EMPFEHLUNG, REVIEW

SKARDUS „Ut De Deep“ (Black Metal)

SKARDUS

„Ut De Deep“
(Black Metal)

Wertung: Empfehlung!

VÖ: 30.01.2026

Label: Eigenproduktion

Webseite: Bandcamp / Facebook

SKARDUS gibt es zwar schon seit 2008, aber nach 3 Demos und einer Split erschien „erst“ 2023 ihr Debütalbum „Stormriek“ (Review hier). 2024 hatte ich das Glück, die sympathischen Jungs live erleben zu dürfen (Konzertbericht hier).
Ende Januar erschien jetzt mit „Ut De Deep“ eine EP, die auf „Stormriek“ folgt.
Am 23.01.2026 erschien „Ut De Deep“ bereits digital auf Bandcamp und eine Woche später erschien die EP dann auch physisch als Tape, von denen die Band mir netterweise eine der 100 Einheiten zur Verfügung gestellt hat.
„Ut De Deep“ erzählt in seinen 4 Songs, die etwas über 26 Minuten dauern, eine Geschichte von Aufstieg, Blüte, Untergang und Vergessen auf Plattdeutsch. Und soweit ich das beurteilen kann ist die EP die erste Veröffentlichung, welche komplett auf Plattdeutsch setzt.
Seite A startet direkt mit dem längsten Song, „En Ehrgierig Drööm“, welches mit einer wunderschönen, für mich schon fast zu kurzen Sequenz einer akustischen Gitarre beginnt. Die Gitarre kommt zum Glück später nochmal zum Einsatz und wird dabei von einem schönen Sample gestärkt. Als die gesamte Band dann einsetzt, bin ich von dem guten Sound positiv überrascht. Auf „Ut De Deep“ haben SKARDUS song- und soundtechnisch ordentlich einen draufgelegt!
Der Sound ist klarer und differenzierter, hat aber das gewisse Quäntchen Räudigkeit behalten, was es braucht, um nicht klinisch zu werden.
Auch der Titeltrack startet mit akustischer Gitarre, die wieder von einem Sample begleitet wird. Hier erzählt eine angenehme Frauenstimme, dass Ebbe und Flut die erste Regelmäßigkeit auf der Erde darstellte, die uns auf ewig überdauern wird.
Echt schön.
„Ünnergang“ startet dann auch mit Wellengeplätscher bevor es direkt in den Blastbeat geht, wie toll. Herr Jürgensen ist bei diesem Song wohl am Mikrofon am abwechslungsreichsten, was der Musik zu Gute kommt. Später im Song kommt dann noch eine tolle langsame Passage, die von Keyboards getragen wird. Es gab ja eine Phase, in der ich Tasteninstrumente im Black Metal generell und prinzipiell abgelehnt habe, das hat sich zum Glück geändert, ansonsten würden mir solche Momente wie hier flöten gehen.
Zum Abschluss startet „Un Still Liggt De See“ wieder akustisch. Textlich geht es hier um die Stimmen der Ertrunkenen, die aus dem Meer nach Hilfe rufen, die aber nie kommt. SKARDU fragt sich hier ob die Hilferufe vielleicht doch eine Warnung an die Lebenden ist. Eine Warnung vor der See.
Ich bin wirklich begeistert von „Ut De Deep“. Es stellt eine Steigerung zu „Stormriek“ dar. Der Sound und der Mix gefallen mir gut. Das Stundenglas von Harachte Artworks, welches das Cover ziert gefällt mir auch.
Diese EP ist ein wunderschönes Rundumpaket aus dem Underground, welches Aufmerksamkeit verdient. (hendrik)