REVIEW

PRIMAL FEAR “Rulebreaker” (Heavy Metal)

coverPRIMAL FEAR

“Rulebreaker”
(Heavy Metal)

Wertung: Gute Scheibe, die aber zu plakativ präsentiert wird!

VÖ: 22.01.2016

Label: Frontiers Records

Webseite: Homepage, Facebook, Myspace

Mit “Rulebreaker” hauen PRIMAL FEAR bereits ihr 11. Album im 19. Bandjahr auf den Markt!
Und ich bin von der Scheibe hin und her gerissen.
Da gibt es viele geile Sachen, wie die dicke Produktion, geile Riffs die einem eine regelrechte Fönfrisur verpassen können oder auch das Können der einzelnen Musiker.
Da gibt es aber auch viele Einzelheiten, die mich persönlich an einer gewissen Dosis Ernsthaftigkeit zweifeln lassen.
Man höre z.B. den Scream im Song „The End Is Near“, der direkt nach der Textstelle „Do you wanna die?“ kommt und erst nach mehreren Durchgängen von mir als Gesang identifiziert wurde. Vorher dachte ich es wäre ein Gitarrenlick oder sogar ein Keyboardeinwurf. Krass abgemischt diese Stelle.
Oder auch die Keyboardanteile im 11-Minuten-Opus „We Walk Without Fear“, welche so einen grausamen choralen Sound abbekommen haben, dass sie die Hörfreude, die dieser Song sonst bietet, zumindest an diesen Stellen wirklich schmälern.
Beim ersten Durchgang fehlten mir nach den ersten beiden Songs die gesanglich geilen Melodien, die mit „Bullets &Tears“ und dem Titeltrack, dann aber glücklicherweise Einzug halten.
Gitarrentechnisch wird hier mein Geschmack getroffen, wenn die Gitarren auch einen weniger sägenden, basslastigeren Sound vertragen könnten.
Francesco Jovino, seit letztem an den Drums, macht einen wirklich guten Job, wie einfach jeder auf dieser Scheibe, das reißt einiges raus.
Mir ist vieles, vor allem viele Kleinigkeiten, hier einfach zu plakativ gestaltet, als das die Scheibe mich auf Dauer überzeugen könnte.
„In Meatl We Trust“ ist musikalisch und technisch ein Genuss, aber der lyrische Erguss lässt meine Augenbrauen unter dem Haaransatz verschwinden. Das ist aber mein persönlicher Geschmack und viele in der Szene wollen ja auch genau sowas haben.
Aus „journalistischer“ Sicht, muss ich der Scheibe mindestens eine gute Bewertung geben. Die hat sie künstlerisch und technisch mehr als verdient.
Für mich persönlich haben die Jungs aber eher eine wirklich gute Hintergrundbemalung für eine Rockkneipe, als ein Knallerwerk veröffentlicht! (hendrik)