VOYNA
„Monsters“
(Melancholic Wave)
Wertung: Sehr gut
VÖ: 28.11.2025
Label: Aenaos Records
VOYNA ist das Nebenprojekt von Peer Lebrecht, dem Frontmann und kreativen Kopf hinter der Berliner Post-Punk-/Darkwave-Band GOLDEN APES. Es ist nach „The Cinvat Bridge“ und der EP „…and the Heresies“ die dritte VÖ.
Der Opener „Calcium Well“ scheint mehrmals Anlauf zu nehmen, um sanftmütig in eine elegische Melodie zu gleiten, die dann perfekt vor dem Hörer ausgebreitet wird und Peer von leeren Nächten und Tagen erzählen lässt. Etwas klarer inszeniert ist das leicht hypnotische, etwas reduzierte „Wrong Face“, welches zuweilen mit cureskem Charme der Desintegration Phase kokettiert, dennoch ganz deutlich Peers Handschrift trägt (Das gilt natürlich auch für die visuelle Umsetzung).
Es folgt „Waters“, welches plötzlich auch mal etwas druckvoller die Melancholie untermalt. „All your ways“ hat durch sein von Sprachsamples beeinflusstes Intro einen leicht experimentellen Charakter. Auch „Milk“ weist aufgrund der Verschmelzung von Schlagwerk und Harmonie kleine Experimente auf, welche sich im Songverlauf mit gefühlvollen Passagen paaren. Der Titelsong scheint trotz aller kindlichen Erinnerungen an die Monster unterm Bett einen eher positiven Klang zu haben, sind doch diese Monster vertraut, gerecht und freundlich… oder sitzt man hier einem Trugschluss auf? Das ruhige, balladeske „Days of Light“ verführt den Hörer, entfernt jegliche Alltagssorgen und dient dem Dahingleiten in Tragträumereien. Zum Finale gibt es „White“, dessen galante Einleitung verführerisch und gleichzeitig sehr fragil erscheint. Geschickt gleitet man dann in verklärte Harmoniebögen.
Fazit. Man könnte jetzt meinen, VOYNA verkürzt nur das Warten auf das in Bälde erscheinende neue Werk der GOLDEN APES. Diese Herangehensweise würde allen Beteiligten nicht gerecht und dazu ist dieses wunderschöne Kleinod dunkler Musik viel zu gut. VOYNA erschafft Klangbilder voller dunkler Melodien, die sich mit betörender Eleganz heranschleichen und trotz manch notwendiger Kanten immer den persönlichen, punktuellen Fixpunkt des Gefühls streicheln. (andreas)
