YOUR LIFE ON HOLD “Burning For The Ancient Connection” (Post-Goth-Rock)

Online seit 25.10.2017

YOUR LIFE ON HOLD

“Burning For The Ancient Connection”
(Post-Goth-Rock)

Wertung: Gut

VÖ: 2017

Label:Solar Lodge

Webseite: Homepage / Facebook

Das Solar Lodge Gehöft hat ein neues Pferd im Stall. Mit YOUR LIFE ON HOLD gibt es perfekten Zugang für das düstere Familientreffen. Hinter YLOH steckt der Künstler John Wolf, der in seiner über 20jährigen musikalischen Reise eher den elektronischen Klängen huldigte und nun ein tiefdüsteres Post-Goth Rock Album veröffentlicht.

Atmosphärisch dicht konzipierte Klangspektren, verführerische Melodielinien, kühl anmutendes Programming und nicht zuletzt Texte voller Zweifel, Einsamkeit und Dunkelheit, alles galante Zutaten um das schwarz-melancholische Herz zu betören. Eingepflegte Dissonanzen sorgen für durchdringende Eskapaden zwischen dichten Nebelwänden. “Exorcism” lässt fast Industrial Gitarrenwälle auffahren. Die Vocals verwandeln sich in Wutgeschrei, welcher dann und wann erzählerisch das dunkle Treiben inthronisiert. So wild und roh dieser Song, so melancholisch versprüht man schwarze Schatten im Opener “Phönix”. Allerdings beherrscht man hier, wie auch im treibenden “already lost” den straighten Goth Rock.

Wenn man Gesang, Atmosphäre und die Gesamtausrichtung mit Bands vergleichen würde, käme als erstes eine Melange aus Garden of Delight und Tors of Dartmoor zu Tage. Sicherlich gibt es auch ganz dezentes Augenzwinkern in Richtung Marilyn Manson. Man darf nicht verschweigen, dass hier Songlängen von über 6 bis 7 Minuten dazu führen, dass einzelne Stücke sehr viel mehr beherbergen, als das typische Treiben, welches in den Düsterschuppen zur Tanzflächeneinladung dienen. So ist das, in tiefer Trübnis badende Schlussepos “hope for dreamers” dazu angetan, in Richtung Fields zu tendieren, gleichwohl besitzt die finstere “Effekthascherei” ein wenig Dreadful Shadows. Die innewohnende Ruhe in Verbindung mit den Whiskey geschwängerten Stimmbändern ist diesem Stück hold und glänzt mit phobischer Eleganz. Und da ist er auch, der textliche Hoffnungsschimmer im depressiven See der Harmonie.

Fazit: Ein Debütant, dessen Erfahrung alte Horizonte besegelt und gleichsam neue Ufer befährt, dessen Leuchttürme schwarzstrahlende Erinnerungen in die Welt senden. Ein in sich, trotz aller Wirrungen und Zweifel, geschlossenes Werk. Die Bitterkeit tropft, die Melancholie fließt und der Strom des straighten Goth explodiert an der Mauer des schwarz bewanderten Stausees. (andreas)

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