BANTAM LYONS “Melatonin Spree” (Cold Shoegaze Wave)

Online seit 9.08.2016

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“Melatonin Spree”
(Cold Shoegaze Wave)

Wertung: Empfehlung!

VÖ: 24.06.2016

Label: Kshantu/Broken Silence

Webseite: Homepage / Facebook

Die vier jungen Franzosen verschmelzen Brit Pop mit Cold Wave und verfeinern es mit der Durchgangsstation Shoegaze. BANTAM LYONS zeigen sich auf ihrem Debüt mit einer enormen Frische. Die melancholische Seite wird ebenso bedient, wie die poppige Variante von Cure, das Ganze garniert mit eine Prise The Jesus and Mary chain.

Geprägt von eingängiger Poppigkeit erfreut der Opener die Ohren. Krach verpackt in einer Harmonie, welche in einem Refrain gipfelt, wie man ihn in der Form nur aus den 80ern oder britischen 90ern kennt. “Beeds” ist im Mark eher beseelt von ruhig flirrenden Saiten. Geschickt lässt man das Pendel, mal exzessiv, mal dramatisch pendeln. Temposteigerungen sorgen für explosive Stimmungsschwankungen. Das Spiel mit Laut/Leise funktioniert und so beherrscht man die unterschiedlichsten Passagen des Songwriting und lässt den Hörer immer wieder vor die Mauer der Spannung laufen. Der Gesang besitzt dieses klitzekleine besondere Merkmal, unaufdringlich und dennoch prägnant.Während hie und dort verspielt arrangiert wird, ist “Michel” nach dem ausladenden Intro auf den Punkt gebracht. The Smiths haben in den 80er “the Queen is dead” heraus gebracht, “Something familiar” könnte ein Song davon sein. Allerdings mit einer krachigen Komponente versehen. Der Ruhe frönend schleicht das erzählerische “Deft Hand” heran. Aus der hinteren Ecke lukt ein wenig Singer/Songwriter hervor, bevor der Refrain sich ein Nest im Seelenleben des Hörers baut und betörend seine Brut beherbergt. Elegisch wandert die Schönheit mit einer Spur Verträumtheit. Die Heftigkeit hier, wird erst zum Schluß merkmalisiert, zuvor lanciert das Schlagzeug kleine Gewitterwolken.

Das 8-minütige Schlussepos ist ein schleppender Moloch aus straighten Gitarren, cleanem Schlagzeug und verführerischen Gesängen, zerbrechlich wie Morrissey in einer depressiven Phase. Doomige Slaze Eleganz voller latent romantischen Strukturen. Verspielte Exkursion mit Düsterkammer-Effekten ergeben sich dem Piano Outro.

Fazit: Ein großartiges Debüt, die im Presseinfo erwähnten, großen Bands sind nicht übertrieben. Ein intensiver Gesang, mit einem Timbre voller Wehmut. Cleane Drums, exzessiv und auch mal introvertiert. Felle und Klang gelieren mit flirrenden Saiten, während der Sechssaiter auch mal die Eruption generiert, bleibt dem Bass, dieses cureske verträumte. Gelungen. (andreas)

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