WAITING IN VAIN “Evolution” (Electro Wave Rock)

Online seit 10.03.2017

WAITING IN VAIN

“Evolution”
(Electro Wave Rock)

Wertung: Gut

VÖ: 03.03.2017

Label: RGK

Webseite: Homepage / Facebook

Die schöne Pressemappe enthält auch eine 2011er Review vom amboss-mag. Sehr positiv, nun 6 Jahre später gibt es also ein neues Lebenszeichen der Band aus Dresden. Was ist geblieben, was ist neu. Die synthetische Komponente eruptiert sehr sanft, die verschmitzten Rock Anteile schleichen sich eher marginal heran, während die Grundsubstanz doch eher dem Synth Pop unterliegt und den damit einhergehenden feinen Melodielinien. Sprachsamples, elektronische Finessen und Industrial Dissonanzen vervollständigen das Bild von WiV.

Auch krachige Extravaganzen mit dezenten 80er EBM Feeling sind zu hören (“Beautiful appearance”), hinzu kommen hier drei Gesangsstimmen (Roboter/Backings/clear Male). Geschickt der Wechsel zwischen Melodie und Science Fiction Loops. “Are we no good” ist hingegen wesentlich eingängiger inszeniert. “Do you believe” ist dann als dezente Verschmelzung zwischen Blutengel und die Form zu verstehen, wobei ein Serge Gainsbourg zu Beginn verschmitzt um die Ecke schaut. “Land after Darkness” lebt natürlich nicht zuletzt von Gastsängerin Sandra, die mit ihrer weichen, zerbrechlichen Stimme auch “Va piano” veredelt. Hier arrangiert man ein wirklich wunderschön, verträumtes Lied, dessen markante Melodie zwischen Herz und Tanzbein ihr Zuhause sucht. Zwischendrin immer wieder ästhetische Kühle voller industrieller Passagen, welche aber des Öfteren die Melodie liebkosen und somit ein gehöriges Maß An Eingängigkeit aufweisen.

Ein ganz spezielles Schmankerl wahrt sich auf bis zum Ende. “Inane” gratiniert den Synth Pop mit verwegener Rhythmik, behält dabei die melodische Komponente, mal schräg, mal klar, immer verspielt erinnert man an Apoptygma Berzerk. Wobei hier durchaus die 80er mit der Komponente belgisch/deutsch durchdringen.

Fazit: Das Ganze wirkt ziemlich ausgereift, hie und dort gibt es Mängel, wenn man zu sehr den Gothic-Schlager-Hebel betätigt. Aber gerade hier gelingt es auch eine betörende Melodie zu integrieren. So sind die subjektiv erfahrenen Mängel eher marginal. Vor allem, weil es der Formation gelingt, druckvolle Energie neben atmosphärischen Synth Pop glänzen zu lassen, ohne sich zu verbiegen. Der Gesang ist passend, auch die Duettierung zwischen Sandra und Sebastian harmonieren, auch wenn dezente Rivalitäten, ein songbedingtes Opfer fordern. Letzteres ist natürlich ein der Duellierung unterworfenes Oxymoron. (andreas)

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