SUMMERTIME IS BACK IN ELM :: Familienausflug


Livebericht aus Bremervörde-Elm am 13.07.2013
(Text kursiv von Michi, anderer Text von Chris, Fotos von Chris)

Dieser Tag soll etwas Besonderes sein, weil wir zum ersten Mal das “Summertime is back in Elm”-Fest besuchen, welches die “Straight Jackets” bereits zum 10. Mal organisieren.

Was die “Straight Jackets” mit ihrem Sommerfest auf die Beine gestellt haben, ist absolut unglaublich. Fünf Bands werden aufspielen und das Essen und Trinken ist im Preis enthalten! Ja, richtig gehört. Futtern und Süppeln for free. Die Bande ist mit Spaß bei der Sache und bietet zu seinem Sommerfest den Mitgliedern und externen Gästen nur das Feinste. Es gibt, wenn ich mich recht entsinne, 3 Spanferkel (!!!), Steaks, Bratwurst, Salate, einen unglaublichen Zaziki, Brot etc. Dazu kommt als edler Tropfen das Hemelinger Spezial Schankbier zum Zuge und natürlich Wasser, Brause und auch Mixgetränke.

Damit es auch familiär und gemütlich ist, hat man auf dem wunderschönen Gelände eine Poollandschaft mit einer Sofaecke installiert. Wenn man als Band an diesem Event teilnimmt, darf man auch nicht mit einem komfortablen, hermetisch abgeriegelten Backstage-Bunker rechnen, denn hier sind alle gleich. Sowas gibt’s halt nur in Elm. Der Park- und Campingplatz ist riesig und gemütlich, lässt jedem genug Raum und die Wege zur Bühne und dem Wasserklosett sind kurz.
Jeder, der mal dort war, wird das Event, genau wie die neun vorangegangenen, in höchsten Tönen loben.
Ich weiß nicht, wie die Jungs so ein monströses Event organisieren, aber ich möchte im Namen aller Teilnehmer meinen tiefsten Respekt aussprechen. Hut ab!

Die ersten beiden Bands verpassen wir unverschämter Weise und von den RUSTY ROBOTS habe ich gar nicht mitbekommen. Bei GRAVEDIGGER MORTY bin ich allerdings schwer beeindruckt. Wie man es schafft, als “Trash One Man Band” so einen fetten Sound hinzubekommen, ist mir ein Rätsel. Die verzerrten Vocals haben uns allerdings kleine MINISTRY-Referenzen durch′s Hirn schießen lassen, wenngleich nicht ganz ernst gemeint. Sehr gut und unterhaltsam, auch wenn wir nur 3 Lieder gehört haben.


Wien, Berlin, Dahme, Bremen und jetzt Elm. Wenn TOM TOXIC & DIE HOLSTEIN ROCKETS die Rakete zünden, sehen wir zu, dass wir dabei sind. Und der Ritt wird wieder mal ein ganz feiner! Tom Toxic (g, v), Sweet Babydoll (d), Harley (b) und Danny Danger (g) sind wieder bestens aufgelegt und das Publikum ist es auch. Kein Wunder bei der Songauswahl, die neben den Gassenhauern, die mittlerweile jedes Kind mitsingen kann, auch einige neue Nummern des formidablen neuen Longplayers in petto hat. “Auf ins nächste Gefecht”, “(Auf der) A7”, “Holsteinbilly”, “Ein Leben voller Rock′n′Roll”, “Vielleicht lag es am Whiskey” und “Die Zeit rennt” sind sechs Titel, die man vom neuen Album gespielt hat und das ist mal eine stattliche Ausbeute. Aber wenn ich als Beobachter und Fan das sagen darf: sie reihen sich nahtlos in die Klassikerriege ein. Also: Gratulation!

Die Band ist heute in erstklassiger Spiellaune und Tom gibt gekonnt den Entertainer, der neben Gitarre und Gesang auch das Publikum beherrscht. Dannys Gitarre jagt dir einen Schauer nach dem anderen über den Rücken, wenn er jedem Song durch die Soli das gewisse Etwas verleiht. Harley und Sweet Babydoll sind beide für sich ein Blickfang und sorgen für einen fetten Rhythmusteppich, auf dem sich prima tanzen lässt.

75 Minuten gibt es Vollgas Rock′n′Roll und wieder ein mal darf ich behaupten, dass auch die weiteste Reise sich lohnt, wenn am dessen Ende ein TOM TOXIC & DIE HOLSTEIN ROCKETS-Konzert stattfindet.

Der vermeintliche Headliner des Festivals hat sich mal dreister weise nach vorn gemogelt, da man davon ausgeht, dass die letzte Band des Tages niemand mehr richtig mitbekommt und supportet, da die meisten Anwesenden dann als schon voll vermutet werden.So kommen nun also schon  The Original 1987 Mad Sin Trio, also die Band wie es sie bis 1987 gab. Und wo ist der Unterschied zu Mad SinNun, nach dem Rauswurf von Gitarrist Mad Voodoo (dieser hat bei The Voice einen Auftritt gehabt ohne das es die Band wusste) ist man personell zum Trio geschrumpft. Dies hat dann auch zur Folge, dass Sänger Köfte nun neben seinen normalen Tätigkeiten inzwischen auch den Part als Drummer übernommen hat.In einigen Videos ist er als Stand-Up-Drummer zu sehen, da dies aber ziemlich anstrengend zu sein scheint sieht man ihn heute dann doch als eher sitzenden Drummer.Scheint trotzdem anstrengend zu sein, denn Köfte zeigt sich an diesem Abend ziemlich übellaunig, worunter  die Bandmitglieder und die Soundtechniker zu leiden haben. Außerdem könnte man durchaus in dieser Auftrittsform einige zuletzt veröffentlichte Titel vermissen denn The Original 1987 Mad Sin Trio scheinen nur ältere Stücke auf eben jener Anfangszeit zu spielen.So bekommt die Menge vor der Bühne ordentlich Old-School-Psychobilly geboten, was bei vielen Zuschauern natürlich auch gut ankommt. Mich langweilt allerdings in Summe die nicht vorhandene Abwechslung bei diesem Auftritt. Irgendwie klingt jeder Titel gleich und auch Köftes Versuch, zwischen den Songs lustig zu seinscheitert kläglichund wirkt eher blöde. Es bleibt nur noch zu sagen, das ich in der Vergangenheit Mad Sin weitaus besser gesehen habe. Wenn man keinen Bock mehr hat und auf der Bühne unsympathisches Verhalten zeigt sollte man es lassen und die Bühne lieber anderen Künstlern überlassen.

 

Zu MAD SIN kann ich nicht viel sagen, außer: die Songs hatten einen schönen oldschooligen Charme. Nur: wenn man schlechte Laune hat, sollte man besser im Bett bleiben und nicht alle Leute von der Bühne aus anmaulen. Seinen Gitarristen schon gar nicht und wie man sympathisch Musik machen kann, zeigen danach

THE GRISWALDS.

Diese britische Band ist heute wahrlich die musikalische Überraschung des Tages. Ganz ans Ende der Playlist verfrachtet, hätten sie eigentlich keine bessere Spielzeit bekommen können denn das Beste sollte ja bekanntlich zum Schluss kommen. Es braucht auch nicht lange um zu dieser Erkenntnis zu kommen denn endlich ist die Bühne wieder mit Leben gefüllt, mit Energie und Spielfreude. Sofort schwappt diese Energie auch in das Publikum, welches dieses auch dankend annimmt und dies mit entsprechendem Support zurück gibt. Jedes Bandmitglied macht Spaß auf der in Aktion Bühne zu verfolgen denn so viel gute Laune und Interaktion habe ich lang nicht mehr erlebt. Auch die Zuschauer werden in die Bühnenshow integriert, was zusätzlich für Sympathiepunkte sorgt. Neben dem selbstkreierten Songs, die eine Mischung aus Rock’n’Roll, Psychobilly, Ska und Punk enthalten, sind es vor allem die Coversongs die für viel Stimmung sorgen und letztlich der Menge alles abverlangen. Da ist zum Beispiel “Psychobilly In Love” (eigentlich “Teenager in Love”) welches schon unzählige Male gecovert wurde, aber wohl noch nie so genial und energiegeladen zu hören war. Aber auch das schier unendliche Zugabepaket aus jeder Menge Rockabilly Oldies zeigt nochmal wieviel Spaß und Energie diese GRISWALDS haben bei dem was sie tun. Besonders passend zeigt sich übrigens “Surfin Bird” im Psychobilly Gewand, da bleiben auch die letzten verwurzelten Beine nicht mehr still stehen! So vergehen knapp zwei Stunden wie im Fluge und trotz der späten Stunde ist man doch traurig, nun den Weg zurück Richtung Zelt anzutreten. Aber eine CD und ein T-Shirt dieser verrückten Briten müssen noch besorgt werden, denn so eine Band muss supportet werden!

Es gibt nur ganz wenige Bands, die das haben, was THE GRISWALDS im Überfluss haben: Spielfreude, eine sympathische Ausstrahlung und die Fähigkeit, den Spaß von der Bühne ins Publikum zu bringen. Unsere ganze 8er-Bande war nachher einhellig der Meinung, dass THE GRISWALDS einer des besten Acts war, die man bisher sehen durfte. Unglaublich, wie die Band die Reserven aktiviert hat und freiwilig wollte niemand gehen.

P.S.: Ach ja, eines noch: ich wünsche der Drecksau, die uns einen Campingstuhl geklaut hat, Kokosnuss-große Hämorrhoiden. Dir soll der Arsch abfaulen.

Weblinks:
www.straight-jackets.de
www.thegriswalds.co.uk
www.madsin.de
www.holsteinbilly.de
www.facebook.com/pages/Gravedigger-Morty/338145886229452
www.facebook.com/pages/The-Rusty-Robots/177499245633408