
Bericht über das Konzert von
TROOPS OF DOOM, HEMLOCK und CATBREATH am 4.11.2025 in Hamburg
(Bericht und Photos by Domenico)
CATBREATH

Der Abend gestaltete sich als eine musikalische Zeitreise durch die Geschichte des Thrash Metals, wobei die erste Station uns in die frühen 2000er Jahre führte. In diesem Jahrzehnt erlebte der sogenannte „Pizza Thrash“ einen regelrechten Höhenflug. Statt der erwarteten Pizza wurden jedoch diesmal Katzenfutter serviert.
Die Band CATBREATH betrat die Bühne und präsentierte ein Set, das den charakteristischen Sound jener Ära widerspiegelte. Die musikalische Untermalung erinnerte an die klassischen Thrash-Soundlandschaften der frühen 2000er, während die Texte und Statements eine satirische Parodie auf die damaligen Lupin-Comic-Storys ähnelten.
Die Kieler nutzen ihren modernen Thrash-Metal-Ansatz, um die skurrilen Abenteuer des „Fetten Fredy“ zu erzählen: einem Straßenkater, der nach übermäßigem Berliner Luft-Konsum die deutsche Ordnung weiter ins Chaos stürzt.
Trotz der skurrilen Inhalte gelang es CATBREATH, eine gelungene Performance abzuliefern, die durch ihren humorvollen, aber dennoch authentischen Charakter überzeugte. Die Mischung aus nostalgischem Sound und satirischer Textgestaltung sorgte für ein unterhaltsames Konzerterlebnis.
HEMLOCK

Die musikalische Zeitreise geht nun in die 90er Jahre. Mit ihrem Auftritt setzen HEMLOCK den Fokus auf den Thrash/Groove Metal jener Epoche, die durch ihre musikalische Vielfalt, aber auch durch eine gewisse Marginalisierung innerhalb der Metalszene geprägt war.
In ihrer Darbietung präsentieren sie eine Hommage an die damals noch wenig gewürdigten, aber künstlerisch bedeutenden Bands, die trotz großer Bühnenauftritte bei namenhaften Acts wie Slayer und Lamb of God kaum die verdiente Anerkennung fanden.
Entgegen den vorschnellen Vermutungen einer Friseurin, die den singenden Bassisten beobachtete, bleibt die Band ihrem ursprünglichen Stil treu. HEMLOCK beweist, dass Authentizität und die konsequente Weiterentwicklung des eigenen Sounds wichtiger sind als das blinde Hinterherlaufen nach Trends wie Nu Metal.
NICHT WAHR ROBB FLYNN???!!!
Der etwa einstündige Auftritt verging wie im Flug, angetrieben von einer Vielzahl kraftvoller Riffs, mit einer Prise Selbstironie und Humor. HEMLOCK überzeugen durch ihre leidenschaftliche Musikalität, die die Zuhörer in eine Zeitreise voller intensiver Soundmomente entführt. Dabei nehmen sie sich nicht allzu ernst, zeigen aber dennoch eine große Ehrlichkeit und Hingabe zur Musik.
THE TROOPS OF DOOM

Mit Rückenwind und voller Energie schreitet die Reise in die 80er Jahre voran, der goldenen Ära des Thrash Metal. Jairo Guedes verzichtete auf die Teilnahme von Paulo Jr. und den Cavalera-Brüdern und präsentierte stattdessen eine Formation, die das Hamburger Publikum in den Bann zog.
Der Sound orientierte sich stark an dem legendären Album „Morbid Visions“. Die neuen Musiker lieferten eine Performance ab, die sowohl die Ästhetik als auch die zerstörerische Kraft der klassischen Aufnahmen einfing. Ziel war es, die Nerven des Publikums zu pulverisieren und den Geist der 80er auf die Bühne zu bringen.
Neben ihrer eigenen Diskographie präsentierten THE TROOPS OF DOOM auch ausgewählte Klassiker aus „Morbid Visions“, die bei den langjährigen Fans für Freudentränen sorgten. Die Performance zeichnete sich durch ihre Präzision, Energie und kompromisslose Intensität aus – eine wahre Demonstration von musikalischer Gewalt und Leidenschaft.
Der Auftritt war frei von Schwachstellen und zog die Zuhörer von Anfang bis Ende in seinen Bann. Die Kombination aus nostalgischer Erinnerung und moderner Spielfreude machte diesen Auftritt zu einem wahren Höhepunkt des Abends.
Wie alles Schöne im Leben musste auch diese musikalische Reise ein Ende nehmen, doch der letzte Act hinterließ einen bleibenden Eindruck: Ein zerstörerischer Abschluss, der die Faszination des Old School Metals auf beeindruckende Weise lebendig werden ließ.
