
Livebericht RELOAD FESTIVAL in Sulingen vom 13.-15.08.2026
(u.a. mit Judas Priest, In Flames, Arch Enemy, Lamb of God)
(Bericht und Photos von Henning + Support durch Justin)
Mittwoch – Die Ruhe vor dem Sturm
Die Anreise am Mittwoch verlief erstaunlich problemlos: keine Staus, keine nennenswerten Verspätungen – die Umstellung durch den Veranstalter scheint tatsächlich aufgegangen zu sein. Nach dem Verkehrschaos der vergangenen Jahre, bei dem man teilweise bis zu acht Stunden im Stau stand, lief dieses Jahr alles erstaunlich reibungslos. Und das sollte auch am Donnerstag so bleiben. Trotzdem stand der Mittwoch ganz im Zeichen des Chaos.
Schon die alten Inkas und Mayas wussten schließlich: Eine Sonnenfinsternis ist ein ziemlich schlechtes Zeichen und steht für Chaos und Furcht.

Um den Sonnengott gnädig zu stimmen, wurden damals Tieropfer dargebracht. Wir wollten natürlich kein Risiko eingehen und haben uns dieser Tradition kurzerhand angeschlossen. Ein Affenschädel musste dran glauben. Man kann ja nie vorsichtig genug sein, wenn ein Festival bevorsteht. Einziger Wermutstropfen: Bei vielen hat die Akkreditierung für den Fotopit nicht funktioniert, weil die Nachfrage schlicht zu groß war. Aber dafür hat man ja Freunde auf dem Festival, die einem aus der Patsche helfen können. Danke, Justin! 😉
Donnerstag – 35 Grad und trotzdem Vollgas

Gut, die Tieropfer scheinen keinen bleibenden Schaden hinterlassen zu haben – also konnte es mit vollem Schwung ins Infield gehen. Der erste Kandidat, um die Stimmung vor Ort zu testen, war ZSK. Die Jungs halten, was sie versprechen, und haben sich bei Temperaturen von rund 35 °C sprichwörtlich den Arsch aufgerissen. Das Publikum wurde von der ersten Minute an mitgerissen. Ganz in klassischer Punk-Manier hatte Joshi auch keine Scheu, sich ins Publikum zu begeben und die Stimmung noch weiter anzuheizen. Für die nötige Abkühlung sorgten derweil die Ordnungskräfte, die mit einem Wasserschlauch über die Menge hielten. Bei diesen Temperaturen definitiv keine schlechte Idee. Leider war nach rund 40 Minuten schon wieder Schluss.

Nach dem Auftritt ergab sich noch kurz die Gelegenheit, mit Joshi zu sprechen. Er zeigte sich sehr zufrieden mit der Performance – sowohl vor als auch auf der Bühne – trotz der extremen Wetterbedingungen. Einzig die 40 Minuten Spielzeit waren ihm deutlich zu kurz, weshalb die Playlist entsprechend gekürzt werden musste. An dieser Stelle auch noch einmal meine persönliche Entschuldigung, dass ich meinen Einsatz bei „Sommer ohne Nazis“ verpasst habe. Sorry, Sylvester!
Generell flüchteten bei den hohen Temperaturen viele Besucher unter die großen Bierzelte und genossen die Musik dort mit einem dringend benötigten Kaltgetränk. Metal kann schließlich auch im Schatten funktionieren.
THEY ART IS MURDER

THY ART IS MURDER machen beim Reload Festival keine Gefangenen: Die Australier walzen mit ihrer brachialen Deathcore-Keule über das Gelände und hinterlassen vor allem eins – ordentlich Staub und vermutlich den einen oder anderen Nackenwirbel weniger. Massiver Sound, wütende Moshpits und eine Bühnenpräsenz, die selbst den letzten Bierbecher zum Zittern bringt. Dabei sitzt jeder Break, jeder Blastbeat und jeder noch so fiese Breakdown erschreckend präzise. Klassiker wie „Reign of Darkness“ sorgen erwartungsgemäß für kollektives Ausrasten, während die Band gleichzeitig zeigt, dass sie auch mit neuem Frontmann Jerry Grimefeld am Mikrofon nichts von ihrer Durchschlagskraft eingebüßt hat. Kurz gesagt: THY ART IS MURDER liefern Deathcore mit der Brechstange – kompromisslos, tight und definitiv nichts für die Nackenmuskulatur.
SOULFLY – Hitzeschlacht mit Ansage

Als Nächstes bekam SOULFLY die Chance, mich aus meiner persönlichen Wärme-Lethargie zu befreien. Und was soll ich sagen? Die alten Herren haben es ohne Probleme geschafft. Max hatte sichtlich Spaß und drehte ordentlich auf – was sich unmittelbar auf das Publikum übertrug. Lediglich die Soundabstimmung ließ stellenweise etwas zu wünschen übrig.

Dem Spaß tat das allerdings keinen Abbruch. Die „alten Herren“ ließen es ordentlich krachen und sorgten dafür, dass am Ende vermutlich kein Fetzen trockene Kleidung mehr am Körper zu finden war. Bei 35 °C ist das allerdings auch keine besonders schwierige Aufgabe. Doch zum Ausruhen blieb keine Zeit. Schnell rüber zur Mainstage – LAMB OF GOD!!!
LAMB OF GOD – Das Infield bebt 
Die Jungs um Randy Blythe ließen von der ersten Sekunde an keinen Zweifel daran, warum sie hier waren: Sie wollten das Infield auseinandernehmen. Eine Hymne nach der anderen wurde aufs Brett geschmettert und dem Publikum praktisch keine Gelegenheit zum Durchatmen gelassen. Der Bass wummerte derart heftig über das Gelände, dass man ihn nicht nur hören, sondern bis in die Gedärme spüren konnte. Auch bei den Pyroeffekten hatte man nicht gespart. Die Explosionen waren teilweise so heftig, dass sich sogar die Crew im Pit kurz erschreckte.

LAMB OF GOD lieferte von Anfang bis Ende eine energiegeladene Show ab, die ihresgleichen sucht. Genau so muss eine Festivalshow aussehen: laut, aggressiv, schweißtreibend und ohne Rücksicht auf Verluste.
ARCH ENEMY – Ein schweres Erbe

Als Nächstes stand ARCH ENEMY auf dem Programm. Für mich war es das erste Mal mit Lauren Hart anstelle von Alissa White-Gluz. Schon Alissa hatte nach dem Weggang von Angela Gossow ein schweres Erbe anzutreten. Für Lauren war die Aufgabe nun nicht weniger einfach: Sie musste einen Publikumsliebling ersetzen. Stimmlich und musikalisch hat sie diese Herausforderung aus meiner Sicht voll erfüllt. Die Gitarren waren stark, die Show souverän und sauber gespielt – und mit einer Frontfrau, die definitiv weiß, was sie tut. Nur der ganz große Funke wollte beim Publikum noch nicht so recht überspringen. Eigentlich ziemlich unfair, denn ARCH ENEMY lieferten genau das ab, was man sich von ihnen erhofft hatte.

Vielleicht braucht es einfach noch ein bisschen Zeit, bis sich die neue Besetzung endgültig im Herzen der Fans festgesetzt hat. Also: weiter so – und rockt die Republik ruhig öfter!
Freitag – Klobürsten statt Katerfrühstück

Der Freitag begann bereits um 9:30 Uhr mit einem echten Festival-Highlight: GUTALAX verstopfte das Infield. Bewaffnet mit Klobürsten, Pömpeln, Klopapier und weißen Anzügen waren die Fans bestens gerüstet, um sich der magen-darm- und abführenden Wirkung des musikalischen Frühprogramms entgegenzustellen. Natürlich durfte auch das obligatorische Klohaus-Surfen nicht fehlen. Warum man freiwillig auf einem Toilettenhäuschen surft, ist vermutlich eine der großen philosophischen Fragen des Festivals.

Welche Songs nun genau gespielt wurden, blieb mir allerdings weitgehend verschlossen. Dem gutturalen Unken-Gesang konnte ich leider nicht immer folgen. Einzig die Ansagen von Maty halfen mir bei der Orientierung. Wobei eine Aussage besonders hilfreich war: „Wir spielen jetzt ein neues Lied. Eigentlich ist es kein neues Lied, wir haben uns nur einen neuen Titel ausgedacht – aber das merkt eh keiner.“ Das lässt zumindest darauf schließen, dass es nicht nur mir so geht. So, und jetzt erst einmal zurück zum Zelt. Heute wird es für mich etwas ruhiger … hoffentlich.
Freitag – Frisch gestärkt zurück ins Infield
Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es für mich wieder zurück ins Infield. Die Temperaturen waren mittlerweile auf rund 36 °C geklettert, aber Aufgeben war natürlich keine Option. Schließlich warteten noch einige ziemlich schwere Geschütze.

Den Anfang machten FIT FOR AN AUTOPSY. Die Jungs aus New Jersey zeigten von der ersten Sekunde an, warum sie hier waren: Sie wollten ein ordentliches Brett abliefern. Und genau das taten sie auch. Technisch anspruchsvoller Deathcore, brutale Grooves, düstere Atmosphären und immer wieder melodische Passagen sorgten für ordentlich Abwechslung. Dazu kamen cleane Vocals, die den brachialen Sound immer wieder auflockerten. Kurz gesagt: tight gespielt, druckvoll und ohne unnötige Pausen.

Und das Publikum? Das war trotz der 36 °C sofort voll da. Wenn man bei diesen Temperaturen noch freiwillig im Pit steht, kann die Band eigentlich nicht allzu viel falsch machen.
BROKEN BY THE SCREAM – Neustart bitte!

Danach wurde es etwas chaotischer. BROKEN BY THE SCREAM hatten nämlich nicht nur mit der Hitze zu kämpfen, sondern offenbar auch mit den Soundeinstellungen. Das Ergebnis: Der Auftritt musste tatsächlich unterbrochen und neu gestartet werden. Nun hätte man sich darüber natürlich ärgern können. Die Japanerinnen entschieden sich allerdings für die deutlich bessere Variante und ließen sich den Spaß einfach nicht verderben. BROKEN BY THE SCREAM kombinieren J-Pop-Idol-Musik mit einer ziemlich wilden Mischung aus Metalcore, Deathcore und Djent. Süße Popmelodien und cleane Vocals treffen auf schwere Gitarren, schnelle Drums und tiefes Death-Metal-Gebrüll. Eine Kombination, die auf dem Papier ungefähr so klingt, als hätte jemand beim Musik-Bingo einfach alles gleichzeitig angekreuzt. Live funktioniert das Ganze allerdings erstaunlich gut. Und trotz des technischen Neustarts hatten die Damen sichtlich Spaß auf der Bühne – und genau das kam auch beim Publikum an.
AIRBOURNE – Endzeitstimmung inklusive

Als Nächstes stand AIRBOURNE auf dem Zettel. Mittlerweile hatte die Hitze endgültig die Kontrolle übernommen. Dazu kam jede Menge Staub, der über das Gelände zog und eine Kulisse erzeugte, die in jedem Endzeitstreifen problemlos als Hintergrund hätte herhalten können. Aber auch das konnte die Stimmung nicht bremsen. Die Jungs aus Australien hatten sichtbar Spaß und lieferten eine energiegeladene Show ab, die dem Publikum wirklich alles abverlangte.

Ruhige Phasen? Fehlanzeige. Airbourne machen geradlinigen, dreckigen Hard Rock mit extrem eingängigen Gitarrenriffs. Die Nähe zu AC/DC wird ihnen zwar regelmäßig vorgeworfen – aber ganz ehrlich: Wenn das Ergebnis live so funktioniert, darf man sich darüber ruhig beschweren. Die Band ging jedenfalls von Anfang bis Ende Vollgas und sorgte vor der Bühne für absolute Ekstase.
JUDAS PRIEST – Die Metal-Rentner können es noch 
Den Tagesabschluss übernahm schließlich eine Band, bei der eigentlich niemand mehr erklären muss, warum sie auf einer Festivalbühne steht: JUDAS PRIEST. Eine verlässliche Bank. Die Bühnenpräsenz war gewohnt stark und Rob Halford zeigte einmal mehr, warum er zu den ganz großen Stimmen des Metal gehört. Teilweise klang der gute Mann fast schon zu clean – was angesichts des Alters der Band eigentlich schon wieder beeindruckend ist. Natürlich bewegen sich die Herren inzwischen etwas gemächlicher über die Bühne. Aber genau das machen JUDAS PRIEST mit Erfahrung, Routine und einer Setlist wett, bei der einfach nichts anbrennen kann. Neuere, wuchtige Songs von „Invincible Shield“ trafen auf Klassiker wie „Breaking the Law“. Und das Publikum machte mit. Vor der Bühne wurde einmal mehr deutlich, dass Metal definitiv keine Altersgrenze kennt. Jung und Alt feierten gemeinsam – wobei der Altersdurchschnitt bei JUDAS PRIEST zugegebenermaßen etwas höher lag. 😉

Aber genau das macht den Auftritt irgendwie besonders. Hier standen Generationen gemeinsam vor der Bühne und feierten dieselben Songs. Damit war der erste Tag für mich endgültig durch. Und ehrlich gesagt: Ich war es danach auch.
Samstag – Erst einmal Frühstück und dann schauen wir weiter
Ich bin fix und alle. Der gestrige Tag hat definitiv Spuren hinterlassen. Also erst einmal frühstücken, Kaffee organisieren und schauen, was der Samstag so bringen wird.
Den Start in den Tag übernahmen die VENGABOYS. Ich habe mir den Auftritt allerdings nur aus der Ferne angehört. Bei den Fans kam der ungewöhnliche Frühschoppen-Act jedenfalls bestens an und sorgte trotz Hitze und der körperlichen Schäden des Vortags für einen ziemlich gelungenen Start. Und irgendwie muss man den Veranstaltern zugutehalten: Wer morgens auf einem Metal-Festival die Vengaboys auf die Bühne stellt, hat entweder sehr viel Mut oder sehr viel Vertrauen in sein Publikum. Offenbar beides und die Reaktionen geben ihnen Recht.
Einmal ganz entspannt durchs Infield

Nachdem ich die ersten Stunden etwas ruhiger angegangen war, blieb auch einmal Zeit, sich das Infield und das Festivalgelände in Ruhe anzuschauen. Und dabei merkt man schnell: Das Reload ist längst mehr als nur ein paar Bühnen und jede Menge Bands. Essen gibt es für praktisch jeden Geschmack, dazu Merchstände und verschiedene Show- und Mitmachangebote, die das Festivalfeeling ordentlich abrunden. Besonders ins Auge fiel mir das Henna-Tattoo- und Facepainting-Angebot von Cooltpainting. Die Qualität war wirklich beeindruckend. Ob Zombie, Tiger, Schmetterling oder irgendein völlig absurdes Wunschmotiv – hier wurde offenbar nichts abgelehnt. Wer also schon immer einmal mit einem aufwendig geschminkten Zombiegesicht durch ein Metal-Festival laufen wollte: Hier wäre die Gelegenheit gewesen.

Ein kleiner Blick hinter die Kulissen
Nach einer kurzen Backstage-Tour gab es anschließend noch einen interessanten Einblick in das logistische Prozedere hinter dem Festival. Denn was für uns Besucher nach einem funktionierenden Festival aussieht, bedeutet im Hintergrund jede Menge Planung, Vorbereitung und Improvisation. Bühnen müssen vorbereitet werden, Abläufe koordiniert und natürlich wollen die Bands ihre ganz eigenen Sonderwünsche erfüllt bekommen. Und die können teilweise ziemlich speziell sein. Von ganz normalen Anforderungen bis hin zu eher obskuren Wünschen ist offenbar alles dabei. Genannt wurden unter anderem 12 Liter Babyöl oder ein Festnetztelefonanschluss. Und das Beste daran: Einige dieser Sonderwünsche werden wohl sogar bewusst genutzt, um zu testen, wie gut die Organisation funktioniert. Wenn also plötzlich jemand zwölf Liter Babyöl bestellt, geht beim Reload offenbar niemand panisch durch die Gegend und fragt: „Warum?“ Stattdessen heißt es eher: „Okay, Test bestanden.“
Aktuell liegt das Festival bei rund 20.000 Besuchern. Die Veranstalter wollen diese Zahl zunächst auch gar nicht weiter nach oben treiben. Statt immer größer zu werden, sollen erst einmal die bestehenden Standards verbessert werden. Gerade angesichts des aktuellen Festivalsterbens sicherlich kein schlechter Ansatz.
VENDED – Abriss mit Ansage

Danach ging es für mich noch zu VENDED. Und die Jungs hatten offenbar beschlossen, das Gelände endgültig auseinanderzunehmen. Rohe, ungeschönte Präsenz auf der Bühne, von der ersten Sekunde an Vollgas und ein Publikum, das sofort mitging. Ein kurzer Regenschauer hätte die Stimmung eigentlich bremsen können. Tat er aber nicht. Ganz im Gegenteil: Danach schien das Publikum Griffin Taylor, Simon Crahan und den Rest der Band erst recht nach vorne zu peitschen. Natürlich merkt man die Nähe zu Slipknot. Das lässt sich bei der Besetzung auch kaum vermeiden. Aber VENDED sind längst nicht mehr nur „die Söhne von“. Die Band hat ihre eigene Dynamik und mittlerweile auch einen eigenen Sound entwickelt. Das Erbe der Väter ist sicherlich vorhanden, aber inzwischen steht da eine Band auf der Bühne, die sich ihren eigenen Platz erarbeitet hat. Von Vetternwirtschaft kann hier jedenfalls schon lange keine Rede mehr sein.
IN FLAMES – Mein persönliches Highlight

Und dann war es endlich so weit. IN FLAMES. Für mich persönlich das absolute Highlight des diesjährigen Reload Festivals. Die Schweden lieferten zum Abschluss einen Schlusspunkt mit Ausrufezeichen und zeigten noch einmal, wie eine richtig gute Festivalshow aussehen kann. Enorme Spielfreude, ein wuchtiger Sound und eine gelungene Mischung aus modernen Songs und Melodic-Death-Metal-Klassikern sorgten dafür, dass vor der Bühne ordentlich Bewegung herrschte. Sänger Anders Fridén zeigte sich dabei sichtlich gut gelaunt und hatte offensichtlich selbst jede Menge Spaß an dem Auftritt. Das ging sogar so weit, dass die Crew im Pit kurzerhand ihren eigenen Circle Pit eröffnete. Wenn selbst die Crew mitmacht, kann die Stimmung eigentlich nicht schlecht sein. Dazu gab es eine beeindruckende Lichtshow und atmosphärische Bilder auf der Leinwand. Optisch wurde also ebenfalls ordentlich aufgefahren.

Und weil ein Festivalabschluss natürlich nicht ohne Feuerwerk funktionieren darf, gab es zum Schluss noch die obligatorische Pyro-Einlage. Ein durchweg gelungener Abend. Leider viel zu schnell vorbei
Fazit – 20.000 Metalheads, 700 Einsätze und jede Menge Staub

Was bleibt nach zwei Tagen Reload?
Ziemlich viel.
Das Festival hat mit rund 20.000 Besuchern einmal mehr gezeigt, dass man nicht zwingend 80.000 Menschen braucht, um ein großes Metal-Festival auf die Beine zu stellen. Von Fans und Veranstaltern über Polizei und medizinische Einsatzkräfte wurde das Festival als friedlich und gelungen bewertet. Größere polizeilich relevante Vorfälle gab es nicht.
Auch die variable Verkehrsführung, bei der unter anderem Drohnen eingesetzt wurden, hat laut Veranstalter hervorragend funktioniert und soll auch im nächsten Jahr wieder zum Einsatz kommen. Auch einen Frühschoppen-Act soll es wieder geben. Wer 2027 für die musikalische Morgenbeschallung sorgen wird, bleibt allerdings noch geheim.
700 medizinische Einsätze gab es über das Festivalwochenende. Ein großer Teil davon war hitzebedingt. Gerade bei Judas Priest hatte man aufgrund des etwas älteren Publikums mit entsprechendem Bedarf gerechnet. Wie André Jürgens sinngemäß erklärte: Viele der Fans haben ihre Sturm-und-Drang-Zeit schließlich schon in den 80ern und 90ern erlebt. Und vielleicht braucht man nach so einem Festival einfach etwas länger, um sich wieder aufzurappeln.
Auch Bürgermeister und Anwohner zeigten sich laut Veranstalter zufrieden und nehmen das Festival positiv auf. Die Vorfreude auf das kommende Jahr scheint also nicht nur bei den Metalheads vorhanden zu sein.

Meine persönlichen Helden
Meine persönlichen Helden? Ganz klar: die Pit Crew!
Immer wachsam, immer gut drauf – und das bei Temperaturen, bei denen andere schon längst im Schatten dahingeschmolzen wären. Und egal, wie sch. sich manche Fans benommen haben: Ihr habt die gute Laune nicht verloren.
Ob Tanzeinlage, spontanes Kazoo-Solo oder einfach ein Grinsen zur richtigen Zeit – bei euch war immer was los.
Jungs und Mädels, ihr wart einfach klasse!
Danke für eure Energie, euren Humor und dafür, dass ihr selbst im größten Chaos noch für gute Stimmung gesorgt habt.
Für mich ganz klar: Ihr seid die wahren Hauptacts!
Noch ein paar Zahlen für die Festival-Freaks
18 Kilometer Bauzaun wurden dieses Jahr benötigt.
6,5 Kilometer Lichterketten sorgten für die entsprechende Beleuchtung.
Und durch den Einsatz einer Markiermaschine konnten satte 45 Kilometer Trassierband eingespart werden.
Wenn das keine Effizienz ist, weiß ich auch nicht.
Reload 2027 – Die ersten Bands stehen bereits fest
Natürlich ist nach dem Festival vor dem Festival.
Die ersten Bands für das Reload Festival 2027 sind bereits bestätigt:
Electric Callboy, Heaven Shall Burn, Children of Bodom, Kanonenfieber, The Butcher Sisters, Jinjer, Skindred, HammerFall, Beast in Black, Igorrr, Clawfinger, Hypocrisy, Malevolence, Atreyu, Make Them Suffer, Shadow of Intent, Emil Bulls, Humanity’s Last Breath, Madball, Carnifex, The Browning, OXO 86, Brand of Sacrifice, Bloodred Hourglass, Mittel Alta, Infected Rain, PeelingFlesh, Fulci, Calva Louise und Left to Suffer.
Der Ticketverkauf startete am 16. August um 20 Uhr.
https://reload-festival.de/tickets
Reload 2026: Danke für drei Tage Metal, Hitze, Staub, Regen, Chaos und jede Menge geile Musik.
Und jetzt erst einmal: schlafen.

