OPETH “Sorceress” (Progressive Death Metal)

Online seit 2.10.2016

coverOPETH

“Sorceress”
(Progressive Death Metal)

Wertung: Empfehlung, Alter!

VÖ: 30.09.2016

Label: Nuclear Blast Records

Webseite: Homepage, Facebook, Myspace

Was ist schwieriger als ein OPETH Album zu schreiben? Eins zu bewerten, vielleicht?
Nein, Spaß beiseite. Aber ich habe kann mich nicht daran erinnern, dass ich je ein Album sooft gehört habe, bevor ich mit dem Review begonnen habe. Gut, hier könnte es daran liegen, das mich die Scheibe begeistert, aber ich habe auch immer noch einen Durchlauf gestartet um noch etwas fürs Review zu finden.
Mit „Blackwater Park“ bin ich damals bei OPETH eingestiegen und „Bleak“ ist bis heute immer noch mein Lieblingssong der Truppe! Dann habe ich immer mal wieder reingeschnuppert, da sie mich immer fasziniert haben, aber oft nicht richtig packen konnten. Meist lagen meine momentanen Vorlieben einfach woanders.
Mit „Sorceress“ gebe ich den Jungs einen neuen Versuch und bäääähhhhmmmmmm, gepackt!
Bestimmte Sachen habe ich immer gemocht, aber dieses Mal kann ich die Scheibe problemlos am Stück durchhören, was sonst nicht der Fall war.
Was mir als erstes auffällt, wahrscheinlich ist das schon länger so, ist der fehlende Gutturalgesang von Herrn Åkerfeldt. Das hat mich auf den älteren Scheiben immer angesprochen, diese Abwechslung, dieser Spagat.
Gut, der Gesang war immer schon Top of the Tops, aber in Kombi mit dem Gegrunze, irgendwie noch mehr Gänsehaut.
Der Sound ist etwas rauer ausgefallen, mehr in die 70er-Gegend gerutscht und auch musikalisch hat man etwas in Richtung 70er-Progressive gelinst.
Vorher war man ja selber schon sehr progressiv aber in Verbindung mit diesem Sound und den unendlichen Tasteninstrumenten von Joakim Svalberg, 7 an der Zahl, zu denen unter anderem eine Hammond Orgel zählt, kommt man natürlich mehr in die 70er-Ecke.
Hinzu kommt, dass den Tasten diesmal sehr viel Platz eingeräumt wird, teilweise „ersetzen“ sie sogar Gitarrenparts. Manchmal werde ich mit einer leichten Gänsehaut an den kürzlich verstorbenen Keith Emerson erinnert.
Vom ruhigen akustischen Intro, über frickelig jazzige Parts und rockigen Kram bis hin zu völlig abgedrehtem 70er-Prog-Geflippe ist hier alles gegeben und OPETH mach genau das, was man von ihnen erwartet hat. Etwas anderes!
Sound, Musik, Gesang, Stimmung, alles genau da, wo es mich grad abholt!
Ich bin geflasht, wie ich es noch nie von OPETH war und werde meinen Nachholbedarf in Sachen Åkerfeldt und Co. sehr zügig decken müssen. (hendrik)

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