ZEROMANCER + SCREAM SILENCE + EYES SHUT TIGHT :: Bringen die Markthalle zum Kochen

Livebericht vom 17.03. in Hamburg, Markthalle
(oliver garrandt / www.abstrakte-fotografie.de / www.dark-faces.com)

Nach gefühlter ewiger Abstinenz von der Bühne kommt Zeromancer nach Hamburg und zeigt es allen. Nicht nur, dass sie es noch können, sondern auch wie heiß sie einen eiskalten Winterabend gestalten. Aber vorweg waren da noch Eyes Shut Tight (EST). Diese aus Hamburg stammende Truppe zeigte, obwohl noch unerfahren auf sehr großen Bühnen, das sie riesen Freude daran haben als Anheizer den Abend zu beginnen. Man merkte vor allem, dass der Bassist noch etwas unsicher war, was er mit so viel Platz anfangen sollte.

Frontmann Dirk indes wirkte voller Spielfreude und die anderen beiden Bandmitglieder waren zwar anfänglich zögerlich, fingen aber schnell an aufzutauen. Abgesehen davon, dass der Drummer natürlich nicht über die Bühne rennen konnte, zeigte sich mit jedem weiteren Song, wie das Quartett sich einen gelungenen Abend in ihrer Heimat vorstellen. Vor allem durch das druckvolle Spiel an der Gitarre und Dirk’s Stimme zeigte sich das Potential der jungen Band.

Mit der zweiten Band des Abends, Scream Silence, kamen dafür echte Bühnenprofis an die Reihe. Obschon, wie so üblich, zwei der fünf auch in deren Bands ihre zweite Heimat haben, wirkte das Zusammenspiel sehr gut und mit dem Frontmann Hardy Fieting steht wer auch im 15ten Jahr des Bestehens vorne, der vor allem seine Fans richtig gut im Griff hat. Vor allem seine Ausdrucksstärke und Mimik sind etwas, das bestimmt vielen, lange in Erinnerung bleiben dürfte. Ihre Songs wiederum waren wie es eben allseits bekannt ist. Da scheiden sich sicherlich die Geister.

Aber trotzdem hat es mir viel Spaß gemacht, ihnen zuzuschauen und euch gute Bilder mitzubringen. War es doch an diesem Abend ein Rock-Set, was gespielt wurde. Und damit traf es auch genau den Nerv der Anwesenden. Zumal sich die Markthalle im Verlaufe des Abends weiter füllte. War es bei EST noch als mäßig gefüllt zu bezeichnen, kam nun immerhin mehr und mehr Publikum. An besondere Fans gerichtet, war noch ein Dankeschön für mit Namen bestickte Handtücher. Was Fans nicht auch für ihre Musiker/Stars tun? Doch auch die Zeit von Scream Silence ging mal vorbei und unter großem Applaus verließen sie die Bühne, um endlich den lang erwarteten Norwegern Platz zu machen.

 


Nach nun mehr fast drei Jahren stehen sie nun unter tosendem Applaus auf der Bühne und haben doch noch nicht mal einen Song gespielt. So soll ein Konzert einer Band beginnen, die eindeutig zu den besten Livebands der Szene gehören. Alex und Kim können es selbst kaum fassen, mit welchem Vorschuss an Applaus sie begrüßt werden und beginnen ihren Abend, der im Zeichen des neuen Albums “Bye Bye Borderline” steht. Und mit einigen Songs von dem Album wird der Abend auch eröffnet. “You Meet People Twice” war der gelungene Opener. Die große Halle war nun auch zur guten Hälfte gefüllt. Das Publikum am toben und tanzen. Wie soll ein Abend noch kommentiert werden? Klar, sicher gibt es noch einiges zu berichten! Zu dem wie immer gelungenen Abend kam perfektes Licht. Das Zusammenspiel von Sound, Licht und Publikum war klasse. Und als dann auch noch die ersten “alten” Songs gespielt wurden, war im Grunde alles gelaufen. Kaum wer, der sich im Foyer aufhielt, kaum wer, der nicht seine Augen auf die Bühne gerichtet hatte und schon gar nicht mit freudigem Lächeln den Gig verfolgte oder auch lautstark mitsang. Vor allem die Hits wie “The HATE Alphabet” oder “Sinners International” wurden zum Publikumschor. Zwischenzeitlich war es sogar der als eher schüchtern geltende Dan, der auf der Bühne Tanzeinlagen darbot und auch konnte sich Kim es nicht verkneifen, immer wieder mal Lorry zu ärgern. Zum Spaß aller Anwesenden, zumal Lorry, sich sehr stark zu seinem Vorteil verändert hatte. Da fehlten bestimmt einige Kilo mehr an dem fast ebenso schüchternen Keyboarder.

Auch die bekannteste Cover-Version “Photographic” von Depeche Mode kam noch mal zu ehren. Doch nach 15 Songs, das klingt wenig, war aber trotzdem abendfüllend, war der Abend zum größten Teil gelaufen. Und nicht nur das Quintett war komplett ins Schwitzen geraten, sondern auch das nach Zugabe lechzende Publikum. Und als dann auch noch Alex seinen durchtrainierten nackten Oberkörper der Welt zeigte, war nach der Zugabe Schluss. Wohl ähnlich wie in Berlin und anderorts, waren natürlich Szenegrößen anderer Bands im Publikum zu sehen und gaben sich die Ehre. So waren in Hamburg u.a. Mitglieder von Projekt Pitchfork, VNV Nation, Lacrimosa und die Krupps vor Ort (jedenfalls die, die ich sehen konnte)

Somit zeigt sich der Stellenwert von Zeromancer denke ich sehr, sehr gut. Ich kann nur sagen: Danke für den absolut gelungenen Abend! (olli)