PÉNITENCE ONIRIQUE :: Dunkler, radikaler, atmosphärischer Black Metal aus Frankreich

Online seit 13.11.2016

Das Debütalbum der Franzosen PÉNITENCE ONIRIQUE hat mich ziemlich gut gepackt. Für die deutschen Anhänger Truppe wollte ich das erste deutsche Interview machen und sie zur Band, Black Metal und der französischen Sezen befragen. Sänger und Textschreiber Diviciacos wollte meine Fragen gerne beantworten.

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Amboss: Hallo von Deutschland nach Frankreich. Wie geht es euch?
Diviciacos: Wirklich gut. Wir haben eine Menge positive Reaktionen auf das Album und einige Interviewanfragen. Das kommt ehrlich gesagt eher unerwartet und deswegen haben wir grad eine gute Zeit!

Amboss: Erzähle doch bitte etwas über die Band für die, die euch noch nicht kennen.
Diviciacos: PÉNITENCE ONIRIQUE ist ein französisches Duett, das etwas spielt was man wohl Black Metal nennt, gesungen auf französisch. Wir wollen eine dunkle, alles umgebende Selbsterkenntnis präsentieren. Unser erstes Album V.I.T.R.I.O.L möchte den Hörer dazu bringen über den Tod auf einem eigenen alchemistischen Wege nachzudenken.

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Amboss: Die Band wurde letztes Jahr gegründet. Habt ihr vorher schon Musik gemacht? Es klingt nicht nach eurem ersten Schritt in die Musik.
Diviciacos: Das ist auch nicht unser erster Schritt in die Musik, wir haben vorher schon über 15 Jahre Metal in anderen Projekten gespielt. Aber ich glaube nicht, dass es wichtig ist zu wissen wo wir herkommen um zu verstehen und zu schätzen was wir bieten.

Amboss: Wie habt ihr quasi direkt einen Vertrag beim französischen Label Les Acteurs Des L´Ombre ergattern können?
Diviciacos: Durch die Magie der sozialen Netzwerke. Nachdem ich mit mehreren Leuten geschrieben habe, endeten die Gespräche bei Romain von LADLO, dem ich einen Song aus der Vorproduktion, welcher auch auf V.I.T.R.I.O.L gelandet ist, vorspielen konnte. Anscheinend gefiel es ihm, denn sie haben uns einen Deal angeboten das Werk zu veröffentlichen, nachdem wir mit den Aufnahmen fertig waren.

Amboss: Wie würdet ihr euren Black Metal beschreiben?
Diviciacos: Dunkel, atmosphärisch, radikal und selbstfindend. Umfassend wie ein Psalm der uns erlaubt auszustoßen was in uns war. Er bringt den Hörer dazu zu verstehen was in ihm ist.

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Amboss: Wie kamt ihr zum Black Metal und wer sind eure Einflüsse?
Diviciacos: Ich weiß gar nicht wie ich zum Black Metal gekommen bin. Ich höre Black Metal  schon über 15 Jahre. Das ist der Metal, der mir am besten gefällt und der mir erlaubt, mich am besten auszudrücken. Bei Bellovesos (Instrumentalist der Gruppe) ist es glaube ich dasselbe . Zu unseren Einflüssen kan ich den schwedischen Black Metal der ´90er und melodischen Death Metal wie Dissection, Sacramentum  und Dawn nennen. Bands wie Emperor,  Limbonic Art, The Ruins Of Beverast. Etwas Funeral Doom, Drone und New Wave. Dazu kommt viel französische Literatur und Gedichte von z.B. Baudelaire und Lautreamont. Außerdem noch fantastische Literatur von Moorcock und  Howard, dann noch offensichtlich Philosophie, Esoterik und Religion.

Amboss: Aus meiner Sicht ist die französische Black Metal Szene grad ziemlich stark. Kannst du uns etwas über euer Szene verraten? Was geht bei euch ab?
Diviciacos: Ich glaube, dass die französische Szene in den nächsten Jahren regelrecht explodieren wird.  Frankreich ist krank, hat keine Bezugswerte. Frankreichs Wurzeln und Werte werden vergewaltigt. Leute, die einen gesunden Verstand behalten wollen, was in unserer Welt gar nicht mehr so einfach ist, sind dankbar sich Dingen anzuhängen mit denen sie sich indentifizieren können. Auch in einer extremeren Art und Weise. Egal welcher Religion, Gruppierung oder Ideologie. Was gibt es für Msuiker extremeres um sich auszudrücken als Black Metal? In einem Land in dem Demokratie ein Witz ist, ist es wichtig für Leute sich auszdrücken.

Amboss: Halten die französichen Black Metal Bands zusammen oder macht jeder sein Ding?
Diviciacos: Ich weiß nicht wie es den anderen Bands in der Black Metal Szene geht. Wir kommen aus einer Stadt in der wir wohl die einzige Black Metal Band sind, auch wenn wir wissen, dass es noch drei andere Metal Bands in der Stadt gibt. Wir gehören also keiner Szene an, in der die Leute zusammenkommen. Liegt vielleicht an dem Fakt, dass wir recht weit davon entfernt sind, was diese Szene betrifft.

Amboss: Was ist der Unterschied zwischen der französischen und der skandinavischen Szene?
Diviciacos: Alles! Ich denke weil Metal kein Teil der französischen Musikkultur ist. Du wirst unsere CD´s in keinem Laden finden, wenn es nicht grad ein Metalladen ist. Du wirst keinen Black/Death Metal Sänger in einer Castingshow sehen, oder eine Black Metal Band wird nie einen Emmy gewinnen. Unsere Szene ist eine Randerscheinung, wir haben keinen wichtige Bands. Schon gar nicht im Black Metal. Aber wir haben trotzdem ein paar wundervolle Bands wie Blut Aus Nord, Anorexia Nervosa, Deathspell Omega oder Seth. Aber sie wurden nie so verehrt wie z.B. Emperor, Darkthrone, Dark Funeral, Marduk oder Nargaroth. Wir haben keine „Flagge“. Wir haben erst seit 10 Jahren ein richtiges Mainstream Festival. Die Medien haben mit der Hilfe einiger Schwachkopfmetaller dem Metal vor langem ein sehr schlechtes Image gegeben. Um ehrlich zu sein gefällt mir das. Wenn Metal eine Randerscheinung ist und der Black Metal missverstanden wird, ist das das Beste was passieren kann.

Amboss: Was ist das nächste auf eurer Liste? Ein Album schreiben? Live spielen? Oder etwas anderes?
Diviciacos: Genau das was du grad aufgezählt hast. Im Moment arbeiten wir an einer Livetruppe, die es uns möglich macht Auftritte zu spielen. Und wir haben auch schon Ideen zu einem Nachfolger von V.I.T.R.I.O.L, der sich noch radikaler anbahnt.

Amboss: Danke für eure Zeit, die letzten Worte gehören euch.
Diviciacos: Danke für euer Interesse an PÉNITENCE ONIRIQUE, die Zeit und die Möglichkeit uns präsentieren zu dürfen. Dank an alle, die uns unterstützen.

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