
SANGUISUGABOGG + FULCI + GATES TO HELL + CELESTIAL SANCTUARY
am 27.02.2026 im Berliner Lido
(Bericht und Photos by Marc)
Manchmal fängt ein Konzertabend schon mit Stress an. Ausgerechnet heute streikt die BVG – denkbar ungünstig, wenn man quer durch Berlin ins Lido will. Also improvisieren, das nehmen was fährt und dann noch eine Weile latschen und am Ende doch auf den letzten Drücker reinkommen. Offenbar ein Einzelfall, denn der Laden ist trotz Streik rappelvoll. Ausverkauft! Auch mal ein schöner (und verdienter) Anblick. So war ich doch in den letzten Monaten bei dem ein oder anderen Konzert dort, wo es noch ein paar Besucher gebraucht hätte.
Dass es eng wird, war mir vorher durch das fette SOLD OUT klar – wie eng, merkte ich dann aber vor der Bühne. Fotograben? Gibt’s im Lido nicht. Zwischen Ellenbogen und Bierduschen die Kamera ruhig zu halten, ist ungefähr so einfach wie im M45er am offenen Herzen operieren. Also verzeiht bitte die überschaubare Bildauswahl. Das hatte dann aber die überragende Stimmung im Lido kompensiert.
Kurz und bündig – CELESTIAL SANCTUARY eröffnen den Abend. Death Metal, direkt, schwer, tight. Das Publikum sieht das genauso. Mir hat das ganze sogar etwas mehr als auf Platte gefallen. Rotzigkeit siegt einfach immer.

GATES TO HELL setzen hier nochmal eine Schippe drauf. Unfassbar guter Sound, die Riffs drücken, die vordere Hälfte des Publikums bewegt sich wie eine kochende Masse. Für mich definitiv die stärkste der Vorbands, da ich die Band schon mit der 2021er Veröffentlichung auf dem Schirm hatte und mich auf die erste Live-Erfahrung gefreut hat. Kein bisschen enttäuscht, absolutes Highlight der völlig übertriebene Hall auf der Snare-Drum während der Breakdowns. „Bring the riff back but slower and nastier“ war hier quasi Dauerzustand.

FULCI bringen dann den Vintage-Horrorfilm-Vibe für den Gehörgang mit. Inspiriert vom Filmemacher, läuft dann auch hinter der Band auf der Leinwand konstant was in der Musik Programm ist: Horror. Schleppende, brutale Dampfwalze. Dem Publikum gefällt es offensichtlich. Für mich das zweite Mal, die Band live sehen zu dürfen. Leider muss ich gestehen, obwohl eigentlich alle Zutaten da sind die meinen Geschmack treffen, so finde ich sie ab einem gewissen Punkt etwas zu monoton. Mir fehlt etwas Abwechslung im Gesang und beim Gitarrenwerk. Aber das ist absolut subjektiv. Objektiv wurde hier bestens abgeliefert.

Den krönenden Abschluss liefert die Band mit dem leicht zu buchstabierenden Namen: SANGUISUGABOGG. Die Einleitung liefert ihr „industrial song“ vom neuen Album, sehr passend wie ich finde. Danach geht es direkt zur Sache. Ich musste unweigerlich an das erste Berlin-Konzert der Band im Urban Spree denken, damals mit Demilich. Das war stark aber das war hier war nochmal eine Liga besser.
Unfassbar tight. Sound: on point. An der Schießbude sitzt Eric Morotti von Suffocation – hört man! Man kriegt hier an dem Abend genau das, was man erwarten konnte. Viel vom neuen Album und die Songs sitzen, der Pit läuft durchgehend auf Anschlag.
Gipfel des Ganzen ist dann natürlich wie alle das Intro Riff von „Dead as Shit“ mitsingen. Das kenne ich sonst nur von Maiden Konzerten, nicht im Death Metal. Da haben die Herren auf jeden Fall was richtig gemacht. Der ganze Laden bewegt sich. Geil!
Nach gut einer Stunde ist Schluss. Reicht auch, die BVG fährt morgen wieder, dafür streikt die Nackenmuskulatur.
Fazit:
Auch während des Arbeitskampfes lassen sich die Berliner nicht vom Death Metal abhalten. Der war durchweg auf dem allerhöchsten Niveau, trotz ausverkauftem Club konnte man sich noch einigermaßen bewegen (Danke ans Lido) und bis auf die Foto Situation war alles wunderbar, vor allem der Sound! Läuft.
