ASH OF ASHES :: Skaldic Metal unter Einfluss von Bathory

Online seit 14.10.2018

Nach der Auflösung von HEL zieht Skladir ein paar Jahre später nun mit der neuen Band ASH OF ASHES los, um die Herzen von Fans mit Epic Dark/Folk Metal zu erobern. Bei mir hat dies absolut funktioniert (siehe Review), eines der Highlight-Alben in diesem Jahr aus meiner Sicht. Mit an Skladirs Seite ist Co-Vokalist Morten Basse, der sich für sämtliche Liedertexte auf “Down The White Waters” verantwortlich zeigt. Beide Protagonisten standen für ein kleines Interview zur Verfügung. (eller)
https://www.facebook.com/AshOfAshes/

 

Ich muss zu Beginn leider zugeben, dass mir euer Album sehr gefällt, besonders die ersten drei Stücke 🙂
Also Glückwunsch zu einem gelungenen Debütalbum!

Skaldir: Na da gibt es doch schlimmere Dinge im Leben, als unser Album zu mögen, finde ich. 🙂

 

Erzähl uns bitte kurz was zur Band. Wann ist die Idee gereift, nach HEL nun mit ASH OF ASHES Musik zu kreieren?

Skaldir: Als das Projekt HEL Ende 2012 beendet wurde, dachte ich, dass ich mit dieser Art von Musik erst einmal fertig bin. Aber nach etwa ein, zwei Jahren juckte es dann doch wieder in den Fingern, epischen, hymnischen Metal zu machen. Ich habe dann angefangen, Songideen zu sammeln und langsam formte sich daraus Ash of Ashes. 2014 habe ich dann angefangen, die ersten Songideen zu sammeln und das meiste dann 2016-2017 aufgenommen.

 

Wo liegen eure größten Einflüsse?

Skaldir: Morten und ich sind tatsächlich bandtechnisch auf sehr ähnlichen Pfaden unterwegs. Der Haupteinfluss ist sicherlich BATHORY. Die „Hammerheart“, „Twilight of the Gods“ und „Blood on Ice“ Era. Sowohl von den Songs als auch von der Atmosphäre her. Ansonsten Bands wie MOONSORROW, WINDIR, BORKNAGAR und auch klassischen Metal wie IRON MAIDEN.  Auch Klassische Musik und Progressive Rock sind bei mir des öfteren im Player.

Musikalisch fällt zwischendurch die Schlüsselfidel (Nyckelharpa) auf, die Mathias Gyllengahm (von Norrsinnt und Utmarken) eingespielt hat. Wie kam es dazu? Kennt ihr euch schon länger?

Skaldir: Für das letzte, fantastische, UTMARKEN Album habe ich das Mastering übernommen, und so sind Mathias und ich in Kontakt gekommen. Nicht nur von den Liedern war ich beeindruckt, sondern fand auch die Nyckelharpa ein sehr interessantes Instrument. Ich hatte direkt Stellen auf dem Album im Hinterkopf, für die das Instrument geeignet sein könnte. Und es hat dann auch wirklich gut gepasst. Meiner Meinung nach bringt es hier und da eingesetzt die nötige Abwechslung. Heutzutage wird die Nyckelharpa allerdings von ganz schön vielen Bands benutzt, ich weiß auch nicht wo alle die plötzlich ausgegraben haben… 😉

 

Welches sind deine Lieblingsthemen bei den Texten und wie viel persönliches von dir steckt in den Lyrics?

Morten: Thematisch lese ich mich gerne in Mythen, Sagen und Legenden sowie historische Stoffe ein, somit fällt es mir schwer, ein favorisiertes Thema zu benennen. Persönlich sind die Texte nur in dem Punkt, dass ich über Dinge schreibe, die mich interessieren. Ansonsten versuche ich, eine Geschichte zu erzählen oder ein Bild zu kreieren, meine Person dabei aber außen vor zu lassen.

 

Ihr habt die Hälfte des Albums der Vertonung der germanische Heldensage von Wieland dem Schmied gewidmet. Was ist so faszinierend an dieser Sage?

Morten: Die Wieland-Sage kam mir beim Arbeiten an den Albumlyrics wieder in den Sinn. Spannend sind zum einen die verschiedenen Quellen und Versionen der Sage, zum anderen die Referenzen zu Wieland in anderen Sagen und Gedichten aus dem frühen/hohen Mittelalter. Zudem finden sich in der doch relativ kurzen Sage viele verschiedene Themen und Stimmungen, die sich gut mit den Songs verknüpfen ließen.

 

In der heutigen Zeit ist es angesichts der Flut an neuen Bands sehr schwierig seine Musik zu verkaufen. Wie würdet Ihr jemanden beibringen, gerade Eure Scheibe zu kaufen?

Skaldir: Vor dieser Herausforderung stehen wir auch gerade. Es ist ganz gut, dass ich mir wenigstens durch HEL schon einen Namen machen konnte, so konnte ich einige HEL Fans auf ASH OF ASHES aufmerksam machen. Zudem haben wir wirklich eine Menge überschwänglicher Kritiken bekommen, was auch viele Leute interessiert hat. Im Endeffekt muss man auch Mund zu Mund Propaganda setzen, aber am Ende setzt sich Qualität immer durch. Manchmal allerdings nur als Geheimtipp…  😉

 

Gab es Ambitionen, das Album auf einem anderen Label als dem eigenen herauszubringen?

Skaldir: Nein, ich hatte das bewusst so entschieden, es ohne Label zu machen, auch wenn mir das immer noch niemand glaubt 😉 Mit dem letzten HEL Album hat das auch gut funktioniert.

Es gab im Vorfeld Labelofferten. Viele Käufer freuen sich auch mit der Band direkt in Kontakt zu sein und evtl. hier und da auch mal eine persönliche Widmung oder ähnliches zu bekommen. Man darf bei mir z.B. auch Wünsche äußern, wenn man eine bestimmt Nummer von den nummerierten LPs haben möchte. So etwas ist ja sonst undenkbar.

 

Wie ist die Planung bzgl. Liveauftritten?

Skaldir: Es gibt ein paar Ideen, das ganze auch Live aufzuziehen, hier muss aber noch viel organisiert werden, so dass es zu früh ist weiter ins Detail zu gehen. Jedenfalls möchte ich, dass die Auftritte dann eher etwas besonderes sind, und nicht unbedingt an jeder Ecke auftreten.

 

Wie lautet der größte Wunsch im Bezug auf die Band?

Skaldir: Ich würde mich freuen, wenn das Album noch mehr Leute erreicht. Ich denke, „Down the White Waters“ hat wirklich eine hohe Qualität, ich bin sehr zufrieden damit. Ein ebenso gelungenes nächstes Album würde ich mir auch wünschen.

Morten: In Bezug auf die Band freue ich mich einfach darauf, weiter mit Skaldir zusammenzuarbeiten. Wenn das Ergebnis dann auch noch den Leuten gefällt, um so besser, ist für mich in Sachen Musik aber nicht oberste Priorität.

 

Welche 5 Alben würdest du jedem auf der Welt empfehlen?

Skaldir: Wenn es um Metal geht wahrscheinlich:
Bathory – Hammerheart
Helloween – Keeper of the seven keys
Emperor – Anthems to the welkin at dusk
Death – Human
Moonsorrow – Kivenkantaja

 

Morten: Im Black Metal wären dies momentan:
Ulver – Bergtatt
Darkthrone – Panzerfaust
Emperor – Anthems to the welkin at dust
Drautran – Unter dem Banner der Nordwinde
Abigor – Orkblut

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