AESTHETIC PERFECTION + BLITZMASCHINE + BHAMBHAMHARA :: Auch im Kir geht Klang :-)

Livebericht Aesthetic Perfection, Blitzmaschine und BHAMBHAMHARA am 23.12.12 im Kir,, Hamburg
(Text und Fotos by Oliver Garrandt www.abstrakte-fotografie.de / www.dark-faces.com)

Du hast richtig gelesen, Aesthetic Perfection und Blitzmaschine als Support im Kir. Dabei wäre wohl im alten Wohnzimmer Hamburgs es doch auch sehr gut umgekehrt möglich gewesen. Und der Verlauf auf der Bühne war daher auch wohl eher willkürlich gewählt. Während der eigentliche Support beider Bands BHAMBHAMHARA  den meisten Anwesenden dann doch nicht wirklich etwas sagte.

 


Das Duo, geführt von Jan Bicker neben seinem Kollegen Axel Ermes, hat mit seiner „Progressive Body Music“ dem Publikum, mit einer Art den Urschrei im Intro auf elektronische Art, Tracks ihres im Frühjahr geplanten Debüt Albums vorgestellt. Jedoch war davon nicht jeder im Kir überzeugt. Sicherlich lag es aber auch an dem im ersten Augenblick unaussprechlichen Namen. Wenn man das ein paar mal geübt hat, klappts aber doch ganz gut. Dass Jan sich dabei auch an seinen Idolen wie „Skinny Puppy“ orientiert hat, war nicht nur zu hören, sondern auch über sein Fan-Shirt auf der Bühne zu „erahnen“. Tanzbar war es auf jeden Fall. Aber zu der frühen Stunde war es einfach noch zu leer im Kir, als dass die Leute, von ein paar Cyber mal abgesehen, schon tanzen wollten.
Zur Entschuldigung des wohl zu meist zu Haus gebliebenen Hamburger Publikums sei zu sagen, dass es an dem Tag Blitzeis gegeben hat und viele Straßen und Gehwege noch glatt waren, oder wenigstens durch Nässe glatt zu sein schienen. Wie dem auch sei, waren die sechs Songs plus Intro ein kleiner Vorgeschmack und Jan Bicker ist dazu, wie man sehen konnte, auf der Bühne auch kein Frischling mehr. Vielleicht wird man im Frühjahr mehr von Ihnen sehen/hören.

 


Die Umbaupause gestaltete sich recht zügig und so kamen dann die drei Hamburger auf die Bühne. Kurz um, sie haben echt Spaß gemacht und Spaß gehabt. Die drei hatten eine Setlist von neun Songs, von denen nicht alles schon offiziell bekannt war. So konnten sie den Freunden, Fans und Bekannten wie auch unbekannten Gesichtern schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf 2013 geben. Und selbst Matze seine Schiffersklaviernummer war wie immer toll. Vielleicht lag es am Heimvorteil, vielleicht aber auch an dem Trio. Das Publikum wachte auf, tanzte und lies sich sogar von Holger an die Bühne locken. Nicht dass die Hamburger schüchtern wären. Aber das Kir und seine fast schon persönlich wirkende kleine Bühne hebt quasi in der ersten Reihe jede Form von Distanz auf und es bedarf ja manchmal doch etwas MUT, seinen Helden auf der Bühne so nahe sein zu dürfen. Von der noch als aktuell zählenden Scheibe, wurden dann auch die Clubhits gespielt und im Grunde waren alle schon zufrieden. Wenn da nicht noch AESTHETIC PERFECTION spielen sollte. BLITZMASCHINE haben jedenfalls schon mal ein vorweihnachtlich glückliches Fest eingeläutet.

 


Und dann kam der Daniel. Unterstützt von zwei Livemusikern war der Österreicher sofort in seinem Element. Okay… die beiden Livemusiker mussten dann doch noch etwas mit dem Soundmixer hadern, aber dann war es eigentlich ein Selbstgänger. Eigentlich. Klar war natürlich, dass ein mittlerweile alter Bühnenhase wie Daniel so eine Stimmung mitnehmen kann. Wäre schlimm, wenn nicht. Und die Abwechslung zwischen schnellen und langsamen Tracks machte auch Spaß, animierte zum Tanz und letztlich war die Wohnzimmerkonzertstimmung durch die Nähe vollendet. Sogar die beiden Livemusiker ließen sich durch die kleine Bühne nicht groß irritieren. Wahrscheinlich sind die 12-15qm Fläche ihnen sonst wohl lächerlich vorgekommen. Aber nein, sie spielten ordentlich und haben ihre Qualitäten gut unter Beweis stellen können. Doch erschreckend war, dass nach nur knapp 60Min. alles vorbei sein sollte. Das etwas erstaunte Publikum musste sich selbst irritiert dazu anfeuern, nach einer Zugabe zu rufen. Was ZUM GLÜCK auch funktionierte. Das Kir hat die Eigenheit, dass die Musiker vom Backstage zur Bühne immer durch das Publikum selbst laufen müssen. So waren denn die letzten Hemmungen bei Fans und Freunden fallen gelassen worden. Aber nach der kurzen Zugabe waren die drei völlig verschwitzt wieder nach „Hinten“ verschwunden und es gab keine weitere Zugabe. Noch bevor das Volk noch mal nach Daniel und Co. Rufen konnten, wurde das Hauptlicht eingeschaltet und es war vorbei. Gefühlt war das Konzert dabei erst in der Mitte des Gigs angekommen. Eventuell haben sich die drei zu schnell verausgabt, oder aber die Anreise aus München, wo sie am Vortag gespielt hatten, war einfach zu lang gewesen. In jedem Falle war nach den 70Min. alles vorbei.

Dabei hat vor allem Jan Winterfeld, der Soundmixer gezeigt, dass es im Kir doch besser geht, wenn man nur will. Ich denke, dass der Maßstab in dem Falle klar festgelegt wurde. Auch im Kir geht Klang!!! Wenn es auch ohne Ohrschutz grenzwertig laut war. Somit endete die Einstimmung auf die heilige Nacht und wir warten alle auf 2013 und seine vielen Highlights, die sich bereits angekündigt haben.