Jahresrückblick Raphael 2017

Online seit 29.12.2017

Vor zwei Jahren schrieb ich in meinen Jahresrückblick wie unglaublich schrottig doch das Jahr 2015 war. Letztes Jahr wurde dem ganzen noch die Krone aufgesetzt und 2016 stellte die Schrottigkeit noch weiter in den Schatten. Voller Vorhass ging ich in das Jahr 2017 und wurde von völliger Ambivalenz überfahren. Weiterer Rechtsruck und postfaktische Diskussionskultur. Die AFD sitzt im Bundestag und in anderen Ländern sieht es teilweise auch nicht besser aus. Zum Kotzen!

Doch 2017 war auf der anderen Seite ein ziemlich gutes Jahr. Wir haben mit meiner Black/Doom Band EBBE (Facebooklink hier) eine Demo aufgenommen, die 2018 erscheint. Ich habe viele geile Konzerte besucht und 2017 hat mich mit geilen Alben nur so überflutet. Deswegen… Hass beiseite, viel Spaß beim Lesen und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

 

Dieses Jahr habe ich die Alben in meine Top 15 eingetragen und zusätzlich eine Liste mit guten Alben gemacht, die es nicht in die Toplist geschafft haben. Es handelt sich übrigens um keine Rangfolge sondern um eine reine Auflistung

 

Top 15 Alben 2017:

 

Top 15 Origin – Unparalleled Universe (Nuclear Blast Records)

Trigger, Gefrickel, abgehackte Rhythmen und freakiges Gekeife. Bei Origin bekommt man immer was man erwartet und das auf einem Level an Musikhandwerk an dem sich einige Death Metal Musiker mehrere Scheiben abschneiden können.

 

 

Top 14 Harvestman – Music for Megaliths (Neurot Recordings)

Als großer Neurosisfan verfolgt man natürlich auch die Solo-Outputs der Musiker. Dieses Folk/Ambient Projekt von Gitarrist Steve von Till hat mich direkt umgehauen.

 

 

Top 13 Pillorian – Obsidian Arc (Eisenwald Tonschmiede)

Die Trauer war groß nach dem Split von Agalloch. Doch John Haughm blieb nicht zuhause sitzen sondern haut uns mit seiner neuen Band Pillorian ein wahres Meisterwerk an folkigem, melodiösem und sehr athmosphärischem USBM um die Ohren.

 

 

Top 12 Forming the Void – Relic (Black Bow Records)

Groovig, Sludgig, Doomig. Forming the Void reihen sich neben Pallbearer und Khemmis gesanglich in die gleiche Riege ein, liefern musikalisch aber eher in Richtung Sleep und Konsorten ab. Mega!

 

 

Top 11 Fäulnis – Antikult (Grau Records)

Fäulnis. Es ist immer wieder schwer diese Band zu beschreiben. Musikalisch eine Mischung aus Punk, Black Metal und vielleicht noch 1-2 anderen härteren Richtungen. Textlich tun sich die Berg- und Talfahrten der menschlichen Seele auf. Mag ich!

 

 

Top 10 Converge – The Dusk in Us (Epitaph/Deathwish Records)

Converge schaffen es immer wieder mich abzuschrecken und gleichzeitig zu faszinieren. Manchmal bekomme ich nach 2 Minuten Kopfschmerzen und Stresszuckungen und manchmal höre ich das neue Album am Stück. Instrumentell wie Songwritingtechnisch mit Abstand die Speerspitze des modernen Metal/Hardcore.

 

 

Top 9 Havukruunu – Kelle Surut Soi  (Naturmacht Productions)

Folkiger, schneller Black Metal, der ohne kitschig zu werden direkt ins Ohr geht. Die Scheibe ist glaub ich meine meistgehörteste im Jahr 2017. Sie erinnern mich an die schnellen Parts von Moonsorrow und da kann ich jedem Fan nur das zugreifen empfehlen.

 

 

Top 8 Wolves in the Throne Room – Thrice Woven (Artemisia Records)

Nach den Ambientausflüchten des letzten Albums sind Wittr stärker denn jeh zurück. Cascadian Black Metal der Höchstform mit Gastauftritt von Steve von Till. Was will ich mehr?

 

 

Top 7 The Great Old Ones – EOD: A Tale of Dark Legacy (Season of Mist)

Meiner Meinung nach eine der besten Black Metal Bands, die zur Zeit über diese Erde hampeln. Live und auf Scheibe eine Offenbarung! Cthulhu ftaghn!

 

 

Top 6 Mastodon – Emperor of Sand (Reprise Records)

Jeder, der mich kennt, weiß wie sehr ich Mastodon abfeiere. Für mich geht zwar bis heute nichts über Remission, trotzdem mag ich jedes Release der Band und auch Emperor of Sand hat starke Momente.

 

 

Top 5 Pallbearer – Heartless (Profound Lore Records)

Pallbearer entdeckte ich, als ihr Vorgängeralbum Foundations of Burden in der Decibel in den USA so abgefeiert wurde. Das Album hat mich damals richtig umgehauen und genau das tut das neue Album auch. Prognose: Pallbearer sind/werden/bleiben der neue große Shit!

 

 

Top 4 Amenra – Mass VI (Neurot Recordings)

Die Church of Ra lernte ich relativ spät durch Oathbreaker und Wiegedood kennen. Amenra war für mich früher irgendwie schwer greifbar. Dies hat sich durch Mass VI geändert. Ich habe selten ein Album gehört dass mich so unglaublich stark berührt und bewegt. Der Hammer!

 

 

Top 3 Power Trip – Nightmare Logic (Southern Lord Records)

Als großer Thrash Metal Fan wurde mir Anfang des Jahres dieses Album empfohlen. Ich muss gestehen, dass mich grade die „großen“ Thrashbands (z.B. Kreator, Slayer, Anthrax) in den letzten Jahren was Alben angeht echt schwer enttäuscht haben. Dafür hauen Power Trip mich so richtig um. Kompromisslos, schnell, riffbetont. Thrash wie er sein sollte!

 

 

Top 2 Bell Witch – Mirror Reaper (Profound Lore Records)

Mirror Reaper, ein über 80 Minuten langer Song. Die Funeral Doom Band Bell Witch hat hier wahrlich Großes geschaffen. Das Duo schafft mit Bass, Drums und Gesang was andere Bands nicht mit 20 Leuten schaffen würden. Anhören, Augen zu, Kopfkino an!

 

 

Top 1 All Pigs must Die – Hostage Animal (Southern Lord Records)

Für mich die versteckte Nummer 1. Es gibt keine Band, die mich zur Zeit so hart emotional kickt. Dieser Hass und diese Wut sind unvergleichlich und das Album ist wie eine Therapiesession. Danach bin ich entspannt und gut gelaunt. Sollte jedem verschrieben werden!

 

 

Weitere Alben, die eigentlich auch in die Liste sollten, aber Top 50 ist leider zu viel:

Paradise Lost – Medusa (Nuclear Blast Records)
Woe – Hope Attrition (Vendetta Records)
Fvneral Fvkk – The Lecherous Liturgies
Myrkur – Mareridt (Relapse Records)
Cryptic Brood – Braineater
Aeon of Disease – Veil of Oblivion
Verweser – II
Asator – Fragmente

 

Live Rückblick 2017

 

  1. Rotormania 2017

Dieses Jahr konnten wir leider nicht zum Rotormania, da wir keine Karten mehr bekommen haben. Daumen für nächstes Jahr sind gedrückt.

 

  1. Party-San Open Air 2017

2017 war das Party-San mein einziges Sommerfestival, aber das kann gerne so bleiben. Die Bands waren stark, die Stimmung war stark, das Wetter war schrottig. Aber wir kommen nächstes Jahr definitiv wieder. Live-Highlights: Ultha, Nile, Verheerer.

 

  1. Smoke Blow in Hamburg

Jedes Jahr, seit dem Split, spielen Smoke Blow 2-3 Konzerte pro Jahr an denen ich natürlich immer versuche teilzunehmen. Dieses Jahr ausnahmsweise mal wieder in der Fabrik in Hamburg. Die Vorband Mörder machte ziemlich Druck und Smoke Blow lieferten so geil ab wie jedes Jahr. Nächstes Jahr spielen sie in Düsseldorf und auf den Turbojugend Tagen in Hamburg. Mal sehen wo es mich hinverschlägt.

 

  1. Southern Lord Records Fest in Amsterdam

Sunn O))) gehören nach wie vor zu einer meiner Lieblingsbands. Die lass ich mir live natürlich nicht entgehen. Die Location Melkweg in Amsterdam gefiel mir sehr gut. Die Vorbands (u.A. Unsane, Big Brave und Wolfbrigade) machten gut Stimmung und Sunn O))) setzten dem ganzen die Krone auf. Was für eine geile Band!

 

  1. Conan in Hamburg

Ich durfte dieses Jahr endlich einmal die Briten Conan live begutachten. Es war mega laut und mega druckvoll. Ich freue mich jetzt schon auf das neue Album im Jahr 2018.

 

  1. Brodequin auf dem Netherlands Deathfest

Die Location und die meisten Bands kannten wir auf dem Netherlands Deathfest schon. Deswegen freuten wir uns umso mehr auf den Auftritt von Brodequin mit neuem Drummer und neuem Gitarristen. Wir wurden nicht enttäuscht. Mir hat selten eine Band so eine Gänsehaut bereitet und gleichzeitig meine Ohren so durchgerührt. Der Hammer!

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