REVIEW

NIGHT MIASMA „Exhausted“ (Dark Punk)

NIGHT MIASMA

„Exhausted“
(Dark Punk)

Wertung: Gut+

VÖ: 15.01.2021

Label: It´s Eleven Records

Webseite: Facebook / Bandcamp

Das Trio aus Karl-Marx-Stadt… äh Chemnitz liefert auf ihrer Debüt 7″ eine explosive Mischung aus düsteren und punkigen Tönen, welche zu ihrer Gründerzeit meist in Amerika beheimatet war. Rene und Flatty firmierten zuvor (mit zwei anderen Mitstreitern) unter dem Namen „L’appel du vide“. Anfang letzten Jahres brachte man ein Demo Tape mit 4 Tracks heraus, welches ein wenig in Richtung EA 80 tendierte.

Die 4 Tracks (diesmal in Englisch) liefern einen Garage-artigen Gitarrensound, wobei man nicht auf eine düstere Atmosphäre verzichtet und das ganze unterkühlt in die Szenerie wirft. Der Opener „Sleepless Night“ besitzt im Mark einen coldwavigen Charakter und könnte aufgrund des verwirrenden Soundgemisches durchaus das rastlose Rumwälzen in einer schlaflosen Nacht beschreiben. Ebenso geartet ist das folgende „Stupid Robots“, wobei sich hier das Schlagzeug deutlicher in den Vordergrund spielt. Etwas schleppender agiert man bei „Laeve this Town“. Überraschende Breaks poltern zwischen durchdringender Härte, krachigen Strukturen und einem fast kaum merklichen Refrain. Ein wildes und ungezügeltes Gebaren, wobei der dunkle Gesang dem Geschwindigkeitsrausch eher aus der ruhigen Ecke zu verfolgen scheint. „Hole“ lässt auch kaum Zeit zum Atem holen und beherbergt zum Schluss dann noch eine ekstatische Temposteigerung samt chaotischen Ende, welches irgendwie prädestiniert dafür zu sein scheint, sein Schlagzeug zu verbrennen oder wahlweise die Gitarre zu Schrott zu hämmern.

Fazit: Für Leute, welche sich nicht zu Schade sind, ihren hochtoupierten Iro beim Pogen zu ruinieren. Das Gesamtkonstrukt (Vinyl-Single, Arrangement, Sound) atmet den Geist der Spätsiebziger, die rotzigen Ergüsse werden dem Hörer quasi um die Ohren gehauen. Man riecht förmlich den feuchten Keller, in den man sich zurückzieht, um sich dem Alltagsfrust mit wilden Eskapaden aus Gitarren, Drums, Bass und einer teilweise integrierten Orgel zu entledigen. Gut gemacht, Jungs, und vielleicht findet nebenbei auch „L’appel du vide“ neue Beachtung, das lohnt sich nämlich (auch) -> Bandcamp (andreas)

Die Band:
Rene – Vox
Flatty – Guitar, Bass, Synth & Vox
Friday – Drums