THE GREAT OLD ONES :: H.P. Lovecraft als vollständiges Bandmitglied

Online seit 13.01.2017

THE GREAT OLD ONES lernte ich mit ihrem 2. Album „Tekeli-Li“ kennen und sie führten mich in einen für mich recht neuen Black Metal ein. Letztes Jahr habe ich sie live in Bremen gesehen und sie haben mich auf live voll umhauen können. Ende Januar wird Album Nummer 3 anstehen und da passt ein Interview doch recht gut, dachte ich mir. Bandgründer und fast alleiniger Schreiber, Gitarrist und Sänger Benjamin Guerry stellte sich dafür meinen Fragen:

AMBOSS: Hey, wie geht’s? Danke für die Möglichkeit des Interviews.
Benjamin Guerry: Danke, uns geht es gut und das Interview machen wir gerne.

AMBOSS: Bitte erzähle mir etwas über THE GREAT OLD ONES. Wie habt ihr zusammengefunden und was war die Absicht hinter der Band? Was wolltet ihr erschaffen?
Benjamin Guerry: Ich habe die Band als alleiniges Projekt 2009 gestartet. Als ich genügend Songs für ein Album zusammen hatte, habe ich Musiker gesucht um eine „richtige“ Band zu gründen. Jeff Grimal kannte ich schon und er kannte Leo Isnard. Die anderen folgten recht zügig. Ich wollte eine Band, die sich schnell bezüglich Konzerten und einem weiteren Album zusammenfügt und alle waren einverstanden.  Es passte alles von der ersten Probe an!

AMBOSS: Haben alle einen Black Metal Hintergrund?
Benjamin Guerry: Nicht jeder in Bezug auf Black Metal, aber jeder in Bezug auf extremen Metal (Doom, Death und ähnliches). Den Wunsch dunkle und atmosphärische Musik zu machen, haben wir alle.

AMBOSS: Wie bist du zum Black Metal gekommen?
Benjamin Guerry: Den entdeckte ich als Teenager mit Schulfreunden, die schon Black Metal hörten. Ich habe vorher schon klassischen Metal gehört, aber Black Metal ging tiefer. Ein Gefühl nahe der Literatur, welches meine Fantasie angeregt hat. Ich mochte es sofort. Ich kann mich zum Beispiel daran erinnern, als ich das erste Mal “Anthems To The Welkin At Dusk” von Emperor hörte. Ich fühlte mich, als wenn ich außerhalb meines Körpers wäre und neue Erfahrung sammeln würde.

AMBOSS: Wenn ich richtig liege, hat alles in der Band mit H.P. Lovecraft zu tun. Warum ist er so wichtig für euch?

Benjamin Guerry: H.P. Lovecraft ist die Basis von THE GREAT OLD ONES und ein vollwertiges Bandmitglied. Sein Universum ist für uns eine unerschöpfliche Quelle musikalischer Inspirationen und hat uns immer berührt. Seine Mythologie, aus verfluchten Schicksalen, charismatischen Bestien und Verzweiflung die älter ist als die Menschheit, ist ein Teil von uns.

AMBOSS: Was ist die Geschichte von “Tekeli-Li” eurem zweiten Album, mit dem ich euch kennengelernt habe und welches für mich zu den besten Black Metal Alben der letzten Jahre zählt.
Benjamin Guerry: Vielen Dank! Für das erste Album „Al Azif“ habe ich verschiedene Geschichten geschrieben. Für „Tekeli-Li“ wollte ich etwas anderes erschaffen. Die neuen Songs klangen dunkler, kälter und passten perfekt zur Geschichte „At The Mountains Of Madness“. Also haben wir zusammen an den Arrangements gearbeitet und sind dann ins Studio gegangen um eine musikalische Illustration der Geschichte zu machen. Wir waren besser vorbereitet und konnten alle unsere Ideen umsetzen!

AMBOSS: Demnächst veröffentlicht ihr Album Nummer 3. Worum wird es dabei gehen?
Benjamin Guerry: Unser neues Album “EOD: A Tale of Dark Legacy” erscheint am 27. Januar 2017 über Season Of Mist. Das Konzept des Albums spielt natürlich in der Lovecraft´schen Mythologie, aber auf andere Art und Weise. Es handelt sich um eine original Fortsetzung der Lovecraft-Kurzgeschichte “The Shadow Over Innsmouth”. EOD steht für “Esoterischer Orden von Dagon”. Es ist ein dunkleres und heftigeres Album, als wir eigentlich geplant hatten.

AMBOSS: Wie entstehen die Songs für THE GREAT OLD ONES? Gibt es da ein Muster?
Benjamin Guerry: Von Anfang an schreibe ich einen Großteil der Songs alleine. Es ist ein echtes inneres Schöpfungswerk, das Ziel, die Emotionen sich selbst ausdrücken zu lassen. Einen guten Part erkenne ich daran wenn ich etwas Besonderes dabei empfinde. Wenn ich die entsprechenden Teile an die anderen Bandmitglieder sende, machen sie sie zu ihren eigenen und bringen persönliches mit ein. Wenn wir alle zusammen in der Probe spielen, wird das Ganze dichter und mächtiger.

AMBOSS: Was ist eure größte Erwartung an eure Band?
Benjamin Guerry: Wir wollen so viel wie möglich live spielen. Live hat unsere Musik andere Aspekte. Es ist eine Reise zusammen mit unserem Publikum. Wir arbeiten hart daran eine intensive Show zu bieten, die eine echte Lovecraft´sche Erfahrung bietet.

AMBOSS: Im Moment ist die französische Black Metal Szene relative stark, finde ich. Kannst du mir etwas über eure Szene erzählen?
Benjamin Guerry: Tatsächlich ist die französische Szene heute sehr stark und hat einen internationalen Ruf. Bands wie Deathspell Omega und Blut Aus Nord sind sogar weithin anerkannt von den Mainstream-Metal-Künstlern. Aber die wahre Kraft der französischen Szene ist im Untergrund, mit einer riesigen Menge von talentierten Bands. Aber ich hoffe, diese Szene wird wachsen, weil es immer schwierig ist live zu spielen, auch in Europa.

AMBOSS: Wie seid ihr an den Deal mit “Les Acteurs De L´Ombre gekommen?

Benjamin Guerry: Wir haben ihnen Demos vom ersten Album geschickt und Gerald (der Boss) mochte sie sofort. Der Deal war super und wir mussten gar nicht darüber nachdenken. Wir haben sehr schnell unterschrieben. Sie waren enttäuscht, als wir zu Seasons Of Mist gewechselt sind, aber konnten es verstehen. Unser Verhältnis zu Les Acteurs De L´Ombre ist immer noch sehr gut. 

AMBOSS: Mit welcher Band würdet ihr gerne mal zusammen spielen? Gibt es ein bestimmtes Festival welche ihr gerne mal spielen würdet?
Benjamin Guerry: Ein Traum wäre es mit Emperor zu spielen (aber nicht auf einem Festival), aber das wird wohl ein Traum bleiben. Es gibt viele Festivals, die wir gerne spielen würden:  Brutal Assault, Resurrection Festival, Amplifest, Maryland Deathfest, Party.San, Summer Breeze, etc. Die Liste ist schon recht lang!

AMBOSS: Ich habe euch 2016 in Bremen gesehen, auf der Tour mit Der Weg Einer Freiheit und Harakiri For The Sky. Ihr ward mit Abstand die beste Band des Abends, ehrlich gesagt bin ich nur wegen euch hin gegangen. Wie war die Tour für euch?
Benjamin Guerry: Vielen Dank! Es war eine großartige Erfahrung. Wir sind gerne auf Tour, also war es der perfekte Trip für uns. Die Atmosphäre zwischen den Bands war auch ziemlich gut und die Rückmeldung des Publikums war großartig. Wir können es kaum erwarten wieder auf Tour zu gehen.

AMBOSS: Gibt es denn Tourpläne für die Zukunft?

Benjamin Guerry: Wir arbeiten daran. Wir werden bald eine Tour bekannt geben, die aber fast nur in Frankreich stattfindet. Aber wir arbeiten auch an einer Tour durch Europa.

AMBOSS: Jeff ist ein sehr kreativer Kopf!  THE GREAT OLD ONES, Spectrale und er zeichnet viel. Gibt es viel was er für die Band oder für sich selbst macht?
Benjamin Guerry: Jeff ist ein fantastischer Künstler, sehr talentiert. Er macht alles Artworks für THE GREAT OLD ONES. Cover, Shirts, etc. Er ist sehr produktiv und zeichnet die ganze Zeit, für sich selbst, für THE GREAT OLD ONES und für andere Bands. Er macht auch Buchcover. Ihr solltet euch mal mit seinen Sachen beschäftigen.

AMBOSS: Macht er das gesamte Layout für THE GREAT OLD ONES?
Benjamin Guerry: Er macht die Artworks aber das Layout macht jemand anderes. Für die ersten beiden Alben war es Romain Lupino von Les Acteurs De L´Ombre. Für „EOD“, unser neue Album hat das unser neuer Bassist gemacht.

AMBOSS: Nochmal vielen Dank für die Möglichkeit des Interviews. Die letzten Worte gehören dir…
Benjamin Guerry: Vielen Dank für euer Interesse an THE GREAT OLD ONES.  Besucht uns live um Cthulhu und die anderen großen alten zu verehren.

(hendrik)

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