Mitternacht” (Gothic)

Online seit 15.09.2014

SOPOR AETERNUS & THE ENSEMBLE OF SHADOWS

“Mitternacht”
(Gothic)

Wertung: Gut

VÖ: 23.09.2014

Label: Apocalyptic Vision / Trisol

Webseite: www.soporaeternus.de

Ich habe in den letzten Jahren die Musik von SOPOR AETERNUS & THE ENSEMBLE OF SHADOWS nicht mehr wirklich intensiv verfolgt. Doch allein die Erinnerung an die ersten Album erzeugt in mir einen dunklen Schauer aus Faszination und musikalischer Schwermut.

Nun habe ich auf einmal das neuste Werk von Anna-Varney Cantodea vor mir liegen. Verpackt ist das gute Stück in schwarzes Papier welches durch drei Wachssiegel verschlossen ist. Allein das Öffnen dieser liebevollen Verpackung ist ein Hochgenuss und steigert meine Neugier über das was da kommen mag.

Im Inneren erwartet mich die Version als Limited Book + CD. Weitere drei Versionen sind erhältlich, noch als Doppel Vinyl und dann beide Medien nochmal mit einem T-Shirt. Also ist in diesem Sinne alles beim Alten geblieben, denn seit jeher wird Wert darauf gelegt, die Musik auch entsprechend zu verpacken. Das Book ist aus sehr hochwertigen Materialien gefertigt. Texte, viele Zeichnungen und Bilder sind darin zu finden. Gegenüber den frühen Werken ist dieses Mal die Künstlerin selber nicht so präsent abgebildet.

Wenn man sich die verwendeten Instrumente im Booklet durchliest wird schnell klar, das auch musikalisch weiterhin sehr klassische Instrumente Anwendung finden. Violine, Cello, Basson, Klarinette, Tuba…. Und schon bei Intro “Mitternacht” merkt man eindrucksvoll wie sensationell gut ein Instument wie eine Tuba mächtig und dunkel erschallend genial in die Klanglandschaft von SOPOR AETERNUS passt. Mit dem Titel “Beautiful” höre ich dann auch Anna Varneys gebrechliche Stimme zu sanften Glockenlauten erstmals erklingen und bin umgehend gefangen im schmerzhaften Universum der Musik.

Sehr mutig und obskur zu hören ist die Coverversion von Nancy Sinatras “Bang Bang”. Zu Kammermusik und dieser weinerlichen Stimme dieses Lied zu hören, ist absolut unerwartet aber auch irgendwie faszinierend zugleich. Zumeist schleichend werden die Melodien gespielt, Glocken mimen die Drums und letztlich kommt man schnell zu dem Schluss, hier eine einmalig geniale Coverversion vorliegen zu haben.

Voller dunkler Anmut und Schwermut ist “The Boy has built a Catacomb”. Bedrohlich dunkel arbeiten die Instrumente gallertartig ihre Klänge und die Stimme vollendet das musikalische Leichentuch. Ziemlich crazy und abgedreht ist “Carnival Of Souls”, bei dem man völlig verrückte Zirkusmusik inmitten der eh nicht leicht zu konsumierenden Musik von SOPOR AETERNUS vorgesetzt bekommt. “You Cannot Make Him Love You” ist ein Stück, welches perfekt in einen Horrorthriller passen könnte. Die musikalische Inszenierung ist total beunruhigend. Dazu zeigt sich Anna Varney hier stimmlich von einer ziemlich manisch pulsierenden Seite, das es einem fast den Atem verschlägt.

Als schmerzvoll schöner Höhepunkt habe ich für mich das Stück “It’s Just That My Sadness” ausgemacht. Filigran, mächtig, ergreifend, erschütternd, schmerzhaft und wunderschön zugleich. Dieses Lied ist die Quintessenz von traurig schöner Musik getragen von einer wundervollen Violine, einer mächtigen Tuba, dunklen Synthies und natürlich der alles überflutenden Stimme.

Tja, wie immer ein sehr ergreifendes und forderndes Album. Aber einfache Unterhaltungsmusik gab es bei SOPOR AETERNUS ja noch nie und wird es auch nie geben. Ist schon bemerkenswert, wie man über die vielen Jahre hinweg den exklusiven Sound aufrecht erhalten konnte. Wer sich dieser Musik öffnen kann, wird begeistert sein. Wer dieses musikalische Kleinod über die Jahre hinweg verfolgt hat, der wird hier eh zugreifen und glücklich sein. (michi)

Kommentar

  1. Posted by McGill on October 1st, 2014, 22:05

    bang bang … wurde von Nancy Sinatra auch “nur” gecovert!
    Das Original ist von Vanilla Fudge, 1967.

  2. Posted by McGill on October 1st, 2014, 22:23

    Koorektur: Original von Cher ( ja, drr Cehr) , 1966, geschrieben von ihren Mann Sonny.