EMPIRE IN DUST “A Place To Rest” (Electro)

Online seit 15.10.2015

cover_eid_aptr_screenEMPIRE IN DUST

“A Place To Rest”
(Electro)

Wertung: Gut

VÖ: 23.10.2015

Label: phonector

Webseite: www.empire-in-dust.de

 

Wenn ich etwas von Electropop oder Indie lese breche ich nicht gerade in Jubelstürme aus, viel zu viele Bands überschwemmen diese Szenen und es ist wirklich schwer die wirklichen Perlen darin zu finden. Entsprechend vorsichtig ist dann auch die Herangehensweise an das Debütalbum der dreiköpfigen Band EMPIRE IN DUST aus Berlin. Das man auch viel Wert auf eine optisch ansprechende Veröffentlichung legt zeigt das toll gestaltete Digipack samt ausführlichem Booklet, auch keine Selbstverständlichkeit mehr heutzutage.

Schon vom ersten Klang an merkt man das hier mit viel Gefühl und Soundverständnis gearbeitet wird. Die elektronischen Sounds sind extrem dicht, stimmig und stecken voller musikalischer Harmonie. Trotzdem bieten sie Platz für sehr intelligent verschachtelte Raffinessen und auch der tiefe dunkle Gesang von Sänger Manuel ist sehr eindringlich und damit sehr beeindruckend. Bei manchen Synthiekollagen kann man an Bands wie Project Pitchfork denken, ohne hier zu viel Lob auftischen zu wollen. Sehr schön ist auch das Keyboarderin Alina sehr gezielt mit ihrer Stimme einsetzt und für gute Kontraste sorgt. Generell sind die Titel auch sehr passend für dynamische Bewegung auf der Tanzfläche weil die Beats sehr energiegeladen sind.

Gerade im mittleren Sektor finde ich das Album richtig stark mit dem extrem eingängigen “Bliss & Starvation” oder dem technisch verspielten “Downtime”. Hier ist eine unglaubliche Intensität in der Musik zu spüren und man erkennt sehr schnell, dass die Musiker ihre Musik leben und diese nicht einfach nur dahin gespielt haben. Was oft kitschig wirkt ist hier einfach nur grandios: das Zusammenspiel von männlicher und weiblicher Stimme. Besonders bei “Downtime” ist dies besonders gelungen. “Silent World” ist auch so ein Stück welches mich ungemein begeistert. In VNV Nation ähnlichem Soundkonstrukt ist die Rhythmusarbeit sehr intensiv und zugleich wunderschön mit Synthies verziert. Die große Stärke obendrauf ist dann aber der großartige Gesang von Manuel und dann wieder auch Alina im Refrain. Ich bin sehr angetan!

Tja nicht viel erwartet und doch begeistert worden. Nicht jedes Stück trifft zwar sofort mein Gehör im oben beschriebenen Maße, doch manche brauchen ja auch ein bisschen länger, sind dafür aber nachhaltiger. Schön, das es so etwas immer wieder einmal gibt. Tolle Musik die EMPIRE IN DUST auf dieser CD zelebrieren! Sowas sollte tunlichst unterstützt werden bitte. Vielleicht sieht man sich ja mal Live! (michi)

 

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