ARROGANZ
„Primitiv“
(Death Metal)
Wertung: Gut
VÖ: 29.09.2017
Label: F.D.A. Records
Webseite: Homepage, Facebook, Myspace
„Primitiv“ ist ja meistens im wörtlichen Sinne eher negativ besetzt, allerdings kann es auch bedeuten, dass etwas ursprünglich und nicht verfeinert ist.
Das passt auf das vierte Album von ARROGANZ schon eher, als eine negative Primitivität! Auch das vorherige „Tod & Teufel“ (Review hier) erschien schon über F.D.A. Records und wusste nach anfänglicher Sperrigkeit zu überzeugen.
Aber das scheinen die Cottbusser sich gemerkt zu haben und direkt festgelegt zu haben, dass sie mehr von dieser Sperrigkeit brauchen. Auch nach mehreren Durchgängen ist „Primitiv“ nicht leicht zu fassen. Der Black Metal ist weiter nach hinten getreten, bzw. auf eine primitivere Art vorhanden. Death und die doomige Richtung sind hier überwiegend vorhanden.
Beim eröffnenden „Pilgrim“ geht es gleich volle Pulle los, um erst nach 1:30 Minuten vom Gaspedal zu gehen und ins doomige zu wechseln.
Im Großen und Ganzen wirkt auch der Rest der Scheibe eher schwer durchdacht als primitiv, aber gespielt wird es trotzdem das Primitive.
Ich bewundere die Band dafür in Zeiten gut verkaufenden old school Death Scheiben so einen schweren Brocken in die Meute zu werfen. Und auch für die Szene spricht es, dass solche Bands und Alben Aufmerksamkeit bekommen.
Am meisten beeindruckt mich an dieser Platte, dass der Bass eine so zentrale Rolle in der Musik und damit natürlich auch im Mix erhalten hat.
Außer dem Opener und dem kompakten „Another God, Dead“ schaffen es die Songs alle locker über die siebeneinhalb Minuten, wobei es dann ja nur noch 4 Songs sind. Aber somit kommen die 6 Songs auf eine Gesamtlänge von über 40 Minuten.
Hut ab vor solch einem Album, auch wenn ich persönlich so meine Schwierigkeiten damit habe. (hendrik)