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THE BEAUTY OF GEMINA :: Herzblut, Energie und Leidenschaft


THE BEAUTY OF GEMINA gehen einen neuen Weg. Nachdem ihre bisherigen Werke immer sehr gute Kritiken erhalten hatten, was die Zeit reif mal etwas anderes zu machen und nun steht mit “The Myrrh Sessions” ein komplettes Akustik Album in den Startlöchern, dessen Ergebnis einfach nur als sensationell zu bezeichnen ist. Was Sänger Michael Sele zu diesem Werk zu sagen hat ist im folgenden Interview zu lesen. (michi)

 

Gratulation zu diesem sensationellen Album. Wie zufrieden seid ihr selber mit dem Resultat des Albums?

Michael Sele: Wir haben enorm viel Herzblut, Energie und Leidenschaft in die Umsetzung investiert und sind sehr glücklich mit den Aufnahmen. Voller Vorfreude fiebern wir der Veröffentlichung entgegen.

 

Wann wuchs in euch der Gedanke ein akustisches Album zu erschaffen? Gab es da etwa Vorbilder?

Ganz neu ist die Idee ja nicht, dass Rock oder Wave Bands akustisch aufspielen. Die ganzen MTV Unplugged Konzerte in den 90 Jahren sind sicher noch allen in bester Erinnerung. Wir spielten beim Release des Albums At The End Of The Sea im 2010 das erste Mal anlässlich der Release Party akustisch, eine Art Showcase für geladene Gäste. Dieser Auftritt fand damals einen enormen Zuspruch, aber aus verschiedenen Gründen haben wir diesen Weg dann doch nie so richtig weiterverfolgen können. Erst im 2012 kamen diverse Faktoren zusammen, welche uns schließlich die Entscheidung leicht machen sollten. Da war zum einen eine Einladung von Adrian Hates, Diary of Dreams auf deren Akustik Tour zu begleiten und dann hatten wir auch noch eine spannende Anfrage von einem renommierten Schweizer Klavier Festival auf dem Tisch. Beides mehr als spannende Herausforderungen und so haben wir dann im letzten Sommer konkret mit den Arbeiten begonnen.

 

War es schwer die alten Songs in ein neues Gewand zu hüllen?

Es gab schon einige Hindernisse zu überwinden. Vieles, was jetzt spielerisch leicht und auch mit einem gewissen Selbstverständnis daher kommt, musste zuerst unter einigen Anstrengungen kreiert, erprobt und am Ende in viel Kleinarbeit arrangiert werden. Ideen wurde immer wieder auch verworfen, weil wir den Schlüssel für die Umsetzung einfach nicht finden konnten. Zwei Wochen lang haben wir auf der Bühne eines alten Theaters in entspannter aber sehr intensiver Atmosphäre schließlich geprobt und gespielt. Es war mir wichtig, auch Improvisationen zuzulassen und einen gewissen Session Charakter zu beizubehalten.

 

Wie hat sich die Zusammensetzung der Instrumente gestaltet? Eine Spanische zum Beispiel Gitarre ist abgesehen von ROME ja nicht unbedingt gängig in der Szene!

Wir haben natürlich vor allem die Instrumente eingesetzt, welche wir am besten beherrschen. So war es klar, dass wir mit Schlagzeug, Bass und allerlei Saiteninstrumenten aufnehmen würden. Ja sogar eine alte Balalaika kam zum Einsatz. Das Klavier sollte zudem von Anfang an eine zentrale Rolle in der Umsetzung spielen. Wie ein roter Faden zieht es sich durch das gesamte Album. Darum haben wir uns auch entschieden, auf dem Cover diesem wunderbaren Instrument zu huldigen.

Gibt es Pläne, noch eine akustische Tour zu diesem Album zu machen?

Auf jeden Fall. Wir werden am 16. Februar ein großes Album Release Konzert in Zürich spielen. Wir haben uns für den intimen Rahmen des Moods entschieden, ein legendärer Jazz Club, mitten in der Stadt. Dort aufzutreten ist für uns eine sehr große Ehre. Ab dem 9. April werden wir eine kurze aber intensive Tour durch Deutschland machen, mit ein paar ausgewählten Konzerten. Frankfurt, Hannover und Hamburg stehen bereits fest.

 

Welchen Rahmen würdet ihr euch hierzu vorstellen? Vielleicht sitzend,…

Die Konzerte werden auf jeden Fall bestuhlt oder teilweise bestuhlt sein. Das passt einfach am besten. Es braucht den konzertanten Rahmen, dann kommt die Musik am besten zur Geltung.

 

Live habt ihr ja bereits manches erleben dürfen, an welche Erlebnisse erinnert ihr euch da am liebsten zurück?

Wir konnten wirklich schon viele aufregende Sachen machen und es ist echt schwierig, hier eine persönliche Rangliste zu erstellen. Highlights waren natürlich unser erster Auftritt im Zürcher Hallenstadion mit den Smashing Pumpkins oder die ersten Shows in London und England, dann Festivals in Polen oder Portugal waren unglaublich intensive Erfahrungen und dann nicht zu vergessen der Auftritt vor Unheilig in der ausverkauften Lanxess Arena in Köln, das vergisst man natürlich nicht so schnell. Der Auftritt im letzten Herbst auf der Akustik Tour mit Diary of Dreams in der Lukaskirche in Bochum war auch ein ganz besonderes Highlight.

 

Was könnt ihr zum Titel des Albums “The Myrrh Session” erzählen? Welche Bedeutung hat der Titel für euch?

Einerseits wollten wir den Session Charakter des Albums deutlich machen. Es hat sehr viele Improvisationen und sogenannte First Takes auf dem Album, es strotzt voller Spielfreude und Emotionen. Was es mit dem geheimnisvollen und bitteren Saft der Myrrhe auf sich hat, möchte ich dem Leser selber überlassen. Ich denke, es gibt zugegeben viele Interpretationsmöglichkeiten.

 

Die Zukunft von THE BEAUTY OF GEMINA liegt dann aber doch weiterhin im vorher gekannten Stil oder könnt ihr euch vorstellen so weiter so zu arbeiten?

Im Moment legen wir den Fokus mit all unserer Kraft und der nötigen Akribie auf den Release des Akustik Albums und das bevorstehende Release Konzert in Zürich. Natürlich werden wir schon bald in Mailand und dann auch am Dark Spring Festival in Berlin wieder unsere gewohnte Rock Show fahren, das macht auch immer noch sehr großen Spaß. Ich sehe das auch nicht als Konkurrenz zu den geplanten Akustikkonzerten, sondern Ziel muss es sein, dass sich die beiden Konzepte gegenseitig befruchten und wir so unseren Fans auch eine gewisse Variabilität zeigen können. Ich denke, die gemachten Erfahrungen werden aber auf jeden Fall unsere weitere musikalische Arbeit beeinflussen. Dass die beiden Welten auch immer mehr zusammenfließen werden, schließe ich auch nicht aus. Das wird sich aber alles zeigen.

 

Was animiert euch zum Schreiben von euren Songs? Wie findet ihr eure Themen und wie entsteht die Klanglandschaft der Instrumente dazu?

Als Texter, Songwriter und Produzent von tBoG laufe ich natürlich mit offenen Augen und Ohren durch die Welt, versuche alle Erlebnisse, Begegnungen und Erfahrungen zu speichern und schöpfe daraus Teil meiner Ideen und Inspirationen. Ich verstehe mich aber auch als eine Art moderner Geschichtenerzähler, der anstatt Bücher, Romane oder Gedichte einfach Songs oder Soundwelten erschafft. Im Studio arbeite ich nicht nach einem fixen Rezept, sondern je nach Laune oder Stimmung greife ich in die Tasten, improvisiere auf der Gitarre oder spiele mit dem Computer herum. Was ich aber gelernt habe, ist die Tatsache, dass Kreativität vor allem auch aus Fleiß und Disziplin entsteht. Man muss arbeiten, unermüdlich und stetig, dann kommen die Ideen von alleine.

Wo seht ihr die Band in den nächsten Jahren? Welche Ziele und Träume gilt es noch zu realisieren?

Ich sehe uns, obwohl wir den rund letzten 6 Jahren bereits 5 Alben und mehr als hundert Konzerte in ganz Europa gespielt haben, immer noch ganz am Anfang unserer Geschichte. Insofern kann ich gar nicht sagen, welche Träume  es noch zu realisieren gibt, das hätte so etwas Finales, sondern es kommen eigentlich jeden Tag noch so viele neue dazu. Ich hoffe einfach, dass wir in dem wirklich mehr als in der Krise steckenden Musikmarkt nicht auf der Strecke bleiben, dass uns das Benzin nicht ausgeht und wir Konkurs anmelden müssen.

 

Zuletzt bitte noch eine Message an unsere Leser…

Ich kann wirklich nur hoffen, dass ihr euch The Myrrh Sessions in aller Ruhe anhört und unserem neuen Werk eine echte Chance gebt! Es steckt wie anfangs schon gesagt sehr viel Herzblut und einfach auch mehr als 64 Minuten ehrliche und authentische Musik drin. Und wenn immer möglich, holt euch doch die CD legal, unsere Zukunft hängt wirklich auch davon ab! Don’t fear the silence – discover the difference!

 

Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg und Spaß mit der Musik und man sieht sich hoffentlich bald mal Live!