REVIEW

FILM „Making of Süsse Stuten 8“ (Mockumentary)

Produktion: Deutschland

DVD-Veröffentlichung: 16.09.2013

Wertung: gut

Regie: Daniel Hyan

FSK: 16

Darsteller: Alexander Gregor, Jörg Buttgereit, Ron Matz, Jana B, Aishe Pervers, King Orgasmus One, Vivien LaFleur, Eva-Maria Kurz uvm…

Genre: Erotik-Comedy-Mockumentary

Studio: Media Target

 

Inhalt:
Einst war Lavalight Entertainment das Aushängeschild der deutschen Pornoszene: Zahllose Newcomer wurden hier entdeckt, Venus-Awards en masse eingesackt. Doch der Niedergang der Branche reißt auch die Berliner mit in den Abgrund. Die letzte Hoffnung: die Neuauflage ihrer legendären „Süsse Stuten“-Reihe. Doch die Produktion steht unter keinem guten Stern: Produzent Major Andy setzt gnadenlos den Rotstift an. Heinz Moon nimmt nur auf dem Regiestuhl Platz, weil er seinen Splattersteifen „East Side Zombies“ nicht finanziert bekommt. Der Traum aller Männer im Besitz einer Videothekenkarte, die süße JJ, ist ein Kokswrack. Bei „Evil“ Dick Masterson sind nur noch die Mister-Universum-Muskeln gestählt, nicht aber der Muskel, auf den es ankommt. Der auch in den Drehpausen dauergeile Hauptdarsteller Kevin Beton ist mit den Dialogen überfordert. Die Kamerafrau ist genervt von Gaststar und Agroberliner Manni Shot One, der auch bei den Vögelszenen rappen muss. Pornostarletmanager Sven intrigiert hinter den Kulissen. Und als die russischen Geldgeber abspringen, ist das Chaos perfekt.

Neulich bei mir zu Hause…ich bekomme einen Umschlag, öffne ihn und mir fällt die DVD „Making of Süsse Stuten 8“ in die Hände. In dem Moment kommt meine Frau in den Flur und entdeckt, was ich da bekommen habe…es hat etwas gedauert, um zu beweisen, dass ich nicht heimlich Pornos bestelle, aber zum Glück lag ja keine Rechnung über 16,13 Euro, sondern der Promozettel dabei.

Beim Gucken hatten wir beide aber mächtig Spaß. Die Umschreibung „Stromberg in pervers“ ist eigentlich alles, was man wissen muss. Außer: die Schauspieler und die Gags sind teilweise echte Granaten. Jörg Buttgereit aka Heinz Moon erklärt so wunderbar die Intentionen seines Films, dass du vor Lachen keine Luft mehr bekommst. Aber auch Major Andy (Alexander Gregor) ist ein Highlight des timingsicheren Humors und total gestresster Produzent in Geldnöten, Evil Dick Masterson (Ron Matz) ist in mehrfacher Hinsicht ′ne arme (aber sympathische) Wurst und unser Liebling ist eigentlich Jonas (Jakob Bieber), der irgendwie der einzig normale in diesem Sauhaufen ist.

Es wird ab und zu mal etwas gerammelt, aber das haut keinen vom Sofa, schließlich haben wir es mit einer FSK 16-Uncut-Version zu tun und auch die Gags dürfen mal ordentlich schmutzig sein, aber das sind sie bei Stromberg ja auch.

Sehr spannend ist das Ensemble! Neben Theater-, Film- und TV-Schauspielern hat man auch „Skandal-Rapper“, Porno- und B-Prominenz dazugeholt und die Mischung machts! Ich war anfangs etwas verunsichert, ob die Schauspieler teilweise wirklich so gut sind oder mein Geschmack in den letzten Jahren etwas an Qualität eingebüßt hat. Zweifellos ist letzteres ohnehin der Fall, aber Ron Matz, Jakob Bieber, Alexander Gregor und Vivien LaFleur haben mich sehr beeindruckt.

Leute, die schon immer wissen wollten, wie es hinter den Kulissen ihres Lieblingsgenres abgeht, können bedenkenlos zuschlagen. Horror-Fans sei der Teaser zum nächsten Heinz Moon-Epos „East Side Zombies“ empfohlen! Geniale Story, starke Schauspieler. Hoffentlich findet sich noch jemand, der den Film finanziert…(chris)