LIVEBERICHT

WIEGEDOOD :: Geile Musik bei widrigen Bedingungen!

Underdog Concerts haben mit den belgischen WIEGEDOOD eine Band nach Köln geholt, welche spätestens mit ihrem aktuellen Album ,De Doden hebben het goed III´ für Furore im Black Metal Genre und darüber hinaus gesorgt hat. Ein ausverkauftes Haus an diesem Abend spricht Bände.

Den Auftakt des Abends machten allerdings die belgischen WITCH TRAIL. Die drei Jungs aus Antwerpen sollten die schon zahlreich erschienenen Zuschauer einheizen. Dies gelang der Band allerdings nicht wirklich. Mit einer Mischung aus Stoner, Doom, Black Metal und Thrash-Anleihen wusste man zu keiner Zeit wo die musikalische Reise eigentlich hingehen sollte. In den Songs gab es hin und wieder Parts die mir zu gefallen wussten, verpufften dann aber durch nicht geradliniges Songwriting. Interessant war allerdings, dass sowohl der Gitarrist als auch der Drummer die Vocals übernahmen. Der verhaltene Applaus der Zuschauer zwischen den Songs bestätigte mir, dass ich nicht allein mit meiner Meinung im MTC stand. Nach 3 Songs verließen wir das MTC, um Sauerstoff für die bevorstehende Show zu atmen.

Nach etwas längerer Umbaupause standen WIEGEDOOD auf den Brettern. Die drei Musiker aus dem belgischen Künstlerkollektiv der Church of Ra haben mit ihrer Trilogie ,De Doden hebben het goed´ seit 2015 fast jährlich großartige (Post-)Black Metal Alben veröffentlicht. Der gerade veröffentlichte dritte Teil sahnte in sämtlichen Online-Magazinen sowie Printmedien fast nur Höchstnoten ab. Zu Recht, denn das musikalische Zusammenspiel von den beiden Gitarristen Levy Seynaeve und Gilles Demolder sowie Drummer Wim Screppoc ist in dieser Scheibe zu Höchstleistungen herangereift und zeigt von vorne bis hinten ein großartiges, über die Jahre herangereiftes Songwriting. Nicht zu Unrecht durften die Herren auch in Australien und Neuseeland auf Tour gehen.

Mit dem 13-minütigem ,Svanesang´, dem Opener des ersten Albums der Trilogie, starteten Wiegedood famos in ihr Set. Das MTC war von vorne bis hinten gut gefüllt. Spätestens nach 15 Minuten glich der Club einer Sauna, welches die drei Herren auf der Bühne nicht wesentlich beeinflusste ihr Set gewaltig runterzuballern. Da die Bühne im MTC nur eine Stufe hoch ist, konnten die meisten Zuschauer der Musik eher nur lauschen, statt sie zu sehen. Dies war allerdings spätestens ab dem dritten Track des Abends ,De Doden hebben het goed III´ vom gleichnamigen aktuellen Album, mehr als lohnenswert, denn der Sound war von nun an sehr gut abgemischt. Persönlich hätte ich die Regler bei den Vocals noch etwas höher geschraubt. Mein persönlicher Favorit folgte auf dem Fuß: ,Parool´. Dieser Track zeigt die ganze Entwicklung der Band über die letzten Jahre. Brutalität, Eingängigkeit und tolle Melodien werden zu einem 6-minütigem Monster kreiert. Großartig! Die abschließenden Tracks ,Cataract´ und ,Prowl´ unterstrichen weiterhin mit welcher Energie Wiegedood ihre Songs kreiert. Die Zuschauer waren nach etwa einer Stunde begeistert, gaben mächtig Applaus und hofften vergeblich auf eine Zugabe.

Neben dem übervollem MTC und der unerträglichen Hitze im Club war wieder einmal die schwache Lightshow im MTC der einzige Wehrmutstropfen. Ich weiß von anderen Live-Shows von Wiegedood, dass sie nicht ihr ganzes Set mit rotem Licht durchspielen. Ein Wechsel des Lichts sowie der Einsatz von Stroboskop fehlten mir gänzlich, was mich ziemlich ärgerte. Dass das Stroboskop scheinbar funktionierte, wurde für 10 Sekunden einmal demonstriert, danach aber nie wieder eingesetzt. (philipp)