LIVEBERICHT

DOOL :: Sind auch ohne Vorband ziemlich heiß!


Die Band DOOL besteht mit Drummer Micha und Bassist Job aus ehemaligen Mitgliedern der Okkultrocker THE DEVILS BLOOD. Im Februar veröffentlichte die Band ihr Debütalbum „Here Now, There Then“ via Prophecy Records. In der Deaf Forever Ausgabe 2/17 erreichte das Album Platz 3 des Soundchecks. Nach nur wenigen Auftritten nach der Veröffentlichung, unter anderem auch beim Hell Over Hammaburg Festival, folgte eine Tour als Support Act von Me And That Man, das Country/Folk-Projekt von Behemoth-Frontmann Nergal. Der heutige Abend verzeichnet den Tourstart der „Summer Of She Goat Tour“ mit acht Konzerten in Deutschland und Österreich sowie 5 Festival Auftritten.
Der Club THE TUBE liegt mitten in der Altstadt von Düsseldorf umringt von Kneipen, Restaurants und Tanzschuppen unweit des Rheinufers. Der sehr kleine aber feine Laden entpuppte sich am heutigen Sommerabend als Sauna. Gefühlte 50 Grad direkt vor der Bühne sorgten dafür, dass schon beim Warten auf die Band die ersten Shirts nass geschwitzt waren. Als die Band um ca. 21:15 Uhr die Bühne betrat folgte eine 70-minütige extrem schweißtreibende Angelegenheit für die rund 100 anwesenden Gäste, womit der Laden bis hinten gefüllt war.
Mit dem 10-minütigen Opener „Vantablack“ starteten DOOL in ihr Set. Dieser Song verzeichnet mehr oder weniger schon das ganze Schaffen von DOOL. Ruhigere, schleppende Parts wechseln sich mit melodischen tanzbareren Parts ab, die häufig ihren Höhepunkt im Refrain wiederfinden wobei das Ganze immer eine progressive dunkle Note beinhaltet. Das nachfolgende „Golden Serpents“ überzeugt vor allem durch seinen wunderbaren melodischen und tanzbaren Refrain und ist für mich der heimliche Hit der Band. Als vierten Song hatte die Band einen neuen Track „The Wells Run Dry“ auf der Setlist. Dieser wusste vor allem durch ein wunderschönes Solo zu überzeugen, welches in einen sich langsam aufbauenden melodischen Part überging, der wiederum in einer Fortführung des Solos gipfelte. Nach dem Konzert konnte ich einige kurze Worte mit einem der Gitarristen wechseln. Er meinte, dass wäre der einzige fertige Song bislang. Ein weiterer ist noch nicht ganz ausgereift. Eines ist aber klar: können DOOL diese Klasse und Dichte an Melodien halten, steht uns ein super zweites Album der Band bevor.
Nach einer kleinen schüchternen Ansage der Sängerin Ryanne folgten mit „Words On Paper“ und „She Goat“ zwei weitere Topsongs vom Debütalbum. Vor allem „She Goat“ überzeugte live mit seinem flotten Refrain und den doch sehr an THE DEVILS BLOOD erinnernden melodischen Mittelteil. Insgesamt kommen die Songs live wesentlich druckvoller und härter rüber als auf der Platte, was ich persönlich sehr begrüße.
Es folgte mit „Love Like Blood“ ein Cover der Band Killing Joke, ehe der balladeähnliche Song „The Death Of Love“ präsentiert wurde. Zum Abschluss folgte noch der Hit „Oweynagat“, welcher bereits auf der EP vor dem Album veröffentlicht wurde, und das schleppende „The Alpha“. Die Band erntete nach schweißtreibenden 70 Minuten zu Recht tosenden Applaus und verließ die kleine Bühne durch die anwesenden Gäste.

Was in Erinnerung bleibt ist folgendes:

  1. The Tube = Sauna.
  2. Es braucht keine Vorband.
  3. Einen Eintrittspreis von 12 Euro habe ich schon lange nicht mehr erlebt.
  4. DOOL sind eine super Liveband!
  5. Die Vorfreude auf neues Material wurde durch den neuen Song noch weiter gesteigert. Die Band soll sich ruhig Zeit lassen mit dem Schreiben neuer Songs, wenn dann solch ein Output dabei herauskommt.

Alles in allem ein klasse Abend.

Setlist: Vantablack, Golden Serpents, In Her Darkest Hour, The Well´s Run Dry (Neuer Song), Words On Paper, She Goat, Love Like blood (Killing Joke Cover), Death Of Love, Oweynagat, The Alpha

(philipp)