NIGHT IN GALES “The Last Sunsets” (Death Metal)

Online seit 20.02.2018

NIGHT IN GALES

“The Last Sunsets”
(Death Metal)

Wertung: Empfehlung!

VÖ: 23.02.2018

Label: Apostasy Records

Webseite: Homepage, Facebook, Myspace

Die „Nachtigallen“ lernte ich 1997 durch ihren Song „Autumn Water“ auf einer CD in Metal Hammer oder Rock Hard kennen und war gleich gefesselt. Heute bin ich ziemlich froh, dass ich mir damals ihr Debüt direkt auf Vinyl geordert habe!
Danach habe ich die Band aber aus den Augen verloren, bzw. gefiel mir „Thunderbeast“ zu der Zeit auch nicht so gut. Erst 2011 nach ihrer 10-jährigen Albumpause wurde ich durch „Five Scars“ wieder auf sie aufmerksam, war positiv überrascht, aber konnte nicht völlig gepackt werden. Etwas zu modern und glatt für mich persönlich!
Jetzt dauerte es wiederum über 6 Jahre, bis ein neues Album erschien, dafür bin ich dieses Mal total begeistert!
Geile Songs, geiler Sound und „Ur“-Sänger Christian Müller, der bereits nach „Sylphlike“ und „Razor“ die Band verlassen hat, ist wieder dabei und macht einen unglaublich guten Job! Hier hat man keine Sekunde das Gefühl, dass ein alter Kumpel aus nostalgischen Gefühlen wieder zurückgeholt wurde, sondern er ist perfekt!

Musikalisch würde ich sagen, die stärkste Scheibe dieser Truppe! Ja, „Sylphlike“ hatte etwas jugendlichen Charme, „Towards The Twilight“ passte super in die Zeit, aber „The Last Sunsets“ setzt nochmal einen oben auf!
Die Gitarren weisen eine gewisse Leichtigkeit auf, als wären sie mal eben nebenbei auf einem Nachmittagsspaziergang eingespielt worden. Das Schlagzeug wirkt wohlbedacht und ausgeklügelt. Der Gesang ist wunderbar aggressiv, aber nie übertrieben. Die Gastsänger Marc Grewe (ex-Morgoth bei „The Mortal Soul“), Christian Mertens (Dark Millenium beim Titeltrack und „Kingdom Of The Lost“) und Martin Matzak (ex-Torchure bei „Dust And Form“) vermitteln den Aspekt, dass man echt noch Spaß an der Sache hat und Kumpel oder ehemalige Vorbilder mit einbringt.
Die beiden kurzen Intermezzi lassen an den richtigen Punkten etwas Luft zum Atmen, bis es dann wieder rund geht. Die Melodien liegen in der richtigen Schnittmenge zwischen At The Gates und alten In Flames, sind aber null ausgelutscht, haben definitiv genug Eigenständigkeit und bleiben auch für länger im Ohr hängen.
Das Cover passt gut zusammen mit der musikalischen „Rückführung“ in alte Zeiten und liegt farblich irgendwo zwischen „Sylphlike“ und „Towards The Twilight“!
Dan Swanö hat, wie eigentlich immer, einen guten Job gemacht. Aber dieses Mal muss ich als Gitarrenfreak ganz klar sagen, dass die Gitarren zu weit im Hintergrund stehen, bzw. ist mir das Schlagzeug zu laut. Ich bin mal auf den Mix des Vinyls gespannt!

Und noch ein kleiner Kritikpunkt bei der ganzen Lobhudelei. Mir persönlich werden zu viele Songs ausgefadet. Ist halt nicht so mein Ding! Ansonsten definitiv Anwärter auf die Death Metal Scheibe des Jahres, obwohl die bis jetzt immer erst im Dezember kam. Ich drück euch die Daumen Jungs. Spielt doch bitte auf dem Party.San dieses Jahr! (hendrik)

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