EMPFEHLUNG, REVIEW

FINAL ERROR „Necromantic Rituals“ (Death / Thrash Metal)

FINAL ERROR

„Necromantic Rituals“
(Death / Thrash Metal)

Wertung: Empfehlung!

VÖ: 16.12.2022

Label: Kernkraftritter Records

Webseite: Homepage / Instagram / Bandcamp

Ich habe für euch in der Vergangenheit bereits Reviews Nordrhein-Westfälischer Bands verfasst und werde die Serie heute hier fortsetzen. Ich befasse mich in diesem Review mit dem zweiten Longplayer „Necromantic Rituals“ der aus Lippstadt stammenden Band FINAL ERROR. Das Album wurde bereits Ende 2022 über Kernkraftritter Records veröffentlichte. Aber lieber spät als nie, nicht wahr?

FINAL ERROR haben im Vorfeld bereits EPs sowie ihr Debütalbum „The Blind Lead The Blind“ auf den Markt gebracht. Jedoch hat sich mit der Aufnahme des aktuellen Werks die Besetzung dahingehend geändert, dass mit Nico Paiva ein neuer Mikrofonist und mit Andreas Krämer ein neuer Schlagwerker dem Bandgefüge angehören. Letzterer ist zwar auf „Necromantic Rituals“ zu hören, hat jedoch 2023 die Band verlassen und wurde würdig durch Burkhard „Börgy“ Fabian (Anm.: u.a. Ex-WILT) ersetzt, der seitdem der Band die Taktart vorgibt. Weiter mit von der Partie sind Fabian Sendfeld (2016) an der Rhytmusgitarre, Juan Manuel Fuentes (2017) der an der Leadgitarre für die schönen Soli im Album sorgt sowie Jens „Hammer“ Schillhammer, der als einzig verbleibendes Gründungsmitglied den Bass bedient. Doch nicht nur im Bandgefüge hat sich etwas getan. So hat man mit „Necromantic Rituals“ die Stilausrichtung ebenfalls überarbeitet und befindet sich nun im Death-Thrash Metal-Bereich. Die Songs treiben nach vorne, verlieren keine Zeit und experimentieren nicht lange herum. Melodiöse Riffs sind ebenso vorhanden wie groovige Parts, die man ggf. bei PANTERA finden könnte. Schnellere Läufe blitzen in den Songs ebenso auf und lang gezogene Riffs, wie sie gerne im Black Metal Verwendung finden, würzen den Ohrenschmaus final ab.

Der Opener „Bloodrush“ steigt quietschender Gitarren ein, um dann direkt vorzugeben, was einen erwartet. Nach zwei Durchläufen Gitarre und zurückhaltend eingesetztem Schlagzeug, steigt zusammen mit einem in unterschiedlichen Höhen gedoppelten „BLOODRUUUUUSH“-Shout der Rest der Band ein und das Schlagzeug schaltet von verhaltend auf durchknüppelnd, rein in einen kurzen Groovepart und ab ins melodiöses Riffing. Richtig guter Einstieg mit Vorgabe der Marschrichtung, wie ich beim ersten Durchlauf dachte und wie sich bei jedem weiteren Anhören wieder und wieder bestätigt. Sehr gut gefallen mir schon im ersten Song die vereinzelten Einsätze von Thrashriffs, die sich durch das gesamte Album ziehen natürlich zusätzlich vorantreiben. Diese Thrashriffs kommen besonders gut, wenn die Gitarren mal nicht das Selbe spielen. Leichte Soundunterschiede zwischen den Gitarren wurden im Mix gut eingepegelt und man kann trotz der schnellen Noten heraushören, dass die Rhytmusgitarre durchzieht, während die Leadgitarre zusätzliche Einzelnoten ins Riff einstreut. Beispielhaft kann ich hier das zweite Riff im Song „Soldier“ anbringen.

Generell ist der Mix gut aufeinander abgestimmt und ergibt ein rundes Paket, welches Hörfreude bereitet. Was mir jedoch auffiel ist, dass die Frequenzen der Bassdrum und der Sound des Basses sehr nahe beieinander liegen, da der Basssound voll auf Tiefe ausgerichtet ist und keine großartigen Mitten oder gar Höhen abbekommt, womit man dieses metallische Klacken erzeugen würde. Er macht dennoch oder gerade deswegen genau das, was er soll, um den Songs das zu geben, was sie brauchen, nämlich den Frequenzteppich für ein schön tiefes Fundament, auf dem die Songs getragen werden. Gespielt wird mit dieser Frequenzüberschneidungen indem die Bassdrum stellenweise mehr Raum lässt und der Bass diesen gekonnt zu füllen weiß, wie man z.B. bei „Salt In Your Wounds“ schön hören kann. Und dann kommen da plötzlich diese schönen Basssolotakte, die den Song kurz unterbrechen und einem freudig die Augenbrauen hochziehen lassen. Leichte Zerre und versetzt mit zusätzlichen Tiefmitten. Herrlich. Wo genau ihr das findet und ob es einmalig auftaucht? Das werde ich euch nicht verraten. Hört euch das Album an und findet es selbst heraus. Denn von allem Erwähnten abgesehen, ist das Album für jeden der im Death und/oder Thrash zu Hause ist ein Must-Listen.

„Necromantic Rituals“ liegt mir als Vinyl vor. Danke an dieser Stelle nochmals an „Hammer“ und den Rest der Band für die Zusendung. Die Vinylaufmachung ist liebevoll durchdacht und hochwertig und durch die Green-Black-Marbled Pressung ein echter Hingucker. Denn diese passt hervorragend zum Albumcover, welches von Alexander Tartsus in grünlichen und schwarzen Tönen gehalten wurde. Zusätzlich liegt ein Lyricsheet mit umseitiger Bandmembererwähnung und Credits bei. Die Vinylauflage ist auf 300 limitiert. Außer auf Vinyl wird „Necromantic Rituals“ ebenfalls als Digipak mit 12-seitigem Booklet vertrieben. Schaut also bei Kernkraftritter Records vorbei und gönnt euch eine der Hard Copy-Varianten des Albums! (yves)