
Das Burning Q Festival findet in der diesjährigen 14. Auflage in Osterholz-Scharmbeck bei Bremen statt und ist zum 3. Mal in Folge, mit 1400 Tickets, ausverkauft. Zum zweiten Mal öffnet das Infield schon am Donnerstag und bietet dieses Jahr sogar fünf Bands auf der Zeltbühne. Bei unserer ersten Begehung des Geländes überraschte uns das überschaubare Infield, was aber in keinem Falle negativ zu verstehen ist. Die heimelige und „private“ Größe und Atmosphäre gefiel uns auf Anhieb sehr gut. Ein Getränkestand, ein Cocktailstand, verschiedene Food Trucks (Fleisch und vegetarisch/vegan), ein offizieller Merchverkauf, ein externer Merchhändler und ein kleiner Mittelalterstand reihten sich alle auf den gut strukturierten Platz. Für uns als Pressepersonen natürlich auch nicht unrelevant war der grandiose Backstagebereich. Ausreichend schattige Sitzmöglichkeiten auf bequemen Sofas an Vintage Fliesentischen luden quasi dazu ein zwischen den Bands tolle Gespräche mit Crew- und Bandmitgliedern zu führen und kostenlos bereitgestellte Softdrinks zu genießen. Vielen Dank an dieser Stelle an die komplette Backstagecrew, das haben wir in der Form bis jetzt selten erlebt.
Die Zeltbühne befand sich hinter dem Eingang an der rechten Seite. Ein weißes Festzelt mit Holzboden, einer gut einsehbaren Bühne und einer Theke für die schnelle Getränkezufuhr ließen keinen Wunsch offen. Die eine Seite des Zeltes wurde während des Festivals komplett geöffnet um frische Luft hereinzulassen und pünktlich zur ersten Band versammelten sich schon die ersten Fans vor der Zeltbühne.
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DONNERSTAG
Die Hamburger Progressive/Melo-Deather SYNDEMIC eröffneten pünktlich um 17:20 Uhr die 14. Ausgabe des Burning Q Festivals. Von den anfänglichen Problemen mit dem Funkmikro ließ sich die Band nicht großartig stören und zimmerte direkt los. Der Sound war während der ersten Songs etwas dumpf, entwickelte sich aber im Laufe des Sets zu einem glasklaren, modernen Death Metal Schmaus.

HUMAN PREY schraubten als zweite Band den Härtegrad direkt bis unter die Decke. Brutal Death, der vom Publikum wohlwollend aufgenommen wurde. Beim dritten Song entstand direkt ein fetter Circle Pit im Zelt, in dem der Bassist im Verlaufe des Auftritts auch selbst „spielend“ mitrannte. Blasts, Squeals und messerscharfe Riffs ließen hier kein Auge trocken.
Setlist: Grave Robbers From Outer Space, I Am Eradication,; We Sleep They Live, Crowned Hate, Mystic Knights, Obey!, Surviving The Abortion, Because Of Death, Fried Dead Brains, Solaranite, Bubblegum

Die Wuppertaler Melo-Deather DARKNESS SURROUNDING sprangen spontan für die gesundheitlich gebeutelten Warfield ein. Mit ihrem 2025er Album „Is There Salvation?“ im Handgepäck zockte sich die Band durch ein abwechslungsreiches Set. Das Zelt war gut gefüllt und besonders der zweistimmige Gesang kam beim Publikum gut an.

FROSTSHOCK hatte ich mir im Vorfeld schon angehört und war sehr gespannt auf den Auftritt und wir wurden nicht enttäuscht. Der Gitarrist/Sänger erinnerte uns an einen jungen Peter Tägtgren und musikalisch konnten sie auch komplett abliefern. Der tight gezockte thrashige Melo Death hob die Stimmung im Zelt nochmal auf ein höheres Level und lies glückliche Fans zurück.

Den Tagesabschluss gestaltete die Bolt Thrower Tribute Band FOR VICTORY und füllte das Zelt bis in die letzte Ecke und darüber hinaus. Der Split der britischen Death Metal Institution lässt bis heute nasse Augen in der Metalszene zurück, umso schöner, dass es in Deutschland einige erstklassige Tribute Bands gibt. Die Setlist war für mich persönlich auf jeden Fall eine 1 mit Sternchen. Soundtechnisch lieferten FOR VICTORY auf ganzer Linie ab und Sänger Oli growlte auch den letzten müden Fan wieder wach. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf den Auftritt der Band auf dem diesjährigen Party.San Festival.
Setlist: The 4th Crusade, No Guts No Glory, World Eater/Cenotaph/Powder Bruns, Mercenary, Where Next To Conquer, Contact… Wait Out, Lest We Forget, When Glory Beckons, Anti Tank, For Victory, When Cannons Fade, Killchain, Those Once Loyal

FREITAG
Die Bremer Black Metal Band TRAKTAT hüllte pünktlich um 11 Uhr die Zeltbühne in Nebel und Asche. Die blastbeatlastige Musik, schneidene Riffs und abgrundtief hässliches Gekeife holten mich zu 100% ab. Als dann noch eine Antifa Fahne auf der Bühne hochgehalten wurde, war ich wunschlos glücklich. Die Band berichtete mir später von Soundproblemen und zwei gerissenen Gitarrensaiten, aber davon habe ich im Publikum nichts mitbekommen. Ganz klarer 10/10 Auftritt!

Die Niederländer NEPHYLIM durften in diesem Jahr die Hauptbühne eröffnen. Gekleidet in schwarze Lederrüstungen und mit schwarzer Kriegsbemalung warfen sich die Musiker in die Schlacht. Vorher auf Platte hat uns das ganze sehr positiv überrascht, doch live konnte der Funke nicht ganz überspringen. Mir persönlich war es dann doch etwas zu glatt und zu „perfekt“ vom Sound und der Performance. Da mein Musikgeschmack aber nicht das Maß aller Dinge ist, versammelten sich etliche Fans vor der Bühne und feierten die Band so wie sie es verdient haben.
Setlist: Inner Paradigm, Travail Pt. II – Animus, Amaranth, Withered, Fractured Existence, Grand Denial

Die britischen Thrasher EXORCISM ballerten uns ihre 2025er EP „Spectral Aggression“ um die Ohren. Die Musiker hatten offensichtlich Bock, der sich gehörig auf das Publikum übertrug und somit das Zelt ins Wanken geriet. Der glasklare Thrashsound lud zum headbangen ein. Ich bin sehr gespannt wo wir die Briten in den nächsten Jahren noch auf der Bühne erleben dürfen.
Setlist: Slaughtered Faith, Strike The Match, Lost In The Dark, Lobotomiser, Spectral Aggression, Godless, Secrets Of The Past, Bonded By Blood

Da bis jetzt fast ausschließlich Thrash und Death Metal zelebriert wurde, kamen PHANTOM SPELL wie gerufen. Fans von klassischem und psychedelischem Rock wie Jethro Tull kamen hier auf ihre Kosten und auch für uns eine wahrlich gelungene Abwechslung. Die Spanier hauten uns wunderschönen 4-stimmigen Gesang untermalt von einer grandiosen Orgel und klassischen Rockinstrumenten vor den Latz und auch für eine Ansage gegen den aufsteigenden Faschismus auf dieser Welt war noch Zeit. Insgesamt ein absolut gelungener Auftritt.

Eine weitere Thrash Metal Band aus dem Billing waren TYRANTHROPE. Die Band setzt sich aus deutschen und niederländischen Musikern zusammen und knallt uns seit 2020 modernen Thrash um die Ohren. Live macht das echt was her und regt zum eifrigen Headbangen an.
Setlist: Venomous, Metropolis, Hallow Democracy, Moloch, It´s Clobbering Time, Anger Amplified, Casino Fatal, S.O.D., Catch 2022, As Gods Disbelieves, Twilight Kings, Deserter, Brave New Slavery, Unfaltering, Der Marsch Der Rattenfänger

Die Hamburger HM2 Death Metal Institution ENDSEEKER, die sich in den letzten 11 Jahren in die Herzen aller Fans des importierten Schwedentods gespielt hat, hängt am Ende des Jahres ihre Instrumenten an den Nagel und beglückt das Burning Q mit dem letzten Open Air Auftritt ihrer Bandkarriere. Mit Material aus 4 Studioalben und 2 EPs im Gepäck ballern die fünf Hanseaten ihre unheiligen Hymnen in die Menge. Die Spielfreude sieht man dabei allen an und sogar Sänger Lenny headbangt sich auch ohne Haare durchs Set und haut sich dabei immer wieder im Groove mit der linken Faust auf den Oberschenkel. Ansonsten bleibt das Stageacting etwas verhalten, dennoch machen ENDSEEKER stimmungstechnisch alles richtig. Ein würdiger letzter Festival Auftritt.

SERVANT aus Hannoversch Münden waren die erste Band des Wochenendes, die in ihrem Facepaint auch weiße Farben benutzten. Gepaart mit rotem Licht und düsteren Klängen war die okkulte Atmosphäre perfekt. Die Band existiert seit 2021 und hat seitdem vier Studio Alben veröffentlicht, somit verfügten sie über ausreichend Material für ihre schwarze Messe bei der alle Fans von klassischem Black Metal voll und ganz auf ihre Kosten kamen.

Die schwedischen AMBUSH hauten uns klassischen Up-Tempo Heavy Metal um die Ohren und zeigten wie sehr man Bock auf live spielen haben kann. Sänger und Musiker flitzten die ganze Zeit auf der Bühne herum und zeigten eine coole Pose nach der anderen. Das Karriere-umfassende Set erweckte auch den schläfrigsten Menschen aus dem Vorabendloch und verwandelte das Infield in ein wahres Headbangspektakel.

Die in den letzten Jahren aufkommende Welle an Old School Heavy/Speed Metal Bands scheint gar nicht versiegen zu wollen. AQUILLA aus Polen zelebrieren diese Genres in Reinform. Blitzschnelle Soli, tightes Drumming und arschgeile Vocals verbinden sich zu einem unaufhaltsamen Metal Arschtritt, der jeden Fan, dessen Herz noch in den 80ern schlägt direkt auf die Bretter haut.
Setlist: Technocrats‘ Tyranny, Mountains Of Black Sleep, Saviors Of The Universe, Plunder & Steel, Creed Of Fire, Battalion 31, Robot Man

Die New Yorker Death Metal Dampfwalze IMMOLATION knattert mittlerweile seit über 38 Jahren durch die Metalszene. Ich selbst habe die Band bestimmt schon über 5 Mal live gesehen und enttäuscht haben sie mich nie. Kompromissloses Geballer, technische Finesse und ultratief-gutturales Gegrunze lassen das Publikum ausrasten. Zum Ende des Sets fiel der Band auf, dass sie doch noch mehr Zeit übrig haben als gedacht und geben dem Publikum die Wahl ob lieber altes oder neues Material gespielt werden soll. Alles in Allem war das Set eine perfekte Mischung aus dem gesamten Schaffen der Band und macht Bock auf die nächsten 38 Jahre IMMOLATION.

NAIL BY NAIL sprangen schon im Vorfeld für die Black Metaller von Moribound Oblivion ein, die ihren Auftritt leider absagen mussten. Black Metal für Black Metal tauschen ist dann ja auch einfach ne gute Wahl. Die Karlsruher, die uns in den letzten zwei Jahren mit zwei Studio Alben glücklich machten, schufen eine dichte Atmosphäre und konnten besonders mit abwechslungsreichem Songwriting und starken Melodien überzeugen.

GRAVE DIGGER habe ich seit ihrem 2010er Wacken Auftritt wo das komplette „Tunes Of War“ Album gespielt wurde nicht mehr live gesehen. Umso mehr freute ich mich die Band auf dem diesjährigen Burning Q in gemütlicher Atmosphäre und ohne Riesenrad und 80.000 anderen Fans erleben zu dürfen. Und was soll ich sagen, nach über 50 Jahren Bühnenerfahrung hat die Band immer noch verstanden wie Metal funktioniert. 30 Jahre nach „Tunes Of War“ wurden natürlich auch dieses Mal einige der Songs gespielt. Gut gelaunt und routiniert strahlten sie eine Spielfreude aus, die seinesgleichen sucht. Die Songauswahl war für mich persönlich echt gut und Sänger Chris hat es 0% verlernt wie man das Publikum einbindet und bei Laune hält, da können sich unzählige andere Bands gerne eine Scheibe abschneiden.
Setlist: The Brave (Intro), Scotland United, Under My Flag, Circle Of Witches, Killing Time, The Grave Dancer, The Bruce (The Lion King), The Dark Of The Sun, Knights Of The Cross, The Curse Of Jacques, The Round Table (Forever), Morgane Le Fay, Excalibur, The Devils Serenade, Rebellion (The Clans Are Marching),
Zugabe: Headbanging Man, Witch Hunter, Heavy Metal Breakdown

Auf SUNKEN hatte ich mich im Vorfeld mit am meisten gefreut. Umso mehr Vorfreude empfand ich als ich im völlig zugenebelten Zelt stand. Der unendliche Nebel mit dem Klangteppich aus grandios geschriebenen Melodien schuf eine unfassbare Atmosphäre. Die Dänen schafften es mich vollständig die Zeit vergessen zu lassen und einfach nur mit geschlossenen Augen in den Tönen zu versinken. Für mich definitiv eins der Highlights dieses Wochenendes und ich freue mich auch schon sehr, dass ich die Band auf dem Party.San noch einmal erleben darf. Im Nachhinein erfuhren wir, dass der Bassist Jonas die Band aus privaten Gründen verlassen hat. Somit durfte das Burning Q Sunken das letzte Mal mit ihm am Bass erleben.
Setlist: Og Det Er Lykke, Ensomhed, Dødslængsel, Når Livet Går På Hæld

Im Vorfeld hatten LAMP OF MURMUUR über Instagram bekannt gegeben, dass Mastermind M. Passprobleme hat und das Reisen sich erstmal schwieriger gestaltet. Daraufhin wurden etliche Tourtermine abgesagt. Somit war für uns das Burning Q die einzige Möglichkeit die Band live zu sehen. Die Band zog das Publikum ab dem ersten Ton in den Bann. Mit Verkleidungen, Corpsepaint und einem riesigen Backdrop war das Bühnenbild perfekt. Das symphonisch-melodische dennoch kalte Klangbild funktionierte auch auf der großen Bühne sehr gut. Mir persönlich war es etwas zu hell auf der Bühne und auch der Sound war sehr freundlich gehalten, was mir die okkulte Stimmung minimal schmälerte, abgesehen davon lieferten LAMP OF MURMUUR als Act nach dem Headliner auf gänzlicher Linie ab.
Setlist: The Fires Of Seduction, Forest Of Hallucinations, Seal Of The Dominator, Dominatrix’s Call, Hategate (The Dream-Master’s Realm), Reincarnation Of A Witch, The Dreaming Prince In Ecstasy, Pt. I – Moondance, Forever Bound To The Will Of The Spectres

Die bekloppten Kanadier von RIOT CITY durfte ich vor drei Jahren schon einmal auf dem Hansemosh erleben und ich bin bis heute überrascht wie man „under the influence“ noch so krass abliefern kann. Power von der ersten bis zur letzten Minute. Tightes Drumming, geile Riffs und Gesang on point. Das Set umfasste Songs von beiden Studio-Alben und die Band animierte das Publikum unerbittlich zum Moshen. Danach wollte wirklich jede anwesende Person ausgelaugt ins Bett.

SAMSTAG
Die Bremer Scumfucks CHAINSAW DEMONS rasierten jeder Person im Zelt erstmal die verpennte Rübe weg. Mittlerweile zu fünft unterwegs präsentierten sie dem verschlafenen Publikum feinsten, äußerst räudigen Black/Thrash. Obwohl zwei Mitglieder der Band durch Fuß- und Beinverletztungen lädiert waren, tat dies dem dunklen Inferno keinerlei Abbruch. Da im Vorfeld gemunkelt wurde, dass die CHAINSAW DEMONS etliche neue Songs spielen werden, hoffe ich ja sehr auf ein zeitnahes neues Release.

Grooviges Geballer können DAMNATION DEFACED auf jeden Fall, das war jedem Menschen im Publikum nach den ersten fünf Sekunden klar. Die Niedersachsen feiern nächstes Jahr ihr 20-jähriges Bandbestehen und die Erfahrung konnte man dem Celler Gespann in jedem Moment direkt anmerken. Routiniert und mit Spielfreude eröffneten die Blasts die Hauptbühne für den letzten Tag des Burning Q 2026.

Mit einem, im letzten Jahr erschienenen, neuen Album im Gepäck luden DIABOLISCHES WERK aus Kiel uns auf ihre dunkle Messe ein. Die Mischung aus Death/Thrash und Black Metal überzeugte das Publikum vollends, trotz der jetzt schon sehr hohen Temperaturen auf der Zeltbühne. Von stumpfen Mid-Tempo Parts zu schnellen Riffpassagen holte die Band alles aus ihren Songs heraus.

Auf die Schweizer von MEGATONSWORD hatte ich mich im Vorfeld sehr gefreut, ihr Erstlingswerk lief damals bei mir rauf und runter. Instrumentell und gesanglich konnte die Band mich vollends überzeugen, vom Stageacting und den spärlichen Ansagen leider gar nicht. Ich weiß nicht ob die Band bis zwei Minuten vor dem Auftritt noch geschlafen hat, aber das wirkte mir persönlich etwas zu träge und lies mich etwas skeptisch auf die Bühne schauen. Dementsprechend war die Reaktion der Fans im Publikum leider auch etwas spärlich, was aufgrund der musikalischen Topleistung leider sehr schade war.
Setlist: The Raving Light Of Day, Wastrels, Verene, Songs Of Victory, Iron Plains, Power, For Glory, Blood Hails Steel – Steel Hails Fire, Pristine War

Die ungarischen Thrash/Speedster von TÜRBÖWITCH überzeugten mich mit ihrem krassen Punkeinschlag von Minute 1 an. Treibende Drums und treibendes Riffing untermalt von keifigem Gesang brachten das komplette Publikum nach Speed Metal Heaven. Die Temperaturen hatten mittlerweile den Siedepunkt im Zelt erreicht, was niemanden davon abhielt die Band gebührend zu feiern.

Die Marburger KNIFE zeigten von Sekunde eins wie Stimmung machen geht. Ähnlich wie bei Ambush war hier Action angesagt. Die punkige Mischung aus Heavy und Speed Metal zog das Infield komplett in ihren Bann und lies die Menge ausrasten. Spielfreude und großartige Darbietung von geilen Songs katapultierte KNIFE zu meinen persönlichen Highlights des Festivals. Mit der Ansage „Der nächste Song ist für Sick of it all und alle Punkrocker“ wurde noch dem einen Tag zuvor verstorbenen Sick of fit all Frontmann Lou Koller gedacht.

RANĂ aus dem Großraum Braunschweig/Hannover durfte ich schon einige Male live erleben und auch mit meiner Band teilten wir schon die Bühne. Die Soundwand, die RANĂ live erschaffen, fasziniert mich jedes Mal erneut. Schnelle Blastbeatpassagen wechseln sich mit melancholischen ruhigen Parts ab, die vom gequälten Geschrei unterstrichen werden. Musikalisch bewegt sich das Ganze im Bereich Black Metal und Neocrust und das zieht sich durch das komplette Set durch. Für viele Fans im Zelt ein definitives Highlight des Wochenendes.

Die deutschen Melo Doom/Deather von NAILED TO OBSCURITY aus dem niedersächsischen Esens sind in meinen Augen, die Band des diesjährigen Burning Qs, die die melancholischste Musik machen. Während des Auftritts war es mir persönlich dafür leider noch nicht dunkel genug, aber da trifft die Band natürlich keinerlei Schuld. Abgesehen davon schufen NAILED TO OBSCURITY vom ersten bis zum letzten Ton eine grandiose Atmosphäre und lieferten uns Gänsehaut pur. Schöne und melancholisch-melodische Songs aber auch harte und raue Passagen prägten das Set und ließen am Ende den Wunsch nach weiteren Songs im Publikum ertönen.
Setlist: Glass Bleeding, Overcast, The Ides Of Life, Spirit Corrosion, Echo Attempt, Deadening, Liquid Mourning, Road To Perdition

TYRANEX aus Schweden liefern uns lupenreinen Speed/Thrash Metal der Oldschool Sorte. Schnelles Riffing, energiegeladenes Stageacting und eine gute Interaktion mit dem Publikum lassen alle anwesenden im Zelt die hohen Temperaturen vergessen. Insgesamt kann man sagen, dass die schwedischen Bands was den Metal-Abgeh-Faktor an diesem Wochenende angeht auf voller Linie abgeliefert haben. Tack!
Setlist: Where Light Ceases To Exist, Rise From The Dead, Chasing Death, Full Circle, Wipe Out, Reasons For The Slaughter, Unable To Tame, Megalomania, Do Or Die, Fight Them Back

ATLANTEAN KODEX habe ich vor gefühlten Jahrzehnten mal auf dem Party.San gesehen und hatte es als gut in Erinnerung. Aber was die bayrische Truppe hier auf der Bühne fabriziert sucht seinesgleichen. Episch, theatralisch, melancholisch und melodisch. Mit drei Alben im Gepäck und etlichen anderen Veröffentlichungen in der Diskographie blicken ATLANTEAN KODEX auf über 20 Jahre Bandgeschichte zurück in denen sie keinerlei Spielfreude hinter sich gelassen haben. Abseits der Band kann man am Bühnenrand den Sänger von KNIFE erkennen, der jeden Ton so sehr fühlt wie die Festivalbesucher jedes Getränk am nächsten Morgen. Hammer! Im späteren Gespräch freute sich Livegitarrist Markus riesig, dass ich ihn als Gitarrist von Them erkannt habe!
Setlist: The Alpha and the Occident (Rising from Atlantean Tombs), People of the Moon (Dawn Of Creation), Lion Of Chaldea (The Heroes‘ Journey), The Innermost Light (Sensus Fidei), Sol Invictus (With Faith And Fire), Heresiarch (Thousand-Faced Moon), Twelve Stars And An Azure Gown (An Anthem For Europa), The Atlantean Kodex (Commanding The Iron Bataillons)

NEXION bringen glücklicherweise etwas von der isländischen Kälte durch ihre Musik in das mittlerweile kochende Zelt. Mit zwei Alben und einer EP im Gepäck hatten sie genug Material für eine okkulte Darbietung ihres Schaffens. Kompromissloser Black Metal gepaart mit Passagen mit Clean Gesang und atmosphärischen Riffs reihten sich neben Blastbeatpassagen und schnellem Black Metal Riffing. Das Set gefiel uns richtig gut, wir waren aber auch froh als wir das heiße Zelt wieder verlassen konnten.

Mit THE HAUNTED konnten wir vor ihrem Auftritt über alte Anekdoten sprechen und alle Bandmitglieder waren super nett und bewegten sich die ganze Zeit frei auf dem Gelände, was wir immer sehr sympathisch finden. Als großer AT THE GATES Fan habe ich 2004 THE HAUNTED mit ihrem damaligen Album „Revolver“ entdeckt und sie katapultieren sich damals ganz nach oben in meine Lieblingsbandsliste. Als 2012 der ehemalige Sänger Peter Dolving aus der Band ausstieg, verlor ich sie aus den Augen und verfolgte keine neuen Releases mehr. Ich hab sie dann einmal auf dem Party.San mit Marco am Mikro gesehen, aber irgendwie blieb nichts hängen. Der Auftritt auf dem Burning Q zog mich direkt in den Bann. Ich fühlte mich direkt wieder gefühlte 20 Jahre jünger als ich THE HAUNTED 2006 im Hamburger Molotow das erste Mal live erleben durfte. Der Sound war perfekt, die Songauswahl absolut großartig und abgesehen von musikalischen Höchstleistungen muss ich Marco hier nochmal den Preis für meine persönliche Frontperson des Festivals überreichen. Wie sympathisch kann man eigentlich sein? Freudestrahlend verließ ich nach dem Auftritt das Infield um mich glücklich auf ein Sofa zu setzen. Danke Burning Q und danke THE HAUNTED für diesen nostalgischen Moment, das war unbeschreiblich!
Setlist: Warhead, In Fire Reborn, 99, Trespass, The Flood, The Medication, DOA, Hell Is Wasted On The Dead, To Bleed Out, No Compromise, In Vein (für Lou Koller), Death To The Crown, Time (Will Not Heal), Hollow Gorund, Dark Intentions, Bury Your Dead, Hate Song, All Against All, Bullet Hole

Die griechischen LUCIFERS CHILD bereiteten zu späterer Stunde mit ihrer schwarzen Messe die Menge für den Nach-Headlinder SPECTRAL WOUND vor. Mit drei Alben im Gepäck schlagen sie in die gleiche musikalische Kerbe wie ihre Landsleute von ROTTING CHRIST, dessen Live-Gitarrist von (2012-2019) zufällig Gitarrist bei LUCIFERS CHILD ist. Die Band macht mit ihrem groovigen Black Metal alles richtig und nach dem Gig verlassen viele glücklich aussehende Fans die Zeltbühne.
Setlist: Black Heart, The Heavens Die, As Bestas, Fall Of The Rebel Angels, Through Fire We Burn, Abyss, He Who Punishes And Slays, Curse, The Order

Das erste Album von SPECTRAL WOUND „Infernal Decadence“ hat damals in der Szene ziemlich viel Staub aufgewirbelt und lief auch auf meinem Plattenteller etliche Male. Leider konnten mich die Nachfolgewerke nicht so packen wie das Erstlingswerk. Dennoch machen die Kanadier auf der Bühne alles richtig. Der Sound ist großartig, das Licht erschafft eine unglaublich dichte Atmosphäre und auch die Musiker liefern ab. Ich merke, dass meine Energie über die letzten Tage aufgebraucht ist und beobachte das ganze Spektakel aus der letzten Reihe, das Publikum hat offensichtlich noch mehr Power als ich und feiert die Band gebührend nach dem Headliner ab.

STEELPREACHER haben einen leichten Job. Als entspannte, Bier-fröhnende Heavy Metal Band nach so einem tiefschwarzen Auftritt wie von Spectral Wound für gute Laune zuSorgen ist definitiv ein Elfmeter ohne Torwart und sie versenken direkt. Die Stimmung im Zelt ist der Hammer, die Band hat Bock und verwandelt die Zeltbühne in eine feucht-fröhliche Abschiedsparty für das Burning Q 2026.
Setlist: Drinking The Night Away, Hell Aint What It Used To Be, Bitchcraft, Gimme Some Metal, Locked And Loaded, Wish You Were Here, D.O.A., Hell Bent For Beer, We Want Metal

Somit war das diesjährige Burning Q Geschichte. Hiermit bedanken wir uns bei allen Beteiligten, dass ihr auch kleinen Onlinemagazinen die Chance gebt Pressearbeit zu machen. Wir haben selten so eine freundliche Crew und so großzügige Gastgeber*innen erlebt. Danke!
Das kleine Wacken feiert nächstes Jahr die 15. Ausgabe und somit laden wir euch alle ein Teil dieses coolen Events zu werden! Wir haben uns das Event schon im Kalender markiert!







































