FRÄKMÜNDT „Heiwehland“ (Folk)

Online seit 22.02.2012

FRÄKMÜNDT

“Heiwehland”
(Folk)

Wertung: Gut

VÖ: bereits erschienen

Label: Percht / Steinklang

Webseite: www.fraekmuendt.com

Die Kuhglocken läuten wieder,… so erklingt jedenfalls das Intro „Bärgfrede“ von FRÄKMÜNDTs neuer CD „Heiwehland“. Die Schweizer Ur-Folk Band schaffte es bereits in der Vergangenheit die Grenzen zwischen Neofolk und der Alpinen Folklore miteinander zu vereinen.

So ist es auch dieses Mal, 16 Songs voller klassischer alpiner Instrumente und voller toller Stimmen entführen uns in die dunklen Wälder der Berge. Gitarre, Leier, Akkordeon,  Flöte, Percussions,… die Breite der Klangerzeuger ist immens hoch aber sicherlich nicht unbedingt für das normalerweise elektrisch beschallte Ohr einfach zu konsumieren . Obendrein wird ausschließlich in Switzer-Deutsch gesungen, was für den Hochdeutschen sicherlich eine besondere Herausforderung ist.

Besonders gefallen mir die Lieder bei denen die helle und klare Stimme von Goldkehlchen Anneli die Songs dominieren, wie es bei „Härz mys Härz“ oder ganz besonders bei „D´Draachejongfer“ der Fall ist.  Aber auch Lieder, die die dunklen und grolligen männlichen Stimmen enthalten, können durchaus mit ihrem Lagerfeuer –und Berghütten Charme überzeugen, sofern man die ganzen akustischen Instrumente verkraften kann.

Wenn die Songs eher vom Klang der akustischen Gitarre dominiert sind, findet das ungeübte Ohr relativ schnell in die Liederlandschaft FRÄKMÜNDTs. In Momente wo Leiern, Akkordeon  und Schunkelgesänge überwiegen wie es bei „Ha an em Ort es Blüemli gesh“ der Fall ist, könnte der eine oder andere Zuhörer durchaus zum Ausschalten geneigt sein, denn hier ist schon eine ganze Menge Volksmusik drinnen, wie sie auch Oma und Opa lieben. „Dehei“ kann dafür fast mit einem punkigen Pogo-tauglichen tempo überraschen. An anderer Stelle werden zu kauzigen Gitarren im Sprechgesang Geschichten erzählt, die ich nicht zu verstehen vermag, da mit der Swizerische nicht geläufig ist.

Musik, die nicht für Jedermann geeignet ist. So kann man es kurz und knapp sagen. Wer alternative folklore Musik und auch Mittelaltergedudel mag, kann durchaus den nächsten Schritt wagen. Aber Achtung, der Weg zum Musikantenstadl ist teilweise nicht mehr weit. (michi)

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