EMPFEHLUNG, REVIEW

TANKS AND TEARS „Know Yourself“ (Dark Wave/Post-Punk)

TANKS AND TEARS

„Know Yourself“
(Dark Wave/Post-Punk)

Wertung: Empfehlung!

VÖ: 16.03.2015

Label: Swiss Dark Nights

Webseite: bandcamp / facebook

Das italienische Trio aus Prato zelebriert auf ihrem 5 Track Debüt die melancholische Seite des Dark Waves. Verführerische Melodienlinien, wavige Saitenarbeit und eine latent gedrückte Stimmungslage beherrschen die Songs. Erinnerungen an The Chameleons oder Pink turns blue werden wach. Die Stimme von Matteo Cecchi erinnert dann auch an eine Mischung aus Burgess und Mic Jogwer, wobei es ihm gelingt, neben gefühlvollem Timbre auch die leidende, ja zerbrechliche Seite in die Stimmbänder zu integrieren (ähnlich einem Robert Smith).

„Hills of death and blood“ ist ein durch und durch depressives Kleinod, wobei sowohl textlich als auch von der schwermütigen Melodie her, jede Hoffnung zum verzweifelten, letzten, dennoch stillen Schrei mutiert. Erinnert etwas an Cure’s „Faith“. Verträumter Gitarren Wave erklingt mit „chappy Monday“, dessen galantes Wechselspiel zwischen ruhigen und druckvollen Passagen ein musikalisches Psychodrama heraufbeschwört, welches in einer eingängigen Hookline mündet. Die druckvolle Komponente wird im folgendem „Trying to forgive“ noch gesteigert. Die Drums agieren heftiger und auch das Riffing wird straighter, während der verhallte Gesang unterschwellige Aggressionen offenbart und scheinbar aus Kellergewölben in die Szenerie des Studios assimiliert. Eine betörende und eingängige Melodielinie durchschleicht „Danger“ (an irgendeinen Song erinnert mich diese latent poppige Attitüde). Die cool geriffte Bassline verschmilzt mit harmonischen Klangspektren, deren Atmosphäre nicht ganz so düster erklingt, wie zu Beginn der CD. Der Gesang bleibt aber voller Wehmut. Während man des Öfteren an Cure’s „Faith“ erinnert, würde das Schlussepos „Song for those who stay“ eher auf der „Pornography“ ein Zuhause finden.

Fazit: Ein gelungenes Debüt. Perfekter Dark Wave mit reichlich Einflüssen der 80er. Bei aller Düsternis wird der Melancholie ein emotionaler Teppich ausgerollt. Zudem gelingt es harmonische Melodien zu erzeugen, die sich schnell und gefühlvoll in den Gehörgängen festsetzen. Zu guter Letzt besitzt Sänger Matteo die Gabe, Emotionen zu transportieren. Schönes Ding! (andreas)