REVIEW

VERHEERER „Urgewalt“ (Black Metal)

VERHEERER

„Urgewalt“
(Black Metal)

Wertung: Sehr gut

VÖ: 04.04.2025

Label: Vendetta Records

Webseite: Bandcamp / Instagram / Spotify

VERHEERER aus Flensburg habe ich seit ihrer EP „Archar“ (Review hier) auf dem Zettel. Die beiden Alben „Maltrér“ (Review hier) und „Monolith“ (Review hier) haben ihren Standpunkt bei mir mehr als gefestigt. Dieses Mal liegen 5,5 anstatt fast 2 Jahren zwischen den Alben, was sie bei mir schon etwas aus dem Blickfeld verschwinden haben lassen. Dafür bringt „Urgewalt“ gewaltig zurück. WW I, um den es auf dem ganzen Album geht, ist mittlerweile im Extrem Metal ja schon fast populär geworden, sogar mit Bands, die sich ausschließlich damit beschäftigen. Da will ich den Flensburgern aber nichts ankreiden, da die erste Single zum Album schon vor genau 4 Jahren erschien, als das Thema noch nicht so groß war.
Der Black Metal der Nordlichter ist weiterhin mit Death und Thrash und auch Heavy  angereichert, ist aber immer als Black Metal erkennbar, was mir gut gefällt. Sound und Mix gefallen mir sehr gut. Diesmal hätten die Gitarren für mich im Mix weiter nach vorne und das Schlagzeug weiter nach hinten gedurft, trotzdem klingt das Album wirklich gut. Die Gitarren sind schön dreckig und klingen trotzdem angenehm modern. Der Bass ist gut herauszuhören, vor allem im Song „Totenvolk“. Die Lyrics sind komplett in Englisch gehalten, auch wenn sie immer wieder von deutschen Worten durchzogen sind, wobei nur 3 Songtitel in Englisch gewählt wurden. Auch die Sprachsamples auf der Platte gibt es in beiden Sprachen.
Das Cover finde ich sehr passend getroffen, da 2 Individuen von derselben Art sich an der „Front“ zum Kampf getroffen und beide verloren haben. Untrennbar miteinander vereint. Da kann man so einige Parallelen zum ersten Weltkrieg ziehen.
Sänger BST hat auf „Urgewalt“ einen unglaublich guten Job vorgelegt. Ohne die anderen Veröffentlichungen nochmal gegenzuhören, würde ich behaupten, dass er nie abwechslungsreicher war. Bei „Arsonist“ und im längsten und letzten Track „Kriegstreiber“, der musikalisch den größten Abwechslungsreichtum bietet,  gibt es sogar Klargesang. Bei erstem von Gitarrist SMN, bei letztem von Schlagzeuger KRZ, was mich erst überrascht, bei mehreren Hördurchgängen aber punkten kann. Und das deutsche Sprachsample, welches bei „Kriegstreiber“ über Klavierklänge läuft, macht mir wirklich Gänsehaut.
Eine wirklich starke Scheibe ist VERHEERER da gelungen, die auf jeden Fall noch einige Male bei mir rotieren wird. (hendrik)